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nnz-Doku: Der Arbeitsmarkt August 2004

Donnerstag, 02. September 2004, 13:50 Uhr
Nordhausen (nnz). Die nnz-Redaktion hat auch diesmal für Sie einen Überblick über die wichtigsten Daten und Fakten zum Nordthüringer Arbeitsmarkt zusammengestellt.


Im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhausen ist im August die Zahl der Arbeitslosen auf dem Vormonatsniveau verblieben. Damit ist seit 1999 eine solche Entwicklung in einem August nicht aufgetreten, vielmehr konnte in den Vorjahren die Arbeitslosigkeit spürbar abgebaut werden. Die Ursache liegt im hohen Anstieg der Arbeitslosmeldungen im Monatsverlauf. So meldeten sich 4.130 Frauen und Männer in den Agenturen arbeitslos, das sind zwar über 500 weniger als im Juli, aber über 470 mehr als im August des Vorjahres. Dabei wurden zum einen noch einmal viele Jugendliche neu registriert, die nach der Ausbildung keinen Arbeitsplatz fanden, zum anderen haben aber auch die Meldungen aus einer Erwerbstätigkeit gegenüber dem Vorjahr zugenommen.

Die Arbeitslosigkeit beendeten im August 4.086 Personen, 123 mehr als im Vormonat und 30 mehr als im Vorjahresmonat. 1.854 der Abmeldungen erfolgten wegen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit und 752 wegen des Ausbildungsbeginns bzw. des Eintritts in eine Trainingsmaßnahme. Die hohe Zahl der Abmeldungen konnte dennoch nicht vollständig die Zugänge an Arbeitslosen kompensieren. Damit ist die Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen von 19,5 auf 19,6 Prozent angestiegen und liegt um einen halben Prozentpunkt über dem Vorjahreswert.

Insgesamt bedeuten die 29.711 Arbeitslosen eine Zunahme der Arbeitslosenzahl um 340 gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zum August 2003 stieg die Zahl der betroffenen Männer um 310, bei den Frauen um 30 an. Allerdings entwickelte sich von Juli auf August die Frauenarbeitslosigkeit ungünstiger. Ende des Monats waren 4.220 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Arbeit, 54 mehr als Ende Juli. Das ist ein geringer Anstieg, obwohl es noch einmal zu 1.225 Arbeitslosmeldungen im August kam. Im gleichen Zeitraum haben über 1.100 ihre Arbeitslosigkeit beenden können, 440 wegen Arbeitsaufnahme und 344 wegen Beginn einer Ausbildung.

Seit Jahresbeginn registrierten die Vermittlungsfachkräfte 8.415 Arbeitslosmeldungen von Jugendlichen, fast 800 mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Arbeitslosenzahl ist gegenüber dem Vorjahr trotzdem nicht angestiegen. Durch die verstärkte Betreuung arbeitsloser Jugendlicher in der Agentur werden die speziellen Probleme und Erfordernisse für eine erfolgreiche Integration speziell abgeklärt. Seit Jahresbeginn haben 718 Jugendliche Mobilitätshilfen, davon 64 als Umzugskosten erhalten. Ebenso bieten Trainingsmaßnahmen gute Voraussetzungen, um den Kenntnisstand und die Eignung zu prüfen. Zusätzlich dazu sind geeignete Einrichtungen mit der Betreuung und Vermittlung von Jugendlichen beauftragt.

Im August erhöhte sich wie in den Monaten zuvor die Zahl der Langzeitarbeitslosen weiter. Insgesamt sind 13.278 Frauen und Männer länger als zwölf Monate arbeitslos, das sind fast 45 Prozent aller Arbeitslosen. Vor einem Jahr lag dieser Anteil noch bei 41 Prozent, damals gab es 1.586 weniger. Der höchste Anteil an Langzeitarbeitslosen wird im Landkreis Nordhausen mit 46,8 Prozent ausgewiesen, aber auch im Bezirk der Geschäftsstelle Leinefelde liegt er mit 46 Prozent überdurchschnittlich hoch. In den nächsten Monaten sind deshalb speziell für Langzeitarbeitslose Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Vorbereitung. Außerdem verstärken sich die Vermittlungsbemühungen mit Hilfe von Trainingsmaßnahmen, in denen auf spezielle Jobangebote die Eignungsfeststellung und Kenntnisvermittlung erfolgen soll. Zur Einarbeitung in den ersten Monaten können auch Eingliederungszuschüsse durch die Arbeitsvermittler angeboten werden.

Durch die speziellen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose wird der Bestand an Teilnehmern bis zum Jahresende leicht ansteigen, auch wenn im August ein Rückgang der Beschäftigtenzahl gegenüber dem Vormonat auf 942 auftrat. In Strukturanpassungsmaßnahmen waren noch 697 Männer und Frauen beschäftigt, 77 weniger als vor vier Wochen. Diese Maßnahmen werden Ende 2005 auslaufen, deshalb erfolgte in diesem Jahr bereits keine Bewilligung von neuen Maßnahmen. Insgesamt sind im zweiten Arbeitsmarkt ein Drittel weniger Arbeitnehmer tätig als vor einem Jahr.

Aus dem ersten Arbeitsmarkt gingen 520 Stellenangebote ein, für diesen Monat eine ungewöhnlich niedrige Anzahl. Aus dem verarbeitenden Gewerbe kamen 68 und aus dem Baugewerbe 70 Stellenangebote. Handel und Gastgewerbe suchten 56 Arbeitskräfte und Betriebe, die Dienstleistungen für Unternehmen erbringen, gaben 36 Angebote ab, nur halb so viele wie im Juli. Im Verlauf des Berichtsmonats wurden 579 Stellen besetzt, 32 in der Land- und Forstwirtschaft, 40 im verarbeitenden Gewerbe und 78 in Unternehmen des Baugewerbes.

Der Handel und die Gaststätten nahmen 50 Arbeitskräfte auf, und in öffentlichen Verwaltungen und Sozialversicherungen wurden 160 Personen eingestellt. In vorwiegend kleine Unternehmen, die öffentliche und Dienstleistungen erbringen, gingen 108 Beschäftigte, aus diesem Bereich kamen im August wieder über 100 Stellenangebote.
Autor: nnz

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