Gegen Rechts und für Jugendzentrum
Samstag, 28. Juli 2001, 16:12 Uhr
Nordhausen (nnz). In Nordhausen fand heute eine Demo der Autonomen Antifa Südharz statt. Nach Polizeiangaben nahmen daran rund 90 vorwiegend junge Leute aus Nordhausen, Sondershausen und dem Landkreis Sangerhausen teil. Die erste positive Nachricht: Die Demo verlief friedlich. Hier der Report der nnz.
Um es gleich vornweg zusagen. Hier demonstrierte nicht irgendwer gegen irgendwen, nein, hier machte die ATAG gegen die NSAW so richtig Betrieb. Betrieb ist vielleicht etwas übertrieben ausgedrückt, denn die Demo begann um 11 Uhr, eine Stunde später als angekündigt. Und mal ehrlich, da waren nicht nur die rund 100 Polizeibeamte schon ganz schön geschlaucht, auch viele der Demonstranten. Beiden Gruppen gemeinsam: Sie hatten noch einen langen Tag vor sich. Doch dazu weiter unter mehr.
Es war kurz nach 11 Uhr, da setzte sich der Zug, eingeklammert von Transparenten, in Bewegung. Die Frontmarschierer wollten wohl ihre Sprüche, nicht aber ihre Gesichter zeigen. Heute gehören bei linken Demos ein Kapuzenshirt, schwarze Klamotten und eine fetzige Sonnenbrille zur Grundausstattung. Klar war von Anfang an, die Autonome Antifa im Südharz wollte auf die rechte Szene aufmerksam machen. Ein Szene, die unter der Abkürzung NSAW immer besser strukturiert wird. Auch in Nordhausen soll es einen nationalen Widerstand geben, auch in Nordhausen werde die rechte Gefahr verharmlost, so eine Sprecherin, pardon, Aktivistin der Antifa.
Die zweite generale Forderung des heißen Sommertages war die Etablierung eines alternativen und unabhängigen Jugendzentrums in Nordhausen. Obwohl laut verlesener Erklärung die linken Jugendlichen überhaupt keinen Bock mehr haben, in einer Stadt zu wohnen, in der braune Strukturen das Sagen haben, soll doch ein Jugendzentrum aufgemacht werden. Dort wollen die Aktivistinnen und Aktivisten der Antifa nach ihren Grundsätzen und Idealen leben. Die wurden denn auch vor dem Roland lautstark kund getan: antirassistisch, antikapitalistisch und antisexistisch! Vor allem soll das linke Jugendzentrum selbst verwaltet werden, hier soll die Kreativität der linken jungen Leute ihre vollste Entfaltung finden, und das natürlich ohne das Trimmen durch Sozialarbeiter.
Im Finden der Strukturen für das Jugendzentrum ist die Phase 1 wohl beendet, denn eine unvollständige Vollversammlung beschloß nun, sich um die Aufteilung der Finanzen, der Entscheidungsebenen und der Strukturen zu kümmern. Letztlich wollen sich die Linken nicht durch die Stadt vereinnahmen lassen, sie wollen lieber schreien. Auch der Verein neueebenen sei ihnen suspekt, weil dessen Macher sich eines Kleinbusses bedienen.
So richtig, Ihr lieben gewaltlosen Linken, wird das alles aber nicht klappen mit dem Jugendzentrum. Wer soll denn zum Beispiel die Miete bezahlen, wer die Betriebskosten, wer die Einrichtung? Und dann werdet ihr sicher nicht überall mit offenen Armen empfangen. Denn wer die - zwar friedliche - aber dennoch illegale Besetzung der ehemaligen Polizeidirektion am Pferdemarkt als Geniestreich feiert, der hat wirklich nicht begriffen, nach welchen Regeln eine Gesellschaft, zumindest die aktuelle, funktioniert. Das Aufbrechen eines Gebäudes ist selbst in Nordhausen schlicht und ergreifend ein Straftatbestand, auch wenn friedlich Teelichter leuchten.
Noch mal zurück zur Einleitung: Die Demo in Nordhausen war am Vormittag nur ein Ausschnitt aus dem heutigen linken Aktionsprogramm. Nach der Nordhäuser Aktion, zu der parallel Kundgebungen in Erfurt und Eisenach liefen, wurde nach Gotha gefahren, um gegen die oben erwähnte NSA aufmerksam zu machen. Für beide Seiten - Polizei und Linke - ein absolut heißer Tag. In Nordhausen wurde übrigens nur gegen eine 16jährige ein Platzverweis ausgesprochen, sie führte einen verbotenen Gegenstand bei sich. Die Ermittlung laufen jedoch wegen Verstoß gegen das Versammlungsrecht.
Autor: nnz
Um es gleich vornweg zusagen. Hier demonstrierte nicht irgendwer gegen irgendwen, nein, hier machte die ATAG gegen die NSAW so richtig Betrieb. Betrieb ist vielleicht etwas übertrieben ausgedrückt, denn die Demo begann um 11 Uhr, eine Stunde später als angekündigt. Und mal ehrlich, da waren nicht nur die rund 100 Polizeibeamte schon ganz schön geschlaucht, auch viele der Demonstranten. Beiden Gruppen gemeinsam: Sie hatten noch einen langen Tag vor sich. Doch dazu weiter unter mehr. Es war kurz nach 11 Uhr, da setzte sich der Zug, eingeklammert von Transparenten, in Bewegung. Die Frontmarschierer wollten wohl ihre Sprüche, nicht aber ihre Gesichter zeigen. Heute gehören bei linken Demos ein Kapuzenshirt, schwarze Klamotten und eine fetzige Sonnenbrille zur Grundausstattung. Klar war von Anfang an, die Autonome Antifa im Südharz wollte auf die rechte Szene aufmerksam machen. Ein Szene, die unter der Abkürzung NSAW immer besser strukturiert wird. Auch in Nordhausen soll es einen nationalen Widerstand geben, auch in Nordhausen werde die rechte Gefahr verharmlost, so eine Sprecherin, pardon, Aktivistin der Antifa.
Die zweite generale Forderung des heißen Sommertages war die Etablierung eines alternativen und unabhängigen Jugendzentrums in Nordhausen. Obwohl laut verlesener Erklärung die linken Jugendlichen überhaupt keinen Bock mehr haben, in einer Stadt zu wohnen, in der braune Strukturen das Sagen haben, soll doch ein Jugendzentrum aufgemacht werden. Dort wollen die Aktivistinnen und Aktivisten der Antifa nach ihren Grundsätzen und Idealen leben. Die wurden denn auch vor dem Roland lautstark kund getan: antirassistisch, antikapitalistisch und antisexistisch! Vor allem soll das linke Jugendzentrum selbst verwaltet werden, hier soll die Kreativität der linken jungen Leute ihre vollste Entfaltung finden, und das natürlich ohne das Trimmen durch Sozialarbeiter.
Im Finden der Strukturen für das Jugendzentrum ist die Phase 1 wohl beendet, denn eine unvollständige Vollversammlung beschloß nun, sich um die Aufteilung der Finanzen, der Entscheidungsebenen und der Strukturen zu kümmern. Letztlich wollen sich die Linken nicht durch die Stadt vereinnahmen lassen, sie wollen lieber schreien. Auch der Verein neueebenen sei ihnen suspekt, weil dessen Macher sich eines Kleinbusses bedienen.So richtig, Ihr lieben gewaltlosen Linken, wird das alles aber nicht klappen mit dem Jugendzentrum. Wer soll denn zum Beispiel die Miete bezahlen, wer die Betriebskosten, wer die Einrichtung? Und dann werdet ihr sicher nicht überall mit offenen Armen empfangen. Denn wer die - zwar friedliche - aber dennoch illegale Besetzung der ehemaligen Polizeidirektion am Pferdemarkt als Geniestreich feiert, der hat wirklich nicht begriffen, nach welchen Regeln eine Gesellschaft, zumindest die aktuelle, funktioniert. Das Aufbrechen eines Gebäudes ist selbst in Nordhausen schlicht und ergreifend ein Straftatbestand, auch wenn friedlich Teelichter leuchten.
Noch mal zurück zur Einleitung: Die Demo in Nordhausen war am Vormittag nur ein Ausschnitt aus dem heutigen linken Aktionsprogramm. Nach der Nordhäuser Aktion, zu der parallel Kundgebungen in Erfurt und Eisenach liefen, wurde nach Gotha gefahren, um gegen die oben erwähnte NSA aufmerksam zu machen. Für beide Seiten - Polizei und Linke - ein absolut heißer Tag. In Nordhausen wurde übrigens nur gegen eine 16jährige ein Platzverweis ausgesprochen, sie führte einen verbotenen Gegenstand bei sich. Die Ermittlung laufen jedoch wegen Verstoß gegen das Versammlungsrecht.
