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Hopsen nicht vermeidbar

Donnerstag, 19. August 2004, 12:43 Uhr
Hopsen nicht vermeidbar (Foto: nnz) Hopsen nicht vermeidbar (Foto: nnz) Nordhausen (nnz). Lästernde Zeitgenossen behaupten, das städtische Kulturamt hätte eine Musikgruppe bestellt, damit der Spendekirchhof ordentlich eingeebnet wird.


Es ist richtig, dass sich die Musik der Polkatruppe HISS gut eignet, stundenlang auf der Stelle zu springen und zu tanzen. Allerdings ist es nicht der Wahrheit entsprechend, dass dahinter das Kulturamt steckt. Es ist das Bauordnungsamt.

Das Foto zeigt die Übergabe des deutschen Folkpreises „Ruth“ 2004 an Stefan Hiss. Es wurde unter schwierigsten Bedingungen in Rudolstadt beim Tanz- und Folkfest aufgenommen und die Fotografin riskierte im tobenden Menschenmeer neben Kopf und Kragen auch ihr junges Leben. Aber sie hat es gern getan.

Die fünf Schwaben von HISS geben sich bundesweit aus „als hart arbeitende, hochkonzentriert zu Werke gehende Kapelle, deren Tun geprägt ist von Disziplin und Pünktlichkeit, von nicht versiegendem Eifer und persönlichem Einsatz, auch zu Lasten privater Interessen.“

So sehen sie sich. Das Publikum sieht sie gern auf der Bühne, denn wo immer die Polka-Narren ihre 2/4-Takt-Weisen erklingen lassen, stellt sich ein Schieben und Drängen begeisterter Schaulustiger ein, dass nur allzu bald in fröhliches Hopsen und Springen umschlägt.

Nur wenigen deutschen Bands ist es gegeben, eine derartige Partystimmung zu fabrizieren und obendrein mit Witz und Esprit zu glänzen, der uns nicht als typisch teutonisch erscheinen will. Es ist unglaublich, welche Vielzahl musikalischer Stile und Formen die Männer um Bandleader Stefan Hiss in einen wohlklingenden Polka-Rhythmus pressen können. Akustisches Zeugnis legen davon vier Langspielplatten ab, die in den letzten sechs Jahren die Herzen ihrer Fans erwärmten. Im eben erschienenen Werk geht es um finnische Skispringerhymnen, Trinklieder aus Rumänien und Mexiko, Tänze aus USA und Uruguay, polnisch-jamaikanische Wurstweisen, Reise- und Erlebnisberichte aus Taschkent und Bartholomä. Titel der Unternehmung: „Polka für die Welt“ – nun auch für Nordhausen!

Am Samstagabend um 23 Uhr auf dem Spenderkirchhof beschließt HISS den ereignisreichen Festivaltag des 1.poeTon Musikfestivals in Nordhausen
Autor: nnz

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