Deutschland 2016: Gefährliche Wetterereignisse und Wetterschäden
Der Überblick (Teil 2)
Sonntag, 25. Dezember 2016, 14:04 Uhr
Auch im vergangenen Jahr traten deutschlandweit viele extreme Wetterlagen auf, die durch ihre Auswirkungen, vor allem Sturm, Starkniederschläge, Blitzschlag, Nebel, Glätte, Hagel und Tornados, direkt oder indirekt zahlreiche Menschenleben forderten. Dazu ein Überblick in drei Teilen - Teil 1...
Unwetter sorgen regelmäßig in Deutschland für empfindliche Störungen der Infrastruktur. Gelegentlich sind diese von katastrophalem Ausmaß, immer jedoch begleitet von beträchtlichen volkswirtschaftlichen Schäden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat den Wetterverlauf des Jahres der letzten 12 Monate Tag für Tag und rund um die Uhr überwacht, etwa 30.000 Mal frühzeitig über Internet, DWD-WarnWetter-App und über die Medien vor gefährlichen Wettersituationen gewarnt.
Auch für 2016 hat der DWD wieder eigene Beobachtungen, Zumeldungen der Nutzer von DWD-Warnungen sowie Medienberichte über Schäden durch extreme Wettersituationen in Deutschland, insbesondere durch Hagel und Tornados, gesammelt und nach bestem Wissen und Gewissen ausgewertet. Die Berichte beschreiben lokale Katastrophen ebenso wieungewöhnliche, skurrile Situationen. Insgesamt erh eben sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder letzte Detailtreue. Trotzdem zeigen sie, nach Monaten getrennt und beginnend im Dezember 2015, die Gefahren durch Wetterextreme auf unser Dasein.
Namen wie Braunsbach oder Simbach am Inn werden in diesem Zusammenhang lange in Erinnerung bleiben. Die Zusammenstellung liest sich wie ein Szenario des Schreckens der Naturgewalten, die uns umgeben. Sie zeigt gleichzeitig die Notwendigkeit von Vorsorgemaßnahmen und von möglichst kurzen Reaktionszeiten der Katastrophenschutzeinrichtungen vor Ort nach Herausgabe amtlicher Unwetterwarnungen durch den Deutschen Wetterdienst.
Auf einem Trödelmarkt in Krefeld (NRW) wirbelten am 9. kräftige Windböen u. a. ein großes Zelt durch die Luft. Am 12. wurde ein Jugendlicher bei Obrigheim (RP) durch einen Blitzschlag schwer verletzt. Am 13. verursachten linienhaft angeordnete Gewitter im Süden und Osten Bayerns schwere Schäden. So kam es beispielsweise in Bad Tölz zu Überflutungen, bei Traunstein fuhr ein Güterzug gegen einen umgestürzten Baum und in Passau bliesen Sturmböen ein Baugerüst auf haltende Autos. Warnbaken wurden beim Autobahnkreuz Deggendorf auf die Fahrbahn geweht und in Straubing löste sich das Dach eines Abbruchhauses. Durch Blitzschlag geriet am 15. in Großburgwedel (NI) ein Dachstuhl in Brand. Auf der A9 bei Dessau-Roßlau (ST) kam es infolge von Wasserglätte zu einer Massenkarambolage mit 39 Fahrzeugen.
Starkniederschläge verursachten am 16. in Müllheim (BW) einen Hangrutsch. Windböen deckten in Asperg (BW) Dächer ab und wehten Marktschirme um - dabei wurden zwei Personen verletzt. Auf der A81 bei Ludwigsburg beschädigten auf die Fahrbahn gewehte Äste einige Fahrzeuge.
Am 17. geriet nach Starkniederschlägen bei Kandern (BW) ein 9-jähriger in die reißenden Fluten eines hochwasserführenden Baches - er wurde tot geborgen. Im Kreis Waldshut verunglückte ein Kanufahrer tödlich in den Fluten der Alb. In Freiburg und Umgebung führte Hochwasser zu überfluteten Kellern. Ein Blitzschlag beschädigte im Bereich Grunern (BW) ein Hauptkabel der Telekom - 120 Telefonanschlüsse waren daraufhin mehrere Tage gestört. Durch aufgewirbelten Sand kam es am 19. bei Wolgast (MV) zu Verkehrsbehinderungen - die Sichtweite betrug zeitweise nur einige Meter.
Winterliche Wetterbedingungen mit Glätte führten vom 24. bis 28. zu zahlreichen Unfällen auf den Straßen. So fuhren auf der A23 nahe Albersdorf (SH) 20 Fahrzeuge ineinander. Auf der A2 bei Rheda-Wiedenbrück (NRW) geriet ein Fahrzeug ins Schleudern und durchbrach die Mittelleitplanke. Am Rennsteig rutschte ein Linienbus in den Graben und bei einer Massenkarambolage auf der A7 im Allgäu kam eine 18-jährige zu Tode. Bei Abensberg (BY) rammte ein Fahrzeug, das beim Überholen ins Schleudern geriet, ein weiteres Fahrzeug, das daraufhin gegen einen Brückenpfeiler stieß. Dabei starb eine Person, eine weitere wurde schwer verletzt. Nahe BaIingen (BW) fuhr ein Junge im Schneetreiben mit seinem Fahrrad auf ein geparktes Auto und erlitt dabei schwere Verletzungen. Im Bereich Neumünster (SH) sowie bei Schriesheim (BW) gab es Schneebruch. In Bremen, Velbert (NRW) und Berlin schlugen mehrere Blitze in Häuser ein - in Bremen kam es dadurch zu einem Brand.
Hagel: Am 5. in Zinnwald mit Bildung einer Eisdecke, am 6. in Potsdam mit Hagelkorndurchmesser bis 6 mm, am 7. in Aachen-Orsbach, am 12. bei Heilbronn (Kirschblüten beschädigt) und Bruchsal mit Hagelkorndurchmesser von etwa 2 cm sowie auf der Schwäbischen Alb. In Schechingen wurden über 3000 Ostereier am Osterbrunnen zerstört. Ebenfalls Hagel am 13. am Alpenrand und nahe der Alpen: In Bad Tölz sorgte kleinkörniger Hagel für weiße Straßen und verstopfte Abläufe und Dachrinnen, in Teisendorf kam es zu Schäden auf Schienen durch Astwerk. Hagel auch am 16. in Hameln, am 24. in Albersdorf (Kr. Dithmarschen/SH) mit der Folge einer Massenkarambolage, in Cuxhaven owie in Melsungen/Nordhessen, am 25. in Sankt Peter-Ording, am 26. in Ostfriesland und bei Hornbek (Herzogtum Lauenburg, SH) mit Unfällen auf Autobahnen, in Lindenberg und Rheinstetten, am 27. in Cuxhaven, am 28. in Seehausen mit Hagelkorndurchmesser von etwa 5 mm, sowie in Gera-Leumnitz.
Tornados: Zwei Meldungen am 25. über der Ostsee vor Nienhagen (Kr. Rostock) und vor Lohme auf Rügen.
In Vilshofen (Kr. Passau) und Straubing schlugen Blitze in Wohnhäuser ein. Dabei wurde in Straubing ein Kamin zerstört. In Frankfurt kam es auf dem Flughafen zu ca. 50 Flugausfällen, ein Querbahnsteig des Hauptbahnhofes und ein Einkaufszentrum standen unter Wasser. Schwere Gewitter richteten am 22. in Ostwestfalen zahlreiche Schäden an. Beispielsweise deckten Sturmböen in Minden Dächer ab und stürzten Bäume um - die einsturzgefährdeten Häuser wurden evakuiert.
Bei Paderborn wurde ein Windkraftrad beschädigt. Weitere Unwetter am 23. brachten von Sachsen bis Schleswig-Holstein neben überschwemmten Straßen, überfluteten Grundstücken und vollgelaufenen Kellern u. a. folgende Schäden: eine Gerölllawine ergoss sich bei Schmilka (Sächsische Schweiz) über Gleise und legte den Bahnverkehr zwischen Prag und Dresden lahm. Die Lok eines Güterzuges entgleiste. In Bischofswerda wurde eine Brücke weggespült. Blitzeinschläge setzten im Erzgebirge mehrere Dachstühle in Brand und im Kr. Ludwigslust-Parchim (MV) brannte ein Reetdachhaus bis auf die Grundmauern ab.
Heftige Unwetter führten ab dem 27. in verschiedenen Teilen Deutschlands zu Schäden in Folge von Starkniederschlägen und Blitzeinschlägen. Am 27. traf es den Bereich von der Eifel bis ins Rhein-Main-Gebiet. Es kam in der Eifel und an der Mosel zu Erdrutschen. Dadurch entgleiste ein Regionalzug und Schlamm ergoss sich in Ortschaften. Die Wiesbadener Innenstadt stand unter Wasser und in Hofheim musste ein Einkaufszentrum nach Überschwemmung evakuiert werden. Am 28. trafen die Unwetter vor allem die Mitte und den Südwesten Deutschlands. U. a. wurden auf einem Fußballplatz in Hoppstädten (Kr. Birkenfeld, RP) 33 Personen, darunter 29 Kinder, von einem Blitz getroffen – drei Männer wurden schwer verletzt. In Kaiserslautern wurden zahlreiche Straßenzüge überflutet. Die A6 wurde
wegen Unwetterschäden und die Zugstrecke nach Ottenbach wegen unterspülter Gleise gesperrt. Am 29. lag der Schwerpunkt der Dauerniederschläge in Hessen und in Süddeutschland. Bäche schwollen an und rissen Autos mit, Erdrutsche blockierten Straßen, Blitzschläge verursachten Dachstuhlbrände und Häuser waren nach Überflutung einsturzgefährdet. Durch Braunsbach (bei Schwäbisch-Hall, BW), flossen die reißenden Fluten zweier Flüsse und in Schotten (Vogelsberg, HE) wälzte sich eine Schlamm- und Gerölllawine durch den Ort. In Schwäbisch Hall ertranken zwei Männer in der Kanalisation und einer in Weißbach bei Heilbronn in einer Tiefgarage. Am 30. traf es vor allem Nordrhein-Westfalen. Im Ruhrgebiet beispielsweise standen in mehreren Städten Unterführungen, Straßen und Keller unter Wasser und Blitzschläge in Stellwerke und Oberleitungen legten den Bahnverkehr zeitweise und streckenweise lahm.
Hagel: Zahlreiche Meldungen aus unterschiedlichen Regionen. Am 3. in Konstanz mit geringem Korndurchmesser, am 13. im Westerwald sowie in Teilen Hessens, Baden-Württembergs und Bayerns, am 14. führten im Hochsauerlandkreis Hagelschauer zu Straßenglätte und schlechter Sicht - ein Autofahrer starb bei einem Unfall, am Bodensee. Am 15. führte Hagel in Hamburg zu Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen, am 16. hagelte es abends in Arkona; am 22. in Niedersachsen, Ostwestfalen und Westbayern (Fahrzeuge wurden beschädigt, Scheiben zerbrachen). Hagel auch am 23. gebietsweise in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen – die Korndurchmesser reichten bis 5 cm, z. B. in Salzenfrost/Kr. Bautzen, SN). Am 24. fiel Hagel in Brandenburg im Kreis Märkisch-Oderland - es bildete sich eine Hageldecke und in Althüttendorf (Kr. Barmin) erreichte der Korndurchmesser 5 cm). Hagel auch am 27. in der Eifel, an der Mosel (entlaubte Weinberge), in Südhessen, Rhein-Main-Gebiet und in der Wetterau - Hageldecken mit Höhen bis 40 cm führten zu Straßensperrungen, in Kriftel wurde die tlw. die Obsternte vernichtet. In Baden-Württemberg und den bayerischen Alpen lagen die Korndurchmesser bei 4 cm. Am 28. Hagel auch in der Rhön, am 29. in Hannoversch-Münden mit taubeneigroßen Hagelkörner, deren Last das Dach eine Lagerhalle zum Einsturz brachte, in Eibenstock im Erzgebirgskreis, im Vogelsbergkreis und im Rheingau sowie in Teilen Süddeutschlands. Am 30. fiel Hagel in
Ruderting bei Passau sowie in Gelchsheim bei Würzburg und am 31. in Sachsen.
Tornados: Am 1. beschädigte ein Tornado in Neugöggenhofen südlich von München Dächer und Gärten. Am 15. deckte ein weiterer in Dallgow (Kr. Havelland, BB) Dächer ab und am 27. wurde ein Tornado in Raffelsbrand (Kr. Düren, NRW) über einem Waldgebiet gesichtet.
An der Ahr wurde ein Campingplatz überflutet. Durch einen Blitzschlag wurden am 3. beim Festival Rock am Ring 80 Personen teilweise schwer verletzt. In Schwäbisch Gmünd (BW) kam es zu einem Hangrutsch - die Bewohner mehrerer Häuser wurden evakuiert. Bei Pforzheim wurde die A8 unterspült und musste teilweise gesperrt werden. Am 4. geriet in Esselbach (BY) ein Wohnhaus in Brand - fünf Personen wurden verletzt. In Oberbayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz kam es ebenfalls zu massiven Überflutungen. Nahe Pirmasens musste eine Straße nach einem Hangrutsch gesperrt werden. Die A61 wurde im Landkreis Ahrweiler ebenfalls überschwemmt. Am 5. fuhr ein Zug nahe Gießen gegen einen umgestürzten Baum, wobei eine Frau verletzt wurde. Im Odenwald verschüttete ein Erdrutsch eine Straße. Die Trinkwasserversorgung in Lorch (HE) wurde wegen Verschmutzungen unterbrochen. Durch einen Blitzschlag auf einen Sportplatz wurden im Landkreis Esslingen 14 Personen verletzt - ein 12jähriger Junge lebensgefährlich. In Darmstadt verursachte ein Blitzschlag Störungen an den Bahnschranken. Durch Possendorf (SN) ergoss sich eine
Schlammlawine. In Nürnberg wurden am 6. allein 140 Häuser beschädigt - es kam zu massiven Überflutungen.
Am 7. drang in Essen bei einem Linienbus Wasser während der Fahrt durch die Türen ein. In Wuppertal wurden Räume eines Krankenhauses überflutet. Am Frankfurter Flughafen wurde auf dem Rollfeld ein Schlepperfahrer vom Blitz getroffen. Bei Langenselbold (HE) wurde die A66 wegen Überflutungen gesperrt. In Königsbach-Stein (BW) stand das Wasser 50 cm hoch - Autos wurden mitgerissen. Blitze verursachten etliche Brände. Wegen eines Hangrutsches mussten in Dirmingen (SL) fünf Häuser und in Nürtingen (BW) 14 Häuser evakuiert werden. Am 8. musste die Bahnstrecke Bretten-Mühlacker (BW) wegen Gerölls auf den Schienen gesperrt werden. In Eisleben (ST) stürzte durch Starkregen das Dach eines Baumarktes teilweise ein. In Banzkow (MV) wurde am 11. durch einen Windstoß ein 5jähriges Mädchen samt Trampolin hochgeweht und landete auf dem Hausdach. Am 12. wurde bei Kelsterbach (HE) eine ICE-Strecke überschwemmt. In Hildesheim (NI) setzte ein Blitz einen Dachstuhl in Brand.
Am 13. wurden im Elztal (BW) drei Häuser wegen ines
Hangrutsches geräumt. Durch einen Blitzschlag in einen
Verbrauchermarkt in Altenbeken (NRW) wurde eine Person verletzt. Am 14. wurde in Frankfurt/M der Südbahnhof überflutet, der Betrieb von S- und U-Bahn war durch einen Blitzschlag behindert. Auf der A66 wurde am Schiersteiner Kreuz (Wiesbaden/HE) eine Fahrspur wegen eines hochgespülten Kanaldeckels und bei Langenselbold (HE) die ganze A66 wegen Überflutung gesperrt. Blitze verursachten am 15. etliche Brände in Niedersachsen. In Werl (NRW) konnten Schüler eine Schule wegen Überflutung des Schulhofs nicht verlassen. Am Bodensee wurde am 17. wegen Dauerregen - der Damm zur Reichenau teilweise überschwemmt. Am Oberrhein musste die Schifffahrt eingestellt werden. Überflutungen der Felder führten in Südbaden zu Ernteausfällen. Im Raum Saarlouis kam es am 18. zu einem Hangrutsch. Bei Rheinfelden (BW) musste am 19. der Flugplatz Herten wegen Überflutung gesperrt werden.
Am 23. stürzten in NRW durch Orkanböen etliche Bäume um. Nach heftigen Gewittern stand am 24. in Stromberg (RLP) das Wasser bis zu zwei Meter hoch in den Straßen. In Neuhausen ob Eck wurden bei einen Musikfestival 82 Personen verletzt. Nahe Oberwesel prallte am 25. ein Zug auf einen Hangrutsch, wobei zehn Personen verletzt wurden. In Südbaden und Niederbayern kam es zu Überschwemmungen - so musste in Viechtach (BY) ein Campingplatz evakuiert werden - in Waldkirchen (BY) drang Wasser in ein Krankenhaus.
Hagel: Während der in diesem Monat immer wieder auflebenden Gewittertätigkeit fiel häufig Hagel und führte ab einer Korngröße von drei bis vier Zentimetern örtlich zu Schäden. Hagel fiel in folgenden Regionen: Am 3. in Bayern und Rheinland-Pfalz, am 5. stellenweise in einem Streifen vom Saarland und Nordrhein-Westfalen bis nach Sachsen, in Sessenbach (RP) Korndurchmesser bis 5 cm, am 6. von Nordrhein-Westfalen bis nach Bayern und Thüringen, am 7. stellenweise in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, am 8. in Rheinstetten, am 13. in Hardisleben (TH), am 15. stellenweise in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, am 16. in Konstanz und Aachen, örtlich auch in Bayern, u. a. in Ruhmannsfelden mit Korndurchmesser bis 5 cm, am 18. in Egelsberg (BY), am 23. vor allem in Nordrhein-Westfalen, z. B. in Heinsberg (bis Tennisballgröße und zahlreiche Schäden an Autos, am 24. stellenweise von Mecklenburg-Vorpommern bis nach Baden-Württemberg, so in Dettingen an der Erms mit bis zu 9 cm Durchmesser und Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen, in Hemmendorf (Dachfenster) und Biberach an der Riß, am 25. vor allem von Brandenburg und Sachsen-Anhalt bis nach Bayern, am 26. in Düsseldorf und in der Nacht vom 29. auf den 30. in Konstanz.
Tornados: Wie bei solchen Unwetterlagen nicht ungewöhnlich wurden zeitweise auch Tornados in folgenden Orten gesichtet: Am 2. in Mitterteich (BY), am 3. in Oberahr (RP), am 5. in Handewitt und Jübek (SH) sowie in Ostheim (HE), am 6. in Stadesand (SH), am 7. in Hamburg mit abgedeckten Dächern, umgestürzten Bäumen und beschädigten Autos, am 8. in Schönbronn (BW), am 12. in Taching am See (BY), am 13. in Hofbieber (HE) und Reute (BW), dort abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume und Stromausfälle, am 15. in Hilkerode (NI) und Ellrich (TH), im letzteren Ort umgestürzte Bäume und 50 abgedeckte Häuser, am 17. in Neussörnewitz (SN), am 18. in Trebnitz und Alsleben (ST).
In Frankfurt/Oder kam in einem Abwasserkanal ein Arbeiter durch plötzlich nach Starkniederschlägen auftretende Wassermassen ums Leben und Sturmböen wehten auf der Fehmarnsund-Brücke einen LKW um. Am 11. lag der Schwerpunkt der Gewitter in Sachsen und Bayern. So wurde nahe Regensburg das Dach eines Getränkemarktes teilweise abgehoben und in Neißeaue (Oberlausitz) das Dach einer Milchviehanlage beschädigt. In Tegernheim (Kr. Regensburg) beschädigte ein durch die Luft wirbelndes Dixi-Klo einen PKW. Blitzschläge verursachten etliche Brände - u. a. brannte nahe Falkenberg (Oberpfalz) eine mit Holz befüllte Scheune komplett nieder. Im Kr. Mühldorf verlor eine Frau nach einem Sturz in einen hochwasserführenden Kanal ihr Leben.
Am 13. gab es in Berlin Überschwemmungen, durch einen Blitzschlag kam es zu Störungen im S-Bahnverkehr. In Gadebusch (MV) setzte ein Blitz den Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in Brand. Am 20. knickten Sturmböen in Hamminkeln (Niederrhein) einen Strommast um und beschädigte ein Hausdach. Am 21. standen in Mechernich (Kr. Euskirchen, NRW) nach Starkniederschlägen einige Straßen bis zu anderthalb Metern unter Wasser. In Bad Gandersheim (NI) riss eine Schlammlawine mehrere Autos mit sich. In Hamburg-Billstedt wurde eine Familie aus einem teilweise überfluteten Auto gerettet. In Rheinland-Pfalz verursachten Erdrutsche Straßensperrungen. Am 22. deckten Sturmböen das Dach des Kasseler Hauptbahnhofs teilweise ab - Oberleitungen wurden durch herumfliegende Teile beschädigt. Ein Blitz verletzte drei Mitarbeiter einer Gartenbaufirma in Nortdorf (SH). In
Schwetzingen (BW) wurde ein Zeltlager abgebrochen - 60 Jugendliche und ihre Betreuer wurden evakuiert nachdem ein großes Zelt weggeflogen war.
In Passau schoben am 23. nach Starkniederschlägen die Wassermassen 20 Autos gegen eine Hauswand - ein 45-jähriger ertrank bei dem Versuch sein Auto vor den Fluten zu retten. In einer Unterführung bei Illereichen (Kr. Neu-Ulm, BY) stand auf der A7 das Wasser ein Meter hoch - ein PKW blieb darin stecken, Fahrer und Beifahrer mussten aus ihrem Auto befreit werden. In Nieder-Roden (HE) schlug ein Blitz in das Zelt eines Weinfestes und verletzte 17 Personen. Am 25. und 26. lag der Schwerpunkt der Unwetter in Bayern, wo in Puchheim in einem Discounter Teile der Deckenverkleidung herabstürzten, nachdem Wasser in die Zwischendecke eingedrungen war. Am 27. traf es die Osthälfte Deutschlands. In Wittenberge an der Elbe setzte ein Blitz ein Styroporlager in Brand und in Berlin wurden neben Straßen auch U-Bahnhöfe von den Wassermassen geflutet. Der Gleimtunnel wurde wegen Überflutung gesperrt - darin geparkte Autos (die bis zum Dach unter Wasser standen und wegschwammen) verkeilten sich ineinander. Am 28. lag der Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen. In Münster beispielsweise wurde eine Frau schwer verletzt, als ein Baum auf ihr Auto fiel und am Niederrhein setzten Blitze 2 Dachstühle in Brand.
Hagel: Auch im Juli wurden zahlreiche Hagelfälle beobachtet. Am 2. fiel im Berchtesgadener Land auf der B20 eine bis zu 15 cm hohe Hagelschicht, die mit dem Schneepflug geräumt werden musste. Am 3./5./6. örtlich Hagel an Schleswig-Holsteins Nordseeküste und auf Rügen, am 11. auf Rügen, am Bodensee sowie in Bayern von der Oberpfalz bis zu den Alpen (Korndurchmesser örtlich bis 4 cm, am Tegernsee Schäden an Fahrzeugen), am 12. örtlich im Südwesten Baden-Württembergs, am 13. in Berlin und in Haldesleben (nordwestlich von Magdeburg) lagen zeitweise Hageldecken auf den Straßen, Hagel auch in Offenbach am Main, am 21. örtlich in Schleswig-Holstein, im südlichen Niedersachsen, in Nordrhein-Westfalen sowie im Alpenvorland, am 22. in Hamburg und Paderborn, am 23. örtlich am Oberrhein, am Bodensee und im Südosten Bayerns, vom 25. bis 27. und am 31. örtlich am Bodensee, im Alpenvorland und am Alpenrand.
Tornados: Am 2. wurde vor Cuxhaven über der Elbmündung ein Tornado über der Nordsee beobachtet. Am 5. war ein Tornado im ostholsteinischen Dahme zahlreiche Strandkörbe. Ein weiterer deckte am 28. im oberbergischen Wiehl (NRW) 15 Hausdächer teilweise ab und ließ Bäume auf Autos und Stromleitungen fallen. Am 31. wurde vor St. Peter-Ording ein Tornado gesichtet, später auch einer vor der Nordwestspitze der Insel Fehmarn.
Autor: redUnwetter sorgen regelmäßig in Deutschland für empfindliche Störungen der Infrastruktur. Gelegentlich sind diese von katastrophalem Ausmaß, immer jedoch begleitet von beträchtlichen volkswirtschaftlichen Schäden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat den Wetterverlauf des Jahres der letzten 12 Monate Tag für Tag und rund um die Uhr überwacht, etwa 30.000 Mal frühzeitig über Internet, DWD-WarnWetter-App und über die Medien vor gefährlichen Wettersituationen gewarnt.
Auch für 2016 hat der DWD wieder eigene Beobachtungen, Zumeldungen der Nutzer von DWD-Warnungen sowie Medienberichte über Schäden durch extreme Wettersituationen in Deutschland, insbesondere durch Hagel und Tornados, gesammelt und nach bestem Wissen und Gewissen ausgewertet. Die Berichte beschreiben lokale Katastrophen ebenso wieungewöhnliche, skurrile Situationen. Insgesamt erh eben sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder letzte Detailtreue. Trotzdem zeigen sie, nach Monaten getrennt und beginnend im Dezember 2015, die Gefahren durch Wetterextreme auf unser Dasein.
Namen wie Braunsbach oder Simbach am Inn werden in diesem Zusammenhang lange in Erinnerung bleiben. Die Zusammenstellung liest sich wie ein Szenario des Schreckens der Naturgewalten, die uns umgeben. Sie zeigt gleichzeitig die Notwendigkeit von Vorsorgemaßnahmen und von möglichst kurzen Reaktionszeiten der Katastrophenschutzeinrichtungen vor Ort nach Herausgabe amtlicher Unwetterwarnungen durch den Deutschen Wetterdienst.
April 2016
Der April startete nochmal mit Schnee. Dadurch kam es am 1. in Hessen, Thüringen und Sachsen zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen und Staus. So erlitt auf der A5 ein LKW-Fahrer nahe Alsfeld bei einer Kollision mit weiteren LKWs schwere Verletzungen. Umgestürzte Bäume blockierten teilweise die Straßen. Auf der A73 kippte bei Suhl ein Laster um und im Osterzgebirge prallte ein PKW-Fahrer gegen einen Baum. Am 5. verursachte ein Blitz bei Burg Stargard (MV) einen Dachstuhlbrand.Auf einem Trödelmarkt in Krefeld (NRW) wirbelten am 9. kräftige Windböen u. a. ein großes Zelt durch die Luft. Am 12. wurde ein Jugendlicher bei Obrigheim (RP) durch einen Blitzschlag schwer verletzt. Am 13. verursachten linienhaft angeordnete Gewitter im Süden und Osten Bayerns schwere Schäden. So kam es beispielsweise in Bad Tölz zu Überflutungen, bei Traunstein fuhr ein Güterzug gegen einen umgestürzten Baum und in Passau bliesen Sturmböen ein Baugerüst auf haltende Autos. Warnbaken wurden beim Autobahnkreuz Deggendorf auf die Fahrbahn geweht und in Straubing löste sich das Dach eines Abbruchhauses. Durch Blitzschlag geriet am 15. in Großburgwedel (NI) ein Dachstuhl in Brand. Auf der A9 bei Dessau-Roßlau (ST) kam es infolge von Wasserglätte zu einer Massenkarambolage mit 39 Fahrzeugen.
Starkniederschläge verursachten am 16. in Müllheim (BW) einen Hangrutsch. Windböen deckten in Asperg (BW) Dächer ab und wehten Marktschirme um - dabei wurden zwei Personen verletzt. Auf der A81 bei Ludwigsburg beschädigten auf die Fahrbahn gewehte Äste einige Fahrzeuge.
Am 17. geriet nach Starkniederschlägen bei Kandern (BW) ein 9-jähriger in die reißenden Fluten eines hochwasserführenden Baches - er wurde tot geborgen. Im Kreis Waldshut verunglückte ein Kanufahrer tödlich in den Fluten der Alb. In Freiburg und Umgebung führte Hochwasser zu überfluteten Kellern. Ein Blitzschlag beschädigte im Bereich Grunern (BW) ein Hauptkabel der Telekom - 120 Telefonanschlüsse waren daraufhin mehrere Tage gestört. Durch aufgewirbelten Sand kam es am 19. bei Wolgast (MV) zu Verkehrsbehinderungen - die Sichtweite betrug zeitweise nur einige Meter.
Winterliche Wetterbedingungen mit Glätte führten vom 24. bis 28. zu zahlreichen Unfällen auf den Straßen. So fuhren auf der A23 nahe Albersdorf (SH) 20 Fahrzeuge ineinander. Auf der A2 bei Rheda-Wiedenbrück (NRW) geriet ein Fahrzeug ins Schleudern und durchbrach die Mittelleitplanke. Am Rennsteig rutschte ein Linienbus in den Graben und bei einer Massenkarambolage auf der A7 im Allgäu kam eine 18-jährige zu Tode. Bei Abensberg (BY) rammte ein Fahrzeug, das beim Überholen ins Schleudern geriet, ein weiteres Fahrzeug, das daraufhin gegen einen Brückenpfeiler stieß. Dabei starb eine Person, eine weitere wurde schwer verletzt. Nahe BaIingen (BW) fuhr ein Junge im Schneetreiben mit seinem Fahrrad auf ein geparktes Auto und erlitt dabei schwere Verletzungen. Im Bereich Neumünster (SH) sowie bei Schriesheim (BW) gab es Schneebruch. In Bremen, Velbert (NRW) und Berlin schlugen mehrere Blitze in Häuser ein - in Bremen kam es dadurch zu einem Brand.
Hagel: Am 5. in Zinnwald mit Bildung einer Eisdecke, am 6. in Potsdam mit Hagelkorndurchmesser bis 6 mm, am 7. in Aachen-Orsbach, am 12. bei Heilbronn (Kirschblüten beschädigt) und Bruchsal mit Hagelkorndurchmesser von etwa 2 cm sowie auf der Schwäbischen Alb. In Schechingen wurden über 3000 Ostereier am Osterbrunnen zerstört. Ebenfalls Hagel am 13. am Alpenrand und nahe der Alpen: In Bad Tölz sorgte kleinkörniger Hagel für weiße Straßen und verstopfte Abläufe und Dachrinnen, in Teisendorf kam es zu Schäden auf Schienen durch Astwerk. Hagel auch am 16. in Hameln, am 24. in Albersdorf (Kr. Dithmarschen/SH) mit der Folge einer Massenkarambolage, in Cuxhaven owie in Melsungen/Nordhessen, am 25. in Sankt Peter-Ording, am 26. in Ostfriesland und bei Hornbek (Herzogtum Lauenburg, SH) mit Unfällen auf Autobahnen, in Lindenberg und Rheinstetten, am 27. in Cuxhaven, am 28. in Seehausen mit Hagelkorndurchmesser von etwa 5 mm, sowie in Gera-Leumnitz.
Tornados: Zwei Meldungen am 25. über der Ostsee vor Nienhagen (Kr. Rostock) und vor Lohme auf Rügen.
Mai 2016
Anhaltende Trockenheit führte im ersten Monatsdrittel zu kleinen Waldbränden in Südhessen, im Sauerland, in Ostholstein und Ostdeutschland. In Torgelow-Drögeheide (MV) beispielsweise brannte 1 ha Wald ab und am 9. brach ein Feuer auf einem Truppenübungsplatz bei Jüterbog (BB) aus. Gewitter und Regenfälle am 10. und 11. im Kr. Lörrach (BW) setzten in Blansingen eine Halle unter Wasser. Im Bereich Rheinweiler und Kleinkemps kam es zu einem Hangrutsch und Überflutungen. Heftige Gewitter in der Südhälfte und Dauerregen im Süden Deutschlands ließen vom 12. bis 14. in Süddeutschland die Pegel vieler Bäche und Flüsse anschwellen, Straßen überschwemmen, Keller und Unterführungen volllaufen, Bäume umstürzen und verursachten u. a. folgende Schäden: In Rinchnach (Kr. Regen, BY) führte ein durch das Wasser angehobener Gullydeckel zu einem Verkehrsunfall.In Vilshofen (Kr. Passau) und Straubing schlugen Blitze in Wohnhäuser ein. Dabei wurde in Straubing ein Kamin zerstört. In Frankfurt kam es auf dem Flughafen zu ca. 50 Flugausfällen, ein Querbahnsteig des Hauptbahnhofes und ein Einkaufszentrum standen unter Wasser. Schwere Gewitter richteten am 22. in Ostwestfalen zahlreiche Schäden an. Beispielsweise deckten Sturmböen in Minden Dächer ab und stürzten Bäume um - die einsturzgefährdeten Häuser wurden evakuiert.
Bei Paderborn wurde ein Windkraftrad beschädigt. Weitere Unwetter am 23. brachten von Sachsen bis Schleswig-Holstein neben überschwemmten Straßen, überfluteten Grundstücken und vollgelaufenen Kellern u. a. folgende Schäden: eine Gerölllawine ergoss sich bei Schmilka (Sächsische Schweiz) über Gleise und legte den Bahnverkehr zwischen Prag und Dresden lahm. Die Lok eines Güterzuges entgleiste. In Bischofswerda wurde eine Brücke weggespült. Blitzeinschläge setzten im Erzgebirge mehrere Dachstühle in Brand und im Kr. Ludwigslust-Parchim (MV) brannte ein Reetdachhaus bis auf die Grundmauern ab.
Heftige Unwetter führten ab dem 27. in verschiedenen Teilen Deutschlands zu Schäden in Folge von Starkniederschlägen und Blitzeinschlägen. Am 27. traf es den Bereich von der Eifel bis ins Rhein-Main-Gebiet. Es kam in der Eifel und an der Mosel zu Erdrutschen. Dadurch entgleiste ein Regionalzug und Schlamm ergoss sich in Ortschaften. Die Wiesbadener Innenstadt stand unter Wasser und in Hofheim musste ein Einkaufszentrum nach Überschwemmung evakuiert werden. Am 28. trafen die Unwetter vor allem die Mitte und den Südwesten Deutschlands. U. a. wurden auf einem Fußballplatz in Hoppstädten (Kr. Birkenfeld, RP) 33 Personen, darunter 29 Kinder, von einem Blitz getroffen – drei Männer wurden schwer verletzt. In Kaiserslautern wurden zahlreiche Straßenzüge überflutet. Die A6 wurde
wegen Unwetterschäden und die Zugstrecke nach Ottenbach wegen unterspülter Gleise gesperrt. Am 29. lag der Schwerpunkt der Dauerniederschläge in Hessen und in Süddeutschland. Bäche schwollen an und rissen Autos mit, Erdrutsche blockierten Straßen, Blitzschläge verursachten Dachstuhlbrände und Häuser waren nach Überflutung einsturzgefährdet. Durch Braunsbach (bei Schwäbisch-Hall, BW), flossen die reißenden Fluten zweier Flüsse und in Schotten (Vogelsberg, HE) wälzte sich eine Schlamm- und Gerölllawine durch den Ort. In Schwäbisch Hall ertranken zwei Männer in der Kanalisation und einer in Weißbach bei Heilbronn in einer Tiefgarage. Am 30. traf es vor allem Nordrhein-Westfalen. Im Ruhrgebiet beispielsweise standen in mehreren Städten Unterführungen, Straßen und Keller unter Wasser und Blitzschläge in Stellwerke und Oberleitungen legten den Bahnverkehr zeitweise und streckenweise lahm.
Hagel: Zahlreiche Meldungen aus unterschiedlichen Regionen. Am 3. in Konstanz mit geringem Korndurchmesser, am 13. im Westerwald sowie in Teilen Hessens, Baden-Württembergs und Bayerns, am 14. führten im Hochsauerlandkreis Hagelschauer zu Straßenglätte und schlechter Sicht - ein Autofahrer starb bei einem Unfall, am Bodensee. Am 15. führte Hagel in Hamburg zu Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen, am 16. hagelte es abends in Arkona; am 22. in Niedersachsen, Ostwestfalen und Westbayern (Fahrzeuge wurden beschädigt, Scheiben zerbrachen). Hagel auch am 23. gebietsweise in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen – die Korndurchmesser reichten bis 5 cm, z. B. in Salzenfrost/Kr. Bautzen, SN). Am 24. fiel Hagel in Brandenburg im Kreis Märkisch-Oderland - es bildete sich eine Hageldecke und in Althüttendorf (Kr. Barmin) erreichte der Korndurchmesser 5 cm). Hagel auch am 27. in der Eifel, an der Mosel (entlaubte Weinberge), in Südhessen, Rhein-Main-Gebiet und in der Wetterau - Hageldecken mit Höhen bis 40 cm führten zu Straßensperrungen, in Kriftel wurde die tlw. die Obsternte vernichtet. In Baden-Württemberg und den bayerischen Alpen lagen die Korndurchmesser bei 4 cm. Am 28. Hagel auch in der Rhön, am 29. in Hannoversch-Münden mit taubeneigroßen Hagelkörner, deren Last das Dach eine Lagerhalle zum Einsturz brachte, in Eibenstock im Erzgebirgskreis, im Vogelsbergkreis und im Rheingau sowie in Teilen Süddeutschlands. Am 30. fiel Hagel in
Ruderting bei Passau sowie in Gelchsheim bei Würzburg und am 31. in Sachsen.
Tornados: Am 1. beschädigte ein Tornado in Neugöggenhofen südlich von München Dächer und Gärten. Am 15. deckte ein weiterer in Dallgow (Kr. Havelland, BB) Dächer ab und am 27. wurde ein Tornado in Raffelsbrand (Kr. Düren, NRW) über einem Waldgebiet gesichtet.
Juni 2016
Heftige Unwetter mit Starkniederschlägen führten vom 1. bis 8. zu zahlreichen Schäden und örtlich zu katastrophalen Zuständen. Aufgrund der Fülle der Ereignisse können hier nur einige Bespiele genannt werden. Am 1. kamen im niederbayerischen Simbach am Inn durch Überflutungen nach einem Dammbruch sieben Menschen ums Leben, Straßenzüge wurden komplett überspült, zahlreiche Häuser beschädigt. 50 Kinder in einer Schule in Triftern waren von der Außenwelt abgeschnitten. Am Niederrhein standen die A46 bei Düsseldorf sowie große Teile von Xanten unter Wasser - dort blieb ein Zug im Schlamm stecken. Am 2. drangen Regenfluten in Köln in Klinikräume ein.An der Ahr wurde ein Campingplatz überflutet. Durch einen Blitzschlag wurden am 3. beim Festival Rock am Ring 80 Personen teilweise schwer verletzt. In Schwäbisch Gmünd (BW) kam es zu einem Hangrutsch - die Bewohner mehrerer Häuser wurden evakuiert. Bei Pforzheim wurde die A8 unterspült und musste teilweise gesperrt werden. Am 4. geriet in Esselbach (BY) ein Wohnhaus in Brand - fünf Personen wurden verletzt. In Oberbayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz kam es ebenfalls zu massiven Überflutungen. Nahe Pirmasens musste eine Straße nach einem Hangrutsch gesperrt werden. Die A61 wurde im Landkreis Ahrweiler ebenfalls überschwemmt. Am 5. fuhr ein Zug nahe Gießen gegen einen umgestürzten Baum, wobei eine Frau verletzt wurde. Im Odenwald verschüttete ein Erdrutsch eine Straße. Die Trinkwasserversorgung in Lorch (HE) wurde wegen Verschmutzungen unterbrochen. Durch einen Blitzschlag auf einen Sportplatz wurden im Landkreis Esslingen 14 Personen verletzt - ein 12jähriger Junge lebensgefährlich. In Darmstadt verursachte ein Blitzschlag Störungen an den Bahnschranken. Durch Possendorf (SN) ergoss sich eine
Schlammlawine. In Nürnberg wurden am 6. allein 140 Häuser beschädigt - es kam zu massiven Überflutungen.
Am 7. drang in Essen bei einem Linienbus Wasser während der Fahrt durch die Türen ein. In Wuppertal wurden Räume eines Krankenhauses überflutet. Am Frankfurter Flughafen wurde auf dem Rollfeld ein Schlepperfahrer vom Blitz getroffen. Bei Langenselbold (HE) wurde die A66 wegen Überflutungen gesperrt. In Königsbach-Stein (BW) stand das Wasser 50 cm hoch - Autos wurden mitgerissen. Blitze verursachten etliche Brände. Wegen eines Hangrutsches mussten in Dirmingen (SL) fünf Häuser und in Nürtingen (BW) 14 Häuser evakuiert werden. Am 8. musste die Bahnstrecke Bretten-Mühlacker (BW) wegen Gerölls auf den Schienen gesperrt werden. In Eisleben (ST) stürzte durch Starkregen das Dach eines Baumarktes teilweise ein. In Banzkow (MV) wurde am 11. durch einen Windstoß ein 5jähriges Mädchen samt Trampolin hochgeweht und landete auf dem Hausdach. Am 12. wurde bei Kelsterbach (HE) eine ICE-Strecke überschwemmt. In Hildesheim (NI) setzte ein Blitz einen Dachstuhl in Brand.
Am 13. wurden im Elztal (BW) drei Häuser wegen ines
Hangrutsches geräumt. Durch einen Blitzschlag in einen
Verbrauchermarkt in Altenbeken (NRW) wurde eine Person verletzt. Am 14. wurde in Frankfurt/M der Südbahnhof überflutet, der Betrieb von S- und U-Bahn war durch einen Blitzschlag behindert. Auf der A66 wurde am Schiersteiner Kreuz (Wiesbaden/HE) eine Fahrspur wegen eines hochgespülten Kanaldeckels und bei Langenselbold (HE) die ganze A66 wegen Überflutung gesperrt. Blitze verursachten am 15. etliche Brände in Niedersachsen. In Werl (NRW) konnten Schüler eine Schule wegen Überflutung des Schulhofs nicht verlassen. Am Bodensee wurde am 17. wegen Dauerregen - der Damm zur Reichenau teilweise überschwemmt. Am Oberrhein musste die Schifffahrt eingestellt werden. Überflutungen der Felder führten in Südbaden zu Ernteausfällen. Im Raum Saarlouis kam es am 18. zu einem Hangrutsch. Bei Rheinfelden (BW) musste am 19. der Flugplatz Herten wegen Überflutung gesperrt werden.
Am 23. stürzten in NRW durch Orkanböen etliche Bäume um. Nach heftigen Gewittern stand am 24. in Stromberg (RLP) das Wasser bis zu zwei Meter hoch in den Straßen. In Neuhausen ob Eck wurden bei einen Musikfestival 82 Personen verletzt. Nahe Oberwesel prallte am 25. ein Zug auf einen Hangrutsch, wobei zehn Personen verletzt wurden. In Südbaden und Niederbayern kam es zu Überschwemmungen - so musste in Viechtach (BY) ein Campingplatz evakuiert werden - in Waldkirchen (BY) drang Wasser in ein Krankenhaus.
Hagel: Während der in diesem Monat immer wieder auflebenden Gewittertätigkeit fiel häufig Hagel und führte ab einer Korngröße von drei bis vier Zentimetern örtlich zu Schäden. Hagel fiel in folgenden Regionen: Am 3. in Bayern und Rheinland-Pfalz, am 5. stellenweise in einem Streifen vom Saarland und Nordrhein-Westfalen bis nach Sachsen, in Sessenbach (RP) Korndurchmesser bis 5 cm, am 6. von Nordrhein-Westfalen bis nach Bayern und Thüringen, am 7. stellenweise in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, am 8. in Rheinstetten, am 13. in Hardisleben (TH), am 15. stellenweise in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, am 16. in Konstanz und Aachen, örtlich auch in Bayern, u. a. in Ruhmannsfelden mit Korndurchmesser bis 5 cm, am 18. in Egelsberg (BY), am 23. vor allem in Nordrhein-Westfalen, z. B. in Heinsberg (bis Tennisballgröße und zahlreiche Schäden an Autos, am 24. stellenweise von Mecklenburg-Vorpommern bis nach Baden-Württemberg, so in Dettingen an der Erms mit bis zu 9 cm Durchmesser und Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen, in Hemmendorf (Dachfenster) und Biberach an der Riß, am 25. vor allem von Brandenburg und Sachsen-Anhalt bis nach Bayern, am 26. in Düsseldorf und in der Nacht vom 29. auf den 30. in Konstanz.
Tornados: Wie bei solchen Unwetterlagen nicht ungewöhnlich wurden zeitweise auch Tornados in folgenden Orten gesichtet: Am 2. in Mitterteich (BY), am 3. in Oberahr (RP), am 5. in Handewitt und Jübek (SH) sowie in Ostheim (HE), am 6. in Stadesand (SH), am 7. in Hamburg mit abgedeckten Dächern, umgestürzten Bäumen und beschädigten Autos, am 8. in Schönbronn (BW), am 12. in Taching am See (BY), am 13. in Hofbieber (HE) und Reute (BW), dort abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume und Stromausfälle, am 15. in Hilkerode (NI) und Ellrich (TH), im letzteren Ort umgestürzte Bäume und 50 abgedeckte Häuser, am 17. in Neussörnewitz (SN), am 18. in Trebnitz und Alsleben (ST).
Juli 2016
Schwere Gewitter sorgten auch im Juli wiederholt mit Starkniederschlägen, Hagel und Sturmböen für zahlreiche Schäden. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen und Gleise, Wassermassen fluteten Straßen, Unterführungen, Keller und Tiefgaragen. Im Folgenden wird nur eine kleine Auswahl der entstanden Schäden aufgeführt. Am 3. wurden im ostwestfälischen Harsewinkel (NRW) sieben Personen durch Blitzschlag beim Hundetraining verletzt. Am 5. und 6. traf es vor allem die Nordhälfte Deutschlands. In Glowe auf Rügen brannte nach Blitzschlag der Dachstuhl eines reetgedeckten Hauses ab.In Frankfurt/Oder kam in einem Abwasserkanal ein Arbeiter durch plötzlich nach Starkniederschlägen auftretende Wassermassen ums Leben und Sturmböen wehten auf der Fehmarnsund-Brücke einen LKW um. Am 11. lag der Schwerpunkt der Gewitter in Sachsen und Bayern. So wurde nahe Regensburg das Dach eines Getränkemarktes teilweise abgehoben und in Neißeaue (Oberlausitz) das Dach einer Milchviehanlage beschädigt. In Tegernheim (Kr. Regensburg) beschädigte ein durch die Luft wirbelndes Dixi-Klo einen PKW. Blitzschläge verursachten etliche Brände - u. a. brannte nahe Falkenberg (Oberpfalz) eine mit Holz befüllte Scheune komplett nieder. Im Kr. Mühldorf verlor eine Frau nach einem Sturz in einen hochwasserführenden Kanal ihr Leben.
Am 13. gab es in Berlin Überschwemmungen, durch einen Blitzschlag kam es zu Störungen im S-Bahnverkehr. In Gadebusch (MV) setzte ein Blitz den Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in Brand. Am 20. knickten Sturmböen in Hamminkeln (Niederrhein) einen Strommast um und beschädigte ein Hausdach. Am 21. standen in Mechernich (Kr. Euskirchen, NRW) nach Starkniederschlägen einige Straßen bis zu anderthalb Metern unter Wasser. In Bad Gandersheim (NI) riss eine Schlammlawine mehrere Autos mit sich. In Hamburg-Billstedt wurde eine Familie aus einem teilweise überfluteten Auto gerettet. In Rheinland-Pfalz verursachten Erdrutsche Straßensperrungen. Am 22. deckten Sturmböen das Dach des Kasseler Hauptbahnhofs teilweise ab - Oberleitungen wurden durch herumfliegende Teile beschädigt. Ein Blitz verletzte drei Mitarbeiter einer Gartenbaufirma in Nortdorf (SH). In
Schwetzingen (BW) wurde ein Zeltlager abgebrochen - 60 Jugendliche und ihre Betreuer wurden evakuiert nachdem ein großes Zelt weggeflogen war.
In Passau schoben am 23. nach Starkniederschlägen die Wassermassen 20 Autos gegen eine Hauswand - ein 45-jähriger ertrank bei dem Versuch sein Auto vor den Fluten zu retten. In einer Unterführung bei Illereichen (Kr. Neu-Ulm, BY) stand auf der A7 das Wasser ein Meter hoch - ein PKW blieb darin stecken, Fahrer und Beifahrer mussten aus ihrem Auto befreit werden. In Nieder-Roden (HE) schlug ein Blitz in das Zelt eines Weinfestes und verletzte 17 Personen. Am 25. und 26. lag der Schwerpunkt der Unwetter in Bayern, wo in Puchheim in einem Discounter Teile der Deckenverkleidung herabstürzten, nachdem Wasser in die Zwischendecke eingedrungen war. Am 27. traf es die Osthälfte Deutschlands. In Wittenberge an der Elbe setzte ein Blitz ein Styroporlager in Brand und in Berlin wurden neben Straßen auch U-Bahnhöfe von den Wassermassen geflutet. Der Gleimtunnel wurde wegen Überflutung gesperrt - darin geparkte Autos (die bis zum Dach unter Wasser standen und wegschwammen) verkeilten sich ineinander. Am 28. lag der Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen. In Münster beispielsweise wurde eine Frau schwer verletzt, als ein Baum auf ihr Auto fiel und am Niederrhein setzten Blitze 2 Dachstühle in Brand.
Hagel: Auch im Juli wurden zahlreiche Hagelfälle beobachtet. Am 2. fiel im Berchtesgadener Land auf der B20 eine bis zu 15 cm hohe Hagelschicht, die mit dem Schneepflug geräumt werden musste. Am 3./5./6. örtlich Hagel an Schleswig-Holsteins Nordseeküste und auf Rügen, am 11. auf Rügen, am Bodensee sowie in Bayern von der Oberpfalz bis zu den Alpen (Korndurchmesser örtlich bis 4 cm, am Tegernsee Schäden an Fahrzeugen), am 12. örtlich im Südwesten Baden-Württembergs, am 13. in Berlin und in Haldesleben (nordwestlich von Magdeburg) lagen zeitweise Hageldecken auf den Straßen, Hagel auch in Offenbach am Main, am 21. örtlich in Schleswig-Holstein, im südlichen Niedersachsen, in Nordrhein-Westfalen sowie im Alpenvorland, am 22. in Hamburg und Paderborn, am 23. örtlich am Oberrhein, am Bodensee und im Südosten Bayerns, vom 25. bis 27. und am 31. örtlich am Bodensee, im Alpenvorland und am Alpenrand.
Tornados: Am 2. wurde vor Cuxhaven über der Elbmündung ein Tornado über der Nordsee beobachtet. Am 5. war ein Tornado im ostholsteinischen Dahme zahlreiche Strandkörbe. Ein weiterer deckte am 28. im oberbergischen Wiehl (NRW) 15 Hausdächer teilweise ab und ließ Bäume auf Autos und Stromleitungen fallen. Am 31. wurde vor St. Peter-Ording ein Tornado gesichtet, später auch einer vor der Nordwestspitze der Insel Fehmarn.
