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Bilanz der Kreissparkasse vorgestellt

Erfolge und Probleme im Jubiläumsjahr

Donnerstag, 12. Januar 2017, 11:48 Uhr
Am Abend wird die Nordhäuser Kreissparkasse zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang in das Theater einladen. Tradition hat aber auch die Bilanz-Pressekonferenz, die vor wenigen Minuten zu Ende gegangen ist…

Von links: Thomas Seeber (Vorstand), Wolfgang Asche (Vorstandsvorsitzender), Sebastian Gräser (Vorstandssekretär) (Foto: nnz) Von links: Thomas Seeber (Vorstand), Wolfgang Asche (Vorstandsvorsitzender), Sebastian Gräser (Vorstandssekretär) (Foto: nnz)
Das Jahr 2016 stand für die Nordhäuser Sparkasse ganz im Zeichen des 175jährigen Bestehens. „Dabei wollten wir als regionales Unternehmen den Menschen und Kunden in unserem Landkreis zeigen, was uns ausmacht - dass bei der Kreissparkasse Nordhausen auch Menschen arbeiten, die hier leben und verwurzelt sind“, sagte Wolfgang Asche, Vorstandsvorsitzender, anlässlich der Präsentation der Geschäftszahlen am Vormittag. „Mehr als 200 Sparkassenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter legten bei vielfältigen Aktionen unter dem Titel ‘Von Mensch zu Mensch’ selbst Hand an.“

Insgesamt konnten 50 Aktionen und Projekte realisiert werden. Dabei fielen über 1.300 ehrenamtliche Stunden und mehr als 14.000 Euro für Sachmittel an, zum Beispiel für Farbe und Pinsel, Kuchen, Pflanzen und vielem mehr. Unvergessen sind die Einsätze auf der Burgruine Hohnstein oder beim Tanzen in der Lebenshilfe.

Im Jubiläumsjahr fanden auch zahlreiche Gelder aus den Gewinnen der PS-Los-Lotterie der Sparkassen ihren Weg in den Landkreis Nordhausen. Bei der Vereinsaktion „Scheine für Vereine“ stimmten über 9.000 Kundinnen und Kunden des Nordhäuser Geldinstitutes ab – 52 Vereine freuten sich am Ende über je 1.750 Euro aus den PS-Los-Zweckerträgen. Zudem flossen im Rahmen des Benefizkonzertes des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen mit Heinz-Rudolf Kunze jeweils 25.000 Euro an den Kreissportbund, die Jugendkunstschule und das Bleicheröder Klubhaus.

Die Wanderschuhe wurden auf den „Jubiläumswegen“ in den Bleicheröder Bergen und rund um Neustadt geschnürt. Die zwei Open-Air-Veranstaltungen im Gehege begeisterten vor allem die Jüngsten und die Junggebliebenen; zudem rundeten die Sparkassen-Kulturtage, das Mini-Mathematikum, diverse Ausstellungen in der Sparkassengalerie und vieles mehr das Jubiläumsjahr ab.

„Wir denken, dass wir mit unseren vielfältigen Aktionen sehr viel in die Region und an die Menschen hier zurückgeben konnten“, so Asche weiter. „Die persönliche Nähe zu den Kunden galt vor 175 Jahren und gilt auch weiterhin.“ Die Sparkasse ist mit 12 Filialen, die mit Mitarbeitern besetzt sind und acht SB-Filialen im Landkreis vertreten, zudem mit einem eigenen telefonischen Service Center sowie mobil via Sparkassen-App und dem Online-Banking. Asche betont: „Wir überlassen es unseren Kunden, wie Sie mit uns in Kontakt treten wollen. Egal ob persönlich, telefonisch oder per Internet – ganz nach Ihrem Geschmack.“

Vielleicht auch deshalb blickt die Sparkasse auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurück. In der Bilanz stehen 1,126 Milliarden Euro. Die Anzahl der Privatgirokonten stieg trotz des anhaltenden Einwohnerrückgangs im Landkreis leicht auf 44.888 an. Die Kundeneinlagen erhöhten sich in einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld auf 930 Millionen Euro. Viele Anleger sind sich inzwischen darüber bewusst, dass die Voraussetzung für eine erfolgreiche Vermögensbildung und -anlage eine ausgeglichene Strukturierung der Anlageklassen ist. Aus diesem Grund stieg die Nachfrage nach Wertpapieren und die Sparkasse betreute zum Jahresende 136 Millionen Euro an Wertpapiervermögen in den Depots, ein Plus von 14 Prozent zum Vorjahr. Aber auch das machte Wolfgang Asche mit Blick auf den Finanzmarkt deutlich: “Es findet ein Umdenken bei Kostenlos-Anbietern statt. Mangels alternativer Ertragsquellen im Hinblick auf die anhaltende Niedrigzinspolitik lassen sich diese Angebote auf Dauer nicht Aufrecht erhalten. Niemand kann es sich leisten, umsonst zu arbeiten. Gebühren sind in einem kostenfreien Angebot stets gut versteckt - oder die angebotenen Dienstleistungen nicht miteinander vergleichbar.” Die nnz hatte bereits Ende vergangenen Jahres darüber ausführlich berichtet.

„Der Zuwachs bei den Kundeneinlagen wurde somit sinnvoll in das regionale Kreditgeschäft investiert, was wiederum Wachstum vor Ort ermöglichte“, erläutert der Vorstandsvorsitzende. „Mit diesen Ergebnissen festigen wir unsere Position als Marktführer. Viele Menschen erfüllen sich mit uns ihren Traum von den eigenen vier Wänden.“ Das Vertrauen der Kunden in die Sparkasse war auch im Jahr 2016 ungebrochen. Das betreute Geldvermögen stieg wiederholt an. Unter Einrechnung des Wertpapier- und Bauspargeschäft liegt das Geldvermögen der Sparkassenkunden um 2,6 Prozent höher als im Jahr 2015. Damit betreut die Sparkasse über 1,1 Milliarden Euro an Kundenvermögen. Die Einlagen aller Kunden bei der Sparkasse stiegen dabei um 7 Millionen. Euro auf 930 Millionen Euro an. Das entspricht einem leichten Plus von 0,8 Prozent. Die Gelder von privaten Haushalten betragen zum Bilanzstichtag 715 Millionen Euro und legten um drei Prozent zu. Damit hatte jeder Privatgirokunde im Durchschnitt 15.922 Euro direkt bei der Sparkasse angelegt, ein Plus zum Vorjahr von 2,7 Prozent.

Ein Rekordergebnis erreichte das Kreditinstitut im Unternehmens- und Wohnungsbaukreditgeschäft. Die Kredite an Kunden stiegen um vier Prozent auf einen neuen Höchstwert: 611 Millionen Euro standen am Jahresende in der Bilanz. Der Zuwachs bei den Kundeneinlagen wurde somit sinnvoll in regionales Kreditgeschäft investiert, was wiederum Wachstum vor Ort ermöglichte. “Im Kreditgeschäft festigten wir mit den erreichten Ergebnissen die Position des Marktführers. Mit einem Plus von 21 Millionen Euro oder acht Prozent stieg das Kreditvolumen an private Kunden auf einen neuen Höchststand von 277 Millionen Euro. Bei den Wohnungsbaudarlehen sagten wir 60 Millionen Euro neu zu. Unsere starke Marktposition bei den Unternehmen und Selbständigen sowie der Finanzierung der öffentlichen Hand unterstrichen wir mit Zusagen von 46 Millionen Euro.” Fazit: Viele der Kunden erfüllten sich mit der Kreissparkasse ihren Traum von den eigenen vier Wänden und viele Unternehmen konnten ihre Projekte mit der Sparkasse realisieren. Letztendlich sei das auch ein Ausdruck der gestiegenen Einnahmekraft der Kunden und damit auch des robusten Arbeitsmarktes in der Region.

Die Sparkasse ist ein kundenorientiertes Finanzdienstleistungsunternehmen und spürt den Wandel um Kundeverhalten. Immer mehr Menschen nutzen den telefonischen Service oder das Online-Banking für die Erledigung ihrer Aufträge, mehr als 5.000 sind aktive Sparkassen-App-Nutzer. Internetfiliale und Sparkassen-App wurden 2016 einer Schönheitskur unterzogen und neue Funktionen integriert. Beispielsweise die Foto-Überweisung, bei der Rechnungen einfach abfotografiert werden, oder KWITT, bei dem Geld einfach an Smartphone-Nutzer gesendet oder von ihnen angefordert werden kann. Aber auch der telefonische Service gewinnt an Bedeutung. Mehr als 160.000 Anrufe wurden im letzten Jahr entgegengenommen, Tendenz steigend.

“Wenn sich die Ansprüche und Erwartungen unserer Kunden ändern, stellen wir uns darauf ein. Das bedeutet auch: der Bedarf in den Geschäftsstellen ändert sich deutlich. Abwicklungs- und Transaktionsaufgaben werden immer stärker online erledigt. Deshalb passen wir ab Februar 2017 bei den mitarbeiterbesetzten Filialen die Kassenzeiten an die geänderte Kundenfrequenz an. Die Kunden, die diesen Service nutzen, wurden bereits darüber informiert. In der Hauptstelle in Nordhausen bleibt die Kassenöffnungszeit wie gewohnt werktags von 8 bis 18 Uhr bestehen. Ebenfalls bestehen bleiben die persönlichen Beratungszeiten an allen Standorten im Zeitrahmen von 8 bis 20 Uhr oder bei Bedarf darüber hinaus nach Terminvereinbarung.” Darüber hatte die nnz bereits im vergangenen Jahr ausführlich berichtet. Die „reinen“ Kassen- und Servicezeiten werden ab Februar dieses Jahres reduziert, Vorreiter dafür sind die Standorte Wipperdorf und Sollstedt, die von einem Mitarbeiterteam betreut werden.

Die Sparkasse und die Sparkassenstiftung engagieren sich in sehr vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. “Für uns ist gesellschaftliches Engagement keine Worthülse, sondern wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Dabei bilden die im Wettbewerb erwirtschafteten Überschüsse die Grundlage des Engagements der Sparkasse für Menschen und Vereine im Landkreis Nordhausen. Kunst und Kultur, Sport, Jugend und Soziales, Bildung oder Umwelt – die Bandbreite der Unterstützung ist so vielfältig wie die Menschen selbst” zählt der Vorstandsvorsitzende auf.

Aus den Überschüssen der PS-Los-Lotterie partizipierte der Landkreis Nordhausen im letzten Jahr mit mehr als 200.000 Euro. Spenden, Sponsoring und Stiftungsmittel summierten sich ebenfalls auf über 200.000 Euro. Hinzu kommt die Ausschüttung an den Träger für gemeinnützige Zwecke. Insgesamt beliefen sich das Fördervolumen und die Ausschüttung im Jubiläumsjahr auf über eine Million Euro, Geld, das direkt in die Region zurückgeflossen ist.

Wohin das Geld der Nordhäuser Kreissparkasse in den kommenden Jahren fließen wird, das ist in den politischen Sternen zu finden, schließlich steht auch den KREISsparkassen irgendwann eine Zuschnittsänderung der Landkreise ins Haus.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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