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Rückfall in alte Zeiten?

Montag, 20. September 2004, 16:48 Uhr
Nordhausen (nnz). Ein „Sponsorenschwimmmen“ war heute im Nordhäuser Badehaus angesetzt. Der Schwimmverein will mit solchen Aktionen seine Finanzen aufbessern. Da wollte die Leitung des Badehauses in der Grimmelallee nicht zurückstehen und kassierte bei den Eltern der kleinen Wasserratten ordentlich ab.


Einen unerwarteten Dejavu-Effekt erlebten heute Nachmittag die Eltern der aktiven Schwimmer des SV Nordhausen, als sie zur Kasse gebeten wurden, weil sie ihren Kindern beim Schwimmen unter Wettkampfbedingungen zusehen wollten. Der Verein hatte zum „Sponsorenschwimmen“, aufgerufen. In dieser Veranstaltung schwimmen die Aktiven in einer festgelegten Zeit so viele Bahnen wie möglich. Pro geschaffter Bahn bezahlt ein privater Sponsor einen ebenfalls festgelegten Geldbetrag. Die so erzielten Einnahmen kommen dem Verein zugute, der außer den Mitgliedsbeiträgen sonst kaum Möglichkeiten hat, das Vereinsleben zu finanzieren.

Da muss es für die engagierten Eltern - die nicht selten ihre Sprösslinge auf eigene Kosten zu den Wettkämpfen in ganz Thüringen chauffieren - wie ein Schlag ins Gesicht gewesen sein, als sie heute Nachmittag von den Mitarbeitern des städtischen Badehauses gesagt bekamen, sie müssten vollen Eintritt löhnen, um ihren Kindern am Beckenrand zuzusehen.

Hinzu kommt, dass es die gleiche Situation vor nicht all zu langer Zeit erst gegeben hat und nach Protesten der Eltern mit einer Entschuldigung und einem Rückzieher des „Badehauses“ endete. Offenbar haben das die Verantwortlichen in der Grimmelallee schon wieder vergessen.

Dass der ortsansässige Schwimmverein im stadteigenen Hallenbad nicht sehr willkommen ist, bekommen Trainer und Verantwortliche nicht zum ersten Male zu spüren. Es verwundert dennoch, mit welcher Selbstgefälligkeit einzelne kommunale „Leitungskader“ ihre Aversion zum Ausdruck bringen. Sie schaden damit dem Ansehen der Stadt und des Badehauses und befördern nicht gerade den Nordhäuser Sportnachwuchs. So werden jedenfalls keine neuen Sponsoren gefunden oder Eltern animiert, ihre Kinder in die Obhut der Sportvereine zu geben.
Olaf Schulze
Autor: osch

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