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Dank an Unterstützer?

Eine Frau klettert auf die Berge und sagt Danke

Mittwoch, 28. Dezember 2016, 07:03 Uhr
Es gibt viele Möglichkeiten, sich für Hilfe und Unterstützung zu bedanken. Klar, die einfachste ist eine Pressemitteilung aus dem Verein oder der Organisation. Nur: eine Frau aus Nordhausen macht es sich so einfach nicht...

Fast angekommen und Grüße an das Jugendsozialwerk. (Foto: privat) Fast angekommen und Grüße an das Jugendsozialwerk. (Foto: privat)
Grüße von fast ganz oben an das Jugendsozialwerk als Dank für die Unterstützung der Arbeit im Familienzenrum

Sie hat in den vergangenen Jahren die höchsten Berge dieser runden Weltenkugel bestiegen: Im Jahr 2013 den Kilimandscharo mit 5.895 Metern. Ein Jahr später den Elbrus mit 5.642 Meter und im vergangenen Jahr den Mont Blanc mit 4.809 Meter.

Vivian Grabe ist die Frau. Sie ist die Leiterin des Familienzentrums in der Nordhäuser Puschkin-Straße. Natürlich ist da zuerst das Jugendsozialwerk als Träger der Einrichtung in der finanziellen Pflicht, dann vielleicht noch - je nach Kassenlage - die Kommune.

Aber es sind oft die Kleinigkeiten, die gebraucht werden und die in keinem Finanz- oder Haushaltsplan zu finden sind. Dann ist Vivian Grabe unterwegs, "putzt die Klinken" von Unternehmen und Institutionen, auch die der JuSoWe-Chefs. Es sind viele, die mit kleinen oder großen Spenden helfen. Zum Beispiel die Kreissparkasse Nordhausen, die nie Nein sagt, wenn es ein besonderes Projekt zu unterstützen gilt.

Wie ihnen nun aber danken? Vivian Grabe hat sich was ganz besonderes einfallen lassen. Sie gestaltet Plakate, auf denen sie ihren Dank schreibt und "schleppt" die Teile mit auf die Berge. Oder sie demonstriert in mehr als 5.000 Meter Höhe - wie 2014 gegen den Einmarsch von Israel in den Gaza-Streifen.

In diesem Jahr war das Besteigen und Zeigen von Postern etwas anders. Die Expedition, der sich die Nordhäuserin angeschlossen hatte, musste aufgeben. Etwas mehr als 600 Höhenmeter fehlten am Erreichen des Gipfels des Aconcagua in Südamerika. Der liegt bei exakt 6.962 Meter und ist damit höchste Berg außerhalb Asiens.

"Die Natur hatte entschieden, dass es nicht weiterging", formulierte Frau Grabe im Gespräch mit der nnz. Im Basislager auf 4.600 Meter begann die Aklimatisation. Über mehrere Tage mehrere Aufstiege, dann wieder zurück. Die trockene Luft tat ihr übrigens, mindestens sechs Liter Wasser am Tag trinken. Doch letztlich spielte die Natur nicht mit, es wurde zu gefährlich. "Ich will in zwei Jahren, die Tour noch einmal in Angriff nehmen", sagt die heute 45jährige, die weiß, dass die fehlenden 600 Meter rund 11 Stunden Schinderei bedeuten. In fünf Jahren will sie auf dem Mount Everest stehen und wieder ein Plakat schwenken. Mal sehen, ob das klappt, zu wünschen ist es ihr.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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