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Operation an der Schulter

Nötig? Möglich? Sinnvoll?

Dienstag, 29. November 2016, 06:35 Uhr
Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk unseres Körpers, gleichzeitig ist es eines der am häufigsten von Verletzungen und Erkrankungen betroffenen Gelenke. Seinen großen Bewegungsumfang erreicht es, weil es weniger durch „harte“ knöcherne Führungsstrukturen, als vielmehr durch das Zusammenspiel von „weicheren“ Strukturen wie Muskeln, Knorpel, Sehnen und Bändern zusammengehalten wird...


Diese weicheren Strukturen sind jedoch anfälliger als harter Knochen und erklärt, warum sowohl ältere Menschen, als auch junge Leute von Verletzungen des Schultergelenkes betroffen sind. Neben altersbedingten degenerativen Veränderungen wie Arthrose, Instabilitäten oder die schmerzhafte Schultersteife führen Verletzungen durch Kontaktsportarten häufig zu langwierigen Ausfällen in Sport und Alltag.

Dr. Peter Oswald, Leitender Oberarzt der Orthopädie und Unfallchirurg in der HELIOS Klinik Bleicherode, ist Spezialist für Schultererkrankungen und spricht am Dienstag, den 6. Dezember 2016 um 19 Uhr im Rahmen der Patientenakademie über operative Eingriffe an der Schulter.

Herr Dr. Oswald., welche Verletzungen des Schultergelenkes gibt es und wie werden diese in der HELIOS Klinik Bleicherode behandelt?

Grundsätzlich gilt: Bei einer Schulterverletzung sollte unverzüglich ein Orthopäde aufgesucht werden, da es einer genauen Diagnostik bedarf. Neben der klinischen Untersuchung, sind zusätzliche diagnostische Maßnahmen, wie Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchungen oder – bei Bedarf – eine Kernspintomographie des verletzten Gelenkes notwendig. Aufgrund der Vielzahl sowohl an harten, wie auch an weichen Strukturen lässt sich erahnen, dass es eine Reihe von Verletzungsmöglichkeiten und Abnutzungsschäden in diesem Bereich gibt.

Die häufigsten Knochenverletzungen sind Brüche des Schlüsselbeins und des Oberarmkopfes. Bei den Weichteilverletzungen stehen gesprengte Schultereckgelenke und Risse der Rotatorenmanschette im Vordergrund. Auch eine ausgerenkte Schulter ist eine ernstzunehmende Verletzung. Zu den degenerativen Erkrankungen gehören unter anderem abgenutzte Schultergelenke und Schultereckgelenke (Arthrosen), die im betagten Alter zu Beschwerden führen können.

Muss eine Verletzung des Schultergelenkes operiert werden?

Nicht unbedingt. In der HELIOS Klinik Bleicherode sind wir in der Lage, eine große Bandbreite dieser Erkrankungen sowohl nichtoperativ als auch operativ zu behandeln. Hier entscheiden wir individuell, da viele Faktoren darauf einen Einfluss haben, z.B. das Alter und Gesundheitszustand des Patienten, den Schweregrad seiner Verletzung sowie dessen Ansprüche an die Beweglichkeit. Das Ziel ist, die Schmerzen infolge von Abnutzungserscheinungen oder Verletzungen am Schultergelenk zu lindern und, soweit möglich, die Funktion des Armes wiederherzustellen.

Wie wird dies erreicht?

Brüche des Schlüsselbeins und des Oberarmkopfes versorgen wir operativ mit modernsten Implantaten, aber auch die konservative Behandlung gehört zu unserem Spektrum. Den Schultergelenkersatz führen wir ebenfalls an unserer Klinik durch. In der Behandlung degenerativer Schultergelenkserkrankungen stehen uns alle Möglichkeiten der Physiotherapie und physikalischen Therapie zur Verfügung. Darüber hinaus wenden wir verschiedene Injektionstechniken sowie minimalinvasive Operationen an. Zunächst sollten jedoch alle Möglichkeiten einer konservativen Behandlung ausgeschöpft sein.

Welche konservativen Behandlungen können bei Schulterverletzungen helfen?

Zum Behandlungsspektrum der konservativen Therapie gehören Schmerzmittel, Injektionen, physiotherapeutische Bewegungstherapie oder auch die Stoßwellentherapie. Diese Mittel können über einen langen Zeitraum viel bewirken. Bei bestimmten Verletzungen ist eine Operation allerdings unerlässlich.
Welche Verletzungen dies genau sind und wie die speziellen Behandlungsmöglichkeiten aussehen, erklärt Dr. Peter Oswald am Dienstag zur Patientenakademie im Café Barbara in der HELIOS Klinik Bleicherode. Der Eintritt ist frei.
Autor: red

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