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Schülerprojekt

Barrierefreiheit in Nordhausen

Freitag, 03. Februar 2017, 11:00 Uhr
Am Humboldt-Gymnasium Nordhausen stellten am Donnerstag drei Schülerinnen die Ergebnisse ihrer Seminarfacharbeit vor. Gerade für Blinde und Sehbehinderte Menschen hätte in der Stadtplanung mehr getan werden können, so das Ergebnis der Arbeit...

Olivia Jande, Paula Haberberg und Josephine Erdmann beschäftigten sich mit der Gestaltung des öffentlichen Raumes und Hintergründen visueller Beeinträchtigungen von sehbehinderten und blinden Menschen in Nordhausen.

In ihrer Arbeit gingen sie der Barrierefreiheit auf den Grund, verglichen DIN-Regelungen zum barrierefreien Bauen insbesondere an Straßen, Wegen, Querungsstellen, an Treppen und Glasflächen mit der existierenden Realität in Nordhausen. In Selbstversuchen erkannten sie die Problematik: es gibt noch immer deutliche Mängel bei der barrierefreie Gestaltung der öffentlichen Verkehrswege.

Aus der Sicht von Sehbehinderten und Blinden mangelt es an Ampeln mit akustischer Signalanlage, an ausreichend ausgebauten Blindenleitsystemen und der kontrastreichen Treppenstufenmarkierung. Problematisch sind zudem falsch verlegte Bodenindikatoren und Fehler bei der Umgestaltung der Kranichstraße Ost, des Pferdemarktes und des Kreisverkehres Engelsburg. Vielfach mangelt es an der für sehbehinderte Menschen erforderlichen visuellen und taktil erfassbaren kontrastreichen Gestaltung. Dies betrifft Treppenstufenmarkierungen, Absenkung von Borden an Querungsstellen ebenso wie die Kennzeichnung von Glasflächen und Glastüren.

Die Schülerinnen erarbeiteten einen Flyer, der die Kernthemen ihrer Arbeit beinhaltet und Interessenten hilfreich sein kann. Mit dem städtischen Bauamt waren die jungen Frauen im Gespräch und erfuhren, dass am Bahnhofsvorplatz ein Blindenleitsystem nachträglich gebaut werden solle und das im Bereich Kranichstraße / Marktpassage noch „verschiedene Bereiche verbesserungswürdig“ seien.

Auch wenn an vielen Orten bereits weiße Rillen- und Noppenplatten als Blindenleitsystem verlegt wurden, kann nicht darüber hinweggesehen werden, dass es noch sehr viel zur tun gibt. Wichtig erscheint – und das haben die Schülerinnen erreicht –, dass das Thema immer wieder auf die Tagesordnung kommt. Letztlich geht es um Lebensqualität, um selbständiges Orientieren und Teilhaben am gesellschaftlichen Leben. In einer immer älter werdenden Gesellschaft mit altersbedingten Einschränkungen der Sehfähigkeit betrifft es zunehmend eine größere Zahl von Mitmenschen.
J. Stephan, Nordhausen
Autor: red

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