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Reaktionen auf OB-Rücktritt (4)

Herzenswärme, Toleranz und Bescheidenheit

Donnerstag, 09. März 2017, 12:57 Uhr
Zum Rücktritt des Oberbürgermeisters Dr. Klaus Zeh äußert sich jetzt auch die Seniorenunion. Es sei ein großer Verlust für die Stadt, Zehs Sachverstand und Erfahrung seien oft unverzichtbar gewesen...

Die Nachricht über die Amtsniederlegung unseres Oberbürgermeisters Dr. Klaus Zeh haben wir mit großem Bedauern, aber gleichzeitig mit Respekt, aufgenommen. Es wird für uns ein großer Verlust sein, ihn ab 19.06. nicht mehr an der Spitze unserer Stadt zu haben. Er hat einen Politikstil mit Herzenswärme, Toleranz und persönlicher Bescheidenheit geprägt, der in der Politik so kaum zu erleben ist. Dabei waren sein Sachverstand und seine Erfahrung nach den langen Jahren politischer Tätigkeit oft unverzichtbar. Wir verstehen, dass ihn gesundheitliche Gründe zu diesem Schritt veranlasst haben.

Der politische Verlust für Nordhausen und unsere Partei ist deshalb groß, weil sich Dr. Zeh sowohl als Thüringer Minister, Landtagsabgeordneter oder Oberbürgermeister von Nordhausen seit der friedlichen Revolution 1989 stets für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit eingesetzt hat. Als Landesvorsitzender Thüringens und stellvertretender Vorsitzender der Partei „Demokratischen Aufbruch“ in der DDR während der friedlichen Revolution hat er intensiv zur Umgestaltung der Gesellschaft in Thüringen beigetragen und sich dadurch dauerhafte Verdienste erworben. Meinungsfreiheit und -vielfalt waren und sind für ihn ein höchstes Gut in unserer Demokratie. Sein markantester Satz dazu war: „Auch wenn mir nicht alles gefällt, was ich in Medien über mich lesen und hören muss, werde ich mich immer dafür einsetzen, dass jeder seine Meinung sagen darf und das Schreiben kann, was er will, solange er nicht die Werte unseres Grundgesetzes verletzt.“ In der heutigen Zeit wird uns solch ein unermüdlicher Mahner fehlen.

In politischen Diskussionen bei Stadtratssitzungen, Parteiveranstaltungen, Wahlkämpfen oder gesellschaftlichen Ereignissen war er immer um Sachlichkeit und Objektivität bemüht. Seine Besonnenheit und das Ausloten aller Möglichkeiten haben den Sachentscheidungen oft gutgetan.

Seine Verdienste um die Stadt Nordhausen sind unbestritten. Hier ist nicht der richtige Ort, sie alle aufzuzählen. Nur ein Beispiel soll hier erwähnt werden. Der Ministerpräsident Bernhard Vogel sagte seinerzeit in einer öffentlichen Veranstaltung in Nordhausen über den ‚Landtagsabgeordneten und Minister Zeh‘: „Auch wenn immer viele Menschen an wichtigen Entscheidungen beteiligt sind, aber ohne Klaus Zeh wäre die Landesgartenschau oder die Fachhochschule nicht nach Nordhausen gekommen“.

Wir wünschen Klaus Zeh weiterhin alles Gute und eine Stabilisierung seines Gesundheitszustandes. Wir hoffen, dass er uns auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt als politischer Mahner treu bleibt.
Christine Wagner, Vorsitzende der Senioren-Union des Landkreises Nordhausen
Autor: red

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