Rücktritt des Oberbürgermeisters - weitere Reaktionen
Auch eine Chance des Neuanfangs
Donnerstag, 09. März 2017, 11:00 Uhr
Gestern Abend gab Oberbügermeister Dr. Klaus Zeh bekannt, dass er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig niederlegen wolle. Eingeweiht waren wohl die wenigsten, das politische Nordhausen zeigt sich am morgen überrascht von der Entscheidung Zehs, wir haben erste Reaktionen der Stadtratsfraktionen zusammengetragen...
Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh hat gestern angekündigt sein Amt niederlegen zu wollen (Foto: Kurt Frank)
Es ist fast schon ein kleines politisches Erdbeben, das da gestern Abend durch die politische Landschaft der Stadt rollte: Oberbürgermeister Zeh kündigte seinen vorzeitigen Rücktritt an. Bis zum 18. Juni will er die Geschäfte weiterführen, in dieser Zeit soll ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden werden. Ein gutes Jahr vor den eigentlichen Neuwahlen und noch vor der zu erwartenden Gebietsreform und deren möglichen Umwälzungen im politischen Gefüge trifft die Ankündigung die Fraktionen des Nordhäuser Stadtrates unvorbereitet.
Gute Genesung und viel Kraft für Herrn Zeh und seine Familie wünscht man dem scheidenden Oberbürgermeister über die Parteigrenzen hinweg, das sei das wichtigste in diesem Moment, meinte etwa Michael Mohr von der Partei Die Linke. Es sei in den letzten Wochen zu sehen gewesen, das es dem Oberbürgermeister nicht gut ginge und das Amt an ihm nage, erklärte Holger Richter, Vorsitzender der Stadtratsfraktion der Grünen. Man sei dennoch überrascht gewesen und danke Dr. Zeh für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Der Zeitpunkt des Rücktritts böte Nordhausen auch eine Chance, so Richter weiter, die Stadt könne sich noch vor der Gebietsreform neu aufstellen. Wen man unterstützen könnte oder ob man vielleicht einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt, das wollte Richter noch nicht sagen, die Partei müsse das entscheiden. Ähnliches ist auch aus den anderen Fraktionen zu hören. Man werde nicht in Hektik verfallen, erklärte Michael Mohr, für morgen habe seine Partei eine erste Beratung angesetzt. Auch bei der SPD gingen die Geschäfte weiter, sagte der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten im Stadtrat, Andreas Wieninger. Es gebe genügend Leute in der Partei, die ins Rennen gehen könnten, wer das sein wird müssten die Parteigremien und Mitglieder entscheiden.
Bleibt es bei dem von Zeh anvisierten Termin seines Abschieds, dann müsste der Wahlkampf um den Posten des Oberbürgermeisters nahezu sofort beginnen. Ein Problem sei das nicht, meinte Michael Mohr, durch die anstehende Bundestagswahl im September sei man ohnehin auf Wahlkampf eingestellt. Für gewöhnlich habe man mehr Zeit zur Vorbereitung, meinte Holger Richter, die kürze der Zeit brächte es aber mit sich, dass die Kandidaten authentischer sein müssten und auch das sei eine Chance.
Selbst bei der CDU Fraktion wurde von der Nachricht überrascht. Die Nachricht überbrachte Klaus Zeh gestern persönlich. Zur Fraktionssitzung erklärte er seinen Parteikollegen die Beweggründe für seine Entscheidung. Die Gesundheit gehe vor, das müsse man akzeptieren, sagte heute Steffen Iffland, Fraktionsvorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion. Pläne habe man gestern keine mehr geschmiedet, die Sorge um die Gesundheit Zehs habe im Vordergrund gestanden. "Klaus Zeh ist ein Mann der 200% gibt und nicht einfach aufgibt", sagte Iffland, seine Entscheidung das Amt niederzulegen respektiere man, es sei eine Entscheidung für sich und für seine Familie gewesen. Wer die CDU in der Folge in den Wahlkampf führen werde, das müssten auch hier die Parteigremien entscheiden.
Das mit den Parteigremien sieht auch der Vorsitzender der Fraktion FDP/Bürger für Nordhausen ähnlich. Er persönlich habe das zwar bereits einen Kandidaten aus den eigenen Reihen vor Augen, doch erstens müsse der zustimmen und zweitens müssen dies die Mitglieder tun. Als Option hält sich Höfer auch die Unterstützung eines Kandidaten offen, der von einer anderen Partei aufgestellt wird. Hierbei müsse aber alles passen. Die Entscheidung von Dr. Zeh respektiere und bedauere er persönlich sehr, wünschte ihm jedoch in erster Linie gute Besserung.
Angelo Glashagel
Anm. d. Red.: Kommentare bitte nur mit Klarnamen
Autor: red
Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh hat gestern angekündigt sein Amt niederlegen zu wollen (Foto: Kurt Frank)
Es ist fast schon ein kleines politisches Erdbeben, das da gestern Abend durch die politische Landschaft der Stadt rollte: Oberbürgermeister Zeh kündigte seinen vorzeitigen Rücktritt an. Bis zum 18. Juni will er die Geschäfte weiterführen, in dieser Zeit soll ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden werden. Ein gutes Jahr vor den eigentlichen Neuwahlen und noch vor der zu erwartenden Gebietsreform und deren möglichen Umwälzungen im politischen Gefüge trifft die Ankündigung die Fraktionen des Nordhäuser Stadtrates unvorbereitet.
Gute Genesung und viel Kraft für Herrn Zeh und seine Familie wünscht man dem scheidenden Oberbürgermeister über die Parteigrenzen hinweg, das sei das wichtigste in diesem Moment, meinte etwa Michael Mohr von der Partei Die Linke. Es sei in den letzten Wochen zu sehen gewesen, das es dem Oberbürgermeister nicht gut ginge und das Amt an ihm nage, erklärte Holger Richter, Vorsitzender der Stadtratsfraktion der Grünen. Man sei dennoch überrascht gewesen und danke Dr. Zeh für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Der Zeitpunkt des Rücktritts böte Nordhausen auch eine Chance, so Richter weiter, die Stadt könne sich noch vor der Gebietsreform neu aufstellen. Wen man unterstützen könnte oder ob man vielleicht einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt, das wollte Richter noch nicht sagen, die Partei müsse das entscheiden. Ähnliches ist auch aus den anderen Fraktionen zu hören. Man werde nicht in Hektik verfallen, erklärte Michael Mohr, für morgen habe seine Partei eine erste Beratung angesetzt. Auch bei der SPD gingen die Geschäfte weiter, sagte der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten im Stadtrat, Andreas Wieninger. Es gebe genügend Leute in der Partei, die ins Rennen gehen könnten, wer das sein wird müssten die Parteigremien und Mitglieder entscheiden.
Bleibt es bei dem von Zeh anvisierten Termin seines Abschieds, dann müsste der Wahlkampf um den Posten des Oberbürgermeisters nahezu sofort beginnen. Ein Problem sei das nicht, meinte Michael Mohr, durch die anstehende Bundestagswahl im September sei man ohnehin auf Wahlkampf eingestellt. Für gewöhnlich habe man mehr Zeit zur Vorbereitung, meinte Holger Richter, die kürze der Zeit brächte es aber mit sich, dass die Kandidaten authentischer sein müssten und auch das sei eine Chance.
Selbst bei der CDU Fraktion wurde von der Nachricht überrascht. Die Nachricht überbrachte Klaus Zeh gestern persönlich. Zur Fraktionssitzung erklärte er seinen Parteikollegen die Beweggründe für seine Entscheidung. Die Gesundheit gehe vor, das müsse man akzeptieren, sagte heute Steffen Iffland, Fraktionsvorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion. Pläne habe man gestern keine mehr geschmiedet, die Sorge um die Gesundheit Zehs habe im Vordergrund gestanden. "Klaus Zeh ist ein Mann der 200% gibt und nicht einfach aufgibt", sagte Iffland, seine Entscheidung das Amt niederzulegen respektiere man, es sei eine Entscheidung für sich und für seine Familie gewesen. Wer die CDU in der Folge in den Wahlkampf führen werde, das müssten auch hier die Parteigremien entscheiden.
Das mit den Parteigremien sieht auch der Vorsitzender der Fraktion FDP/Bürger für Nordhausen ähnlich. Er persönlich habe das zwar bereits einen Kandidaten aus den eigenen Reihen vor Augen, doch erstens müsse der zustimmen und zweitens müssen dies die Mitglieder tun. Als Option hält sich Höfer auch die Unterstützung eines Kandidaten offen, der von einer anderen Partei aufgestellt wird. Hierbei müsse aber alles passen. Die Entscheidung von Dr. Zeh respektiere und bedauere er persönlich sehr, wünschte ihm jedoch in erster Linie gute Besserung.
Angelo Glashagel
Anm. d. Red.: Kommentare bitte nur mit Klarnamen
