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Geht's noch? - Nein!

Mittwoch, 22. Februar 2017, 17:50 Uhr
Die aktuelle Diskussion um den Albert-Kuntz-Sportplatz lässt wieder einmal deutlich werden: Die Nordhäuser Kommunalpolitik tritt auf der Stelle. Das wievielte Jahr nun in Folge? Mit Partei- statt Kommunalpolitik auf Teufel komm raus. Und der Teufel lässt sich nicht lange bitten, meint nnz-Leser Jürgen Wiethoff...

Für ihn riecht es auch in der fast symbolischen 6. Minute der Nachspielzeit nach Auswärtssieg. Auch ein bekennender Fußballfan weiß, dass es immer wichtigere Projekte in einer Stadt, einem Kreis, geben wird, als Fußball. Gerade deswegen ist es wichtig, mal etwas weniger Wichtiges allumfassend und abschließend zu bearbeiten. Damit zum Schluss alle wissen, wie sie in den nächsten 5 bis 10 Jahren planen können.

Diskussionen der mehr oder weniger Verantwortlichen in den Medien bewirken nur weitere Verunsicherungen. Vermischungen mit anderen Projekten erzeugen hüben wie drüben Neid und Missgunst. Wer z. B. in Nordhausen gern ins Theater und zum Fußball geht, muss sich wohl bei dem Einen oder Anderen in Zukunft maskieren und verkleiden, damit er nicht gesteinigt wird.

Das Thema Fußball ist nur Teil des Grundproblems Sport und damit mit der Aufgabe des Ernst-Thälmann-Stadions entstanden. Die Bausubstanz war herunter gekommen. Möglicherweise wäre auch dort ein Neubau preiswerter als eine Sanierung gewesen. Aber dort war vor allem Platz für ein zumindest für die 3. Liga taugliches Stadion mit Möglichkeiten für Leichtathletik und vieles mehr. Auf dem Gelände des ehemaligen Freibades hätte eine Schwimmhalle für alle Bedürfnisse entstehen können. Ich weiß, es gab damals Wichtigeres, heute gibt es wieder Wichtigeres, auch übermorgen gehen wieder Straßen und Brücken kaputt. Das sind Binsenweisheiten und eigentlich muss man sich schämen, so etwas niederzuschreiben, aber unsere Kommunalpolitiker tun so, als wüssten sie das noch nicht.

Klärt jetzt mal das weniger wichtige Thema Fußball, ihr Kommunalpolitiker, und zwar mit Perspektive. Hat Fußball in Nordhausen bestenfalls eingeschränkte Perspektiven in der Regionalliga, dann sagt das und Wacker muss sich damit abfinden, oder eben einen neuen Brausekönig, Softwaremilliardär etc. finden. Aber bitte nicht weiter über Pressemitteilungen, Interviews, gegenseitige Schuldzuweisungen etc. und ohne weitere Flickschusterei am AKS. Verkündet einfach mal eine gemeinsame Meinung in der Presse ohne wenn und aber.

Wenn der Eine oder Andere von Euch etwas besser kann, dann tauscht Euch aus, damit die jeweils besten Anträge in Erfurt landen. Das Problem besteht jetzt, hier und heute – hoffentlich nicht noch nach der nächsten Wahl. Die Bürger möchten ein kommunalpolitisches Problem geklärt und dann die Entscheidung erklärt haben. Wer in welcher Partei und mit Verbindungen wohin diese oder jene Einzelheit geschafft hat, ist egal. Wer von Euch heute nicht teamfähig ist, wird es auch nicht nach der nächsten Wahl, denn die macht keine perfekteren Menschen aus Euch.

Noch etwas: Wenn Ihr es nicht schafft, solche weniger wichtigen Probleme aus der Welt zu schaffen, dürft Ihr von uns Bürgern nicht verlangen, dass wir Euch die wichtigen Probleme zutrauen.
Jürgen Wiethoff

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Autor: red

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