Glock-Bilder in der Dichterstätte
Freitag, 17. September 2004, 11:04 Uhr
Nordhausen (nnz). Im März 1987 fand in der Stadtbücherei in Bonn eine Ausstellung Ilsetraut Glocks statt, in der sie Druckgrafiken und farbige Blätter zeigte, die Phantastisches und Mythen zum Thema hatten. Jetzt sind einige von ihnen in Limlingerode zu sehen.
Angeregt dazu wurde Frau Glock damals durch den österreichischen Dichter H. C. Artmann, dessen thematische Vielseitigkeit und sprachliche Kraft ihr sehr zusagt. Artmann las zur Eröffnung der Ausstellung, die innerhalb des Projektes Die Welt – ein Traum? in der Bücherei durchgeführt wurde. Da ein Mann des Wortes und eine Frau der Bildsprache zusammenkamen, gab man sich das Motto: Bildseiten der Worte – Wortseiten der Bilder. Einige dieser künstlerischen Blätter werden ab Samstag, 25. September 2004, in Limlingerode ab 14.30 Uhr ausgestellt und zeigen Ilsetraut Glocks bildnerische Verarbeitung Artmannscher Texte. Wie man es von der Künstlerin kennt, hat sie ein Motiv als Radierung in unterschiedlichen Farbnuancen gedruckt. So auch die Blätter, die den Titel hommage a. h. c. artmann tragen.
Neben den Druckgrafiken gibt es auch gemalte Blätter. Eines zeigt ein fliegendes Teufelswesen und heißt - nosferatu, hampelmann- und stammt aus Artmanns allerleirausch – neue schöne kinderreime, wobei man sofort erinnert wird an das Märchen Allerleirauh. Ein anderes Blatt zeigt: Der tag , an dem es sekundenzeiger regnete, angeregt durch das Buch: Unter der Bedeckung eines Hutes.
H. C. Artmann, der am 12. Juni 1921 als Hans Carl in Wien zur Welt kam, war Mitbegründer der legendären Wiener Gruppe und schrieb somit Literaturgeschichte. 1958 legte er mit seinen Wiener Dialektgedichten med ana schwoazzn dintn ein Buch vor, das durch seine ungewöhnliche Verbindung von Avantgarde und Volkstümlichkeit literarische Maßstäbe setzte. Als Grenzgänger zwischen Realität und Fantasie schuf er bis zu seinem Tod am 4. Dezember 2000 ein beeindruckendes Werk voll Witz und Poesie. Auch als Übersetzer genoss er einen ausgezeichneten Ruf. Nach seinem Tode schrieb ein Feuilletonist: Ein Artmann, der kannte sich aus in Nord und Süd, er kannte den Amselschlag nicht nur auf englisch, sondern auch ihr gallisches Schnäbeln, er hatte ihre italienischen Cousinen in der Hand und kannte das Tyk-tyk ihrer schwedischen Schwestern. Es heißt, Artmann habe sich mit mehr als 25 Sprachen und Dialekten beschäftigt. Er spielte ein Leben lang virtuos mit Sprache. In der Dichterstätte kann man am 25. September daran teilhaben.
Heidelore Kneffel
Autor: nnzAngeregt dazu wurde Frau Glock damals durch den österreichischen Dichter H. C. Artmann, dessen thematische Vielseitigkeit und sprachliche Kraft ihr sehr zusagt. Artmann las zur Eröffnung der Ausstellung, die innerhalb des Projektes Die Welt – ein Traum? in der Bücherei durchgeführt wurde. Da ein Mann des Wortes und eine Frau der Bildsprache zusammenkamen, gab man sich das Motto: Bildseiten der Worte – Wortseiten der Bilder. Einige dieser künstlerischen Blätter werden ab Samstag, 25. September 2004, in Limlingerode ab 14.30 Uhr ausgestellt und zeigen Ilsetraut Glocks bildnerische Verarbeitung Artmannscher Texte. Wie man es von der Künstlerin kennt, hat sie ein Motiv als Radierung in unterschiedlichen Farbnuancen gedruckt. So auch die Blätter, die den Titel hommage a. h. c. artmann tragen.
Neben den Druckgrafiken gibt es auch gemalte Blätter. Eines zeigt ein fliegendes Teufelswesen und heißt - nosferatu, hampelmann- und stammt aus Artmanns allerleirausch – neue schöne kinderreime, wobei man sofort erinnert wird an das Märchen Allerleirauh. Ein anderes Blatt zeigt: Der tag , an dem es sekundenzeiger regnete, angeregt durch das Buch: Unter der Bedeckung eines Hutes.
H. C. Artmann, der am 12. Juni 1921 als Hans Carl in Wien zur Welt kam, war Mitbegründer der legendären Wiener Gruppe und schrieb somit Literaturgeschichte. 1958 legte er mit seinen Wiener Dialektgedichten med ana schwoazzn dintn ein Buch vor, das durch seine ungewöhnliche Verbindung von Avantgarde und Volkstümlichkeit literarische Maßstäbe setzte. Als Grenzgänger zwischen Realität und Fantasie schuf er bis zu seinem Tod am 4. Dezember 2000 ein beeindruckendes Werk voll Witz und Poesie. Auch als Übersetzer genoss er einen ausgezeichneten Ruf. Nach seinem Tode schrieb ein Feuilletonist: Ein Artmann, der kannte sich aus in Nord und Süd, er kannte den Amselschlag nicht nur auf englisch, sondern auch ihr gallisches Schnäbeln, er hatte ihre italienischen Cousinen in der Hand und kannte das Tyk-tyk ihrer schwedischen Schwestern. Es heißt, Artmann habe sich mit mehr als 25 Sprachen und Dialekten beschäftigt. Er spielte ein Leben lang virtuos mit Sprache. In der Dichterstätte kann man am 25. September daran teilhaben.
Heidelore Kneffel
