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Hilfe für angeschlagene Firmen

Montag, 06. August 2001, 10:14 Uhr
Nordhausen (nnz). In den sechs Jahren seines Bestehens hat der sogenannte "Runde Tisch" in Nord- und Mittelthüringen 830 finanziell angeschlagene Unternehmen betreut. 70 Prozent der Firmen seien gerettet und damit insgesamt 10.800 Arbeitsplätze gesichert worden, informierte der Hauptgeschäftsführer der Erfurter Industrie- und Handelskammer, Gerald Grusser.


Die IHK und die Deutsche Ausgleichsbank hätten ein Instrument geschaffen, das "schnelle und unbürokratische Hilfe" zur aktiven Krisenbewältigung leisten kann, so Grusser. Signalisiert ein Unternehmen Liquiditätsprobleme, kommt binnen kurzer Zeit der "Runde Tisch" zusammen. Dazu zählen die jeweiligen Hausbanken, die Thüringer Aufbau- sowie Bürgschaftsbank, die Deutsche Ausgleichsbank, die IHK, das Wirtschaftsministerium und ein unabhängiger Firmenberater.

Besonders kleine Unternehmen bis zu 50 Mitarbeitern wenden sich an die IHK. Hauptsächlich sind es Industriebetriebe (49 Prozent), aber auch Händler (21 Prozent), Gastronomen (16 Prozent) und Firmen aus dem Dienstleistungsbereich (14 Prozent). "Defizite im Management, im Marketing und in der Finanzierungsstruktur sind Hauptursachen für die Liquiditätsprobleme", erklärte Grusser. Im Zusammenhang mit einer geringen Eigenkapitalausstattung sowie Forderungsausfällen entstünden dann kurzfristig akute Zahlungsschwierigkeiten.

Es könne jedoch nur wettbewerbs- und sanierungsfähigen Unternehmen geholfen werden. Dies und die gute Erfolgsquote hätten zu einer hohen Akzeptanz des Projektes bei den Hausbanken geführt. Auch in Zukunft gilt: Innerhalb einer Woche nach dem "Notruf" beginnt ein gezielt ausgewählter IHK-Berater mit der Analyse und dem Sanierungsplan. Bis zu zehn Tage steht der Fachmann dem Unternehmen zur Verfügung. Vertraulichkeit hat dabei natürlich oberste Priorität.
Autor: nnz

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