Naturschutzbeirat kritisiert LGS
Mittwoch, 01. August 2001, 13:25 Uhr
Nordhausen (nnz). Immer mehr Menschen zeigten sich in der zurückliegenden Zeit kritisch gegenüber den Baumaßnahmen auf dem Nordhäuser Petersberg. Jetzt übt auch der Naturschutzbeirat des Landkreises massive Kritik.
Mitglieder dieses ehrenamtlichen Gremiums ließen sich vor Ort vom Leiter der LGS-Baumaßnahmen, Manfred Heinze, über den Fortgang der Arbeiten auf dem Petersberg informieren. Sie wurden unter anderem darüber in Kenntnis gesetzt, dass sämtliche vorhandene Gehölze der Um- und Neugestaltung zum Opfer fallen sollen. Fachleute sprechen in solchen Fällen von einer Entnahme. Begründet wurde dies mit dem geplanten Verlauf der Gabionen. Die Gehölze stören aus Sicht der Planer die Schaffung eines mediterranen Flairs, seien also im Wege und sollen deshalb der Mauer weichen.
Der Naturschutzbeirat sieht das anders: Er will die noch vorhandenen Gehölze unter allen Umständen erhalten und hat auch einen praktikablen Vorschlag zur Hand: Damit die Bäume an ihren alten Standorten verbleiben können, sollte der geplante Richtungsverlauf der Gabionen verändert werden. Diese Variante wird schon angewandt, wenn unvorhersehbare unterirdische Bauwerke plötzlich zum Vorschein kommen und Änderungen der Bauausführung nach sich ziehen.
Während der Besichtigung vor Ort kam noch ein weiteres Problem zur Sprache, das des Oberflächenwassers. Das Terrain des Petersberges gilt als trockener Standort. Regenwasser hält sich aufgrund der geografischen Lage nicht in den Erdschichten, sondern fließt ungenutzt und unreguliert ab, was zu Erosionen und baulichen Verwerfungen führen kann. Nach Auffassung des Beirates sollte das Wasser in Zisternen aufgefangen und zur Bewässerung der entstehenden Grünanlagen genutzt werden. Das war bislang in den Planungen nicht vorgesehen, soll nun aber diskutiert werden.
Die Mitglieder des Naturschutzbeirates bekannten sich nachdrücklich zur Landesgartenschau in Nordhausen. Alle sinnvollen Maßnahmen in Vorbereitung auf dieses Ereignis werden auch künftig unterstützt. Doch wollen sie auch gesichert sehen, dass notwendige Eingriffe in die Natur immer behutsam vorgenommen werden. Zudem mahnte der Beirat eine sinnvolle Nachnutzung der neu entstehenden Grünanlagen an. Derzeit geben einige Grünbereiche im Stadtzentrum keine gute Visitenkarte ab.
Manfred Heinze sagte eine eingehende Prüfung aller Hinweise und Vorschläge zu. Die Beiratsmitglieder werden den Bauverlauf auf dem Petersberg auch weiterhin mit wachem Auge begleiten, ist ihnen doch noch in guter Erinnerung, dass sich vor einige Monaten Auftraggeber nicht an vor Ort vereinbarte Absprachen gehalten hatten.
Autor: nnzMitglieder dieses ehrenamtlichen Gremiums ließen sich vor Ort vom Leiter der LGS-Baumaßnahmen, Manfred Heinze, über den Fortgang der Arbeiten auf dem Petersberg informieren. Sie wurden unter anderem darüber in Kenntnis gesetzt, dass sämtliche vorhandene Gehölze der Um- und Neugestaltung zum Opfer fallen sollen. Fachleute sprechen in solchen Fällen von einer Entnahme. Begründet wurde dies mit dem geplanten Verlauf der Gabionen. Die Gehölze stören aus Sicht der Planer die Schaffung eines mediterranen Flairs, seien also im Wege und sollen deshalb der Mauer weichen.
Der Naturschutzbeirat sieht das anders: Er will die noch vorhandenen Gehölze unter allen Umständen erhalten und hat auch einen praktikablen Vorschlag zur Hand: Damit die Bäume an ihren alten Standorten verbleiben können, sollte der geplante Richtungsverlauf der Gabionen verändert werden. Diese Variante wird schon angewandt, wenn unvorhersehbare unterirdische Bauwerke plötzlich zum Vorschein kommen und Änderungen der Bauausführung nach sich ziehen.
Während der Besichtigung vor Ort kam noch ein weiteres Problem zur Sprache, das des Oberflächenwassers. Das Terrain des Petersberges gilt als trockener Standort. Regenwasser hält sich aufgrund der geografischen Lage nicht in den Erdschichten, sondern fließt ungenutzt und unreguliert ab, was zu Erosionen und baulichen Verwerfungen führen kann. Nach Auffassung des Beirates sollte das Wasser in Zisternen aufgefangen und zur Bewässerung der entstehenden Grünanlagen genutzt werden. Das war bislang in den Planungen nicht vorgesehen, soll nun aber diskutiert werden.
Die Mitglieder des Naturschutzbeirates bekannten sich nachdrücklich zur Landesgartenschau in Nordhausen. Alle sinnvollen Maßnahmen in Vorbereitung auf dieses Ereignis werden auch künftig unterstützt. Doch wollen sie auch gesichert sehen, dass notwendige Eingriffe in die Natur immer behutsam vorgenommen werden. Zudem mahnte der Beirat eine sinnvolle Nachnutzung der neu entstehenden Grünanlagen an. Derzeit geben einige Grünbereiche im Stadtzentrum keine gute Visitenkarte ab.
Manfred Heinze sagte eine eingehende Prüfung aller Hinweise und Vorschläge zu. Die Beiratsmitglieder werden den Bauverlauf auf dem Petersberg auch weiterhin mit wachem Auge begleiten, ist ihnen doch noch in guter Erinnerung, dass sich vor einige Monaten Auftraggeber nicht an vor Ort vereinbarte Absprachen gehalten hatten.
