nnz-Interview mit Andreas Otten
"Wir können mehr"
Montag, 14. November 2016, 09:16 Uhr
Dieser Krimi hatte gehörig Überlänge: Nach spannenden 117 Minuten war das sportliche Duell zwischen dem SVC Nordhausen und dem Dresdner SSV in der Volleyball-Regionalliga entschieden. Vor 280 Zuschauern musste sich der SVC am Samstag knapp mit 2:3 (17:25, 25:16, 18:25, 25:17, 13:15) geschlagen geben. Mit Mittelblocker Andreas Otten sprach Sandra Arm über Kettenreaktionen, starke Nerven und taktische Auszeiten...
Angriff über die Mitte - Andreas Otten hätte gern noch mehr Akzente über die Mitte gesetzt (Foto: Sandra Arm)
Herr Otten, was hat gefehlt, um die Partie zu Ihren Gunsten zu entscheiden?
Andreas Otten: Wir hatten anfänglich ganz viele Schwierigkeiten. Wir waren nicht in der Lage, die kleinsten Aufgaben in der Abwehr und im Angriff zu lösen. Mit der Zeit haben wir uns in das Spiel reingefunden. Einfach das Quäntchen mehr hätte vielleicht ausgereicht, aber wir haben einfach in der Summe zu viele eigene Fehler produziert. Der Gegner hat definitiv weniger Fehler gemacht und hat unsere für sich genutzt.
Der SVC hat nur schwer in die Partie gefunden. Mussten Sie erst wachgerüttelt werden?
Ich weiß nicht, woran es gelegen hat. Vielleicht haben wir uns das einfacher vorgestellt oder waren noch vom vorigen Wochenende verwöhnt, dass wir das Ganze haben langsam angehen lassen. Wir haben schnell gemerkt, dass sie uns ihr Spiel aufgezwungen haben. Wir sind dann nicht mehr reingekommen und das Spiel ist uns aus den Fingern geglitten.
Nach den anfänglichen Schwierigkeiten hat sich der SVC im zweiten Durchgang wieder gefangen.
Wir waren angestachelt und wollten diesen nicht abgeben. Wir wussten, wir können mehr. Das hat dann jeder für sich versucht im zweiten Satz abzurufen.
Dresden hat viel Druck über die Aufschläge ausgeübt. Allen voran durch Philipp Ostendorff. Er hat Sie vor reichlich Probleme gestellt.
Da waren extrem gute Aufschläge dabei, die aber auch nicht unlösbar waren. Dadurch, dass die Aufschläge so stark gewesen sind, haben sie uns damit gehörig unter Druck gesetzt. Wir konnten nur Notpässe spielen und in diesen Situationen war die gewohnte Angriffsqualität nicht mehr vorhanden. Alles baut aufeinander auf. Das ist dann wie eine Kettenreaktion: Eine schlechte Annahme hat ein schlechtes Zuspiel zur Folge und dementsprechend kommt ein schlechter Pass zustande.
Was lief in den gewonnen Sätzen besser, als in den verlorenen?
Die Stimmung war untereinander harmonischer. Wir haben in der Abwehr gut gearbeitet. Demzufolge lief es dann im Angriff besser. In einzelnen Aktionen haben wir uns den Ball erkämpft und ihn nicht fallen lassen.
Was positiv auffiel, dass die Einwechsler wie zum Beispiel Tobias König eine sehr gute Partie abgeliefert haben.
Für Tobi finde ich es schön, dass er mehr Zeit bekam, um sich zu beweisen. In den vorigen Spielen hatte er weniger Anteile. Wir haben auch wertvolle Spieler, die draußen stehen. Schön, dass wir von der Wechselbank Spieler nehmen können und die mitspielen.
Die Entscheidung fiel erst im Tie-Break. Ein Satz, bei dem man starke Nerven braucht, oder?
Bei dem Punktestand ist das wahrlich reine Nervensache. Man muss abwägen, geht man das Risiko ein oder setzt man mehr auf Sicherheit. Man muss genau schauen, was mache ich, um den Punkt zu bekommen.
Was hat Ihnen der Trainer mit auf dem Weg gegeben?
Der Trainer hat uns immer wieder unsere kleinen Fehler vor Augen geführt, weil die in der Summe die Qualität des Spiels schlecht gemacht und uns runtergezogen haben.
In der entscheidenden Phase des Tie-Breaks wurde der Spielfluss durch einige Auszeiten unterbrochen. Was hatte es damit auf sich?
Das sind taktische Auszeiten gewesen, um den Gegner ein bisschen aus der Stimmung herauszuholen, uns zu sammeln und uns auf den nächsten Spielzug vorzubereiten.
Bei den Auszeiten erlebte man oftmals einen sehr unzufriedenen und aufgebrachten SVC-Trainer.
Was natürlich auch berechtigt war, weil Kleinigkeiten dazu führten. Es sind Fehler passiert, die hätten einfach nicht passieren dürfen. Ich kann ihn verstehen, dass er sich in den Situationen aufgeregt hat. Zumal uns im Training solche Fehler nur selten passieren.
Was fehlt noch, um eine optimale Leistung über die gesamte Spieldauer abzurufen?
Es ist die Konstanz, die uns definitiv fehlt. Wir schwanken sehr in unseren Leistungen, die mal hoch und mal runter gehen. Daran versuchen wir weiterhin konsequent im Training zu arbeiten.
Wie würden Sie Ihre Leistung gegen den Dresdner SSV einschätzen?
Ich bin mit mir sehr unzufrieden gewesen. Nur im Aufschlag war es mir möglich, ein paar Akzente setzen zu können. Über die Mitte war nicht viel drin. Ich hätte gern mehr über die Mitte angegriffen und Bälle über Blocks abgewehrt. Das war schade.
Die Reise geht weiter. Am kommenden Samstag heißt der Gegner L.E. Volleys II. Sie sind zu Gast bei einem Spitzenteam. Dort könnten Sie doch ganz befreit aufspielen?
Zunächst gilt es das Schlechte vom Spiel gegen den Dresdener SSV auszublenden. Wir müssen schauen, wie wir das Training in der Woche gestalten. Das Wichtigste ist, dass wir in die nächste Partie mit einem freien Kopf gehen und von Anfang an die volle Leistung bringen.
Als Aufsteiger stehen Sie an jedem Spieltag vor einer neuen Herausforderung. Die Teams sind weitestgehend unbekannt.
Man muss sich erstmal orientieren in der Regionalliga, die Mannschaften kennenlernen und schauen, was haben die gegnerischen Mannschaften für Eigenarten. In der Thüringenliga kannten wir alle Mannschaften. Ich würde mal behaupten, wenn wir in jedes Spiel voll reingehen, dann können wir jede Mannschaft schlagen.
Autor: red
Angriff über die Mitte - Andreas Otten hätte gern noch mehr Akzente über die Mitte gesetzt (Foto: Sandra Arm)
Herr Otten, was hat gefehlt, um die Partie zu Ihren Gunsten zu entscheiden?
Andreas Otten: Wir hatten anfänglich ganz viele Schwierigkeiten. Wir waren nicht in der Lage, die kleinsten Aufgaben in der Abwehr und im Angriff zu lösen. Mit der Zeit haben wir uns in das Spiel reingefunden. Einfach das Quäntchen mehr hätte vielleicht ausgereicht, aber wir haben einfach in der Summe zu viele eigene Fehler produziert. Der Gegner hat definitiv weniger Fehler gemacht und hat unsere für sich genutzt.
Der SVC hat nur schwer in die Partie gefunden. Mussten Sie erst wachgerüttelt werden?
Ich weiß nicht, woran es gelegen hat. Vielleicht haben wir uns das einfacher vorgestellt oder waren noch vom vorigen Wochenende verwöhnt, dass wir das Ganze haben langsam angehen lassen. Wir haben schnell gemerkt, dass sie uns ihr Spiel aufgezwungen haben. Wir sind dann nicht mehr reingekommen und das Spiel ist uns aus den Fingern geglitten.
Nach den anfänglichen Schwierigkeiten hat sich der SVC im zweiten Durchgang wieder gefangen.
Wir waren angestachelt und wollten diesen nicht abgeben. Wir wussten, wir können mehr. Das hat dann jeder für sich versucht im zweiten Satz abzurufen.
Dresden hat viel Druck über die Aufschläge ausgeübt. Allen voran durch Philipp Ostendorff. Er hat Sie vor reichlich Probleme gestellt.
Da waren extrem gute Aufschläge dabei, die aber auch nicht unlösbar waren. Dadurch, dass die Aufschläge so stark gewesen sind, haben sie uns damit gehörig unter Druck gesetzt. Wir konnten nur Notpässe spielen und in diesen Situationen war die gewohnte Angriffsqualität nicht mehr vorhanden. Alles baut aufeinander auf. Das ist dann wie eine Kettenreaktion: Eine schlechte Annahme hat ein schlechtes Zuspiel zur Folge und dementsprechend kommt ein schlechter Pass zustande.
Was lief in den gewonnen Sätzen besser, als in den verlorenen?
Die Stimmung war untereinander harmonischer. Wir haben in der Abwehr gut gearbeitet. Demzufolge lief es dann im Angriff besser. In einzelnen Aktionen haben wir uns den Ball erkämpft und ihn nicht fallen lassen.
Was positiv auffiel, dass die Einwechsler wie zum Beispiel Tobias König eine sehr gute Partie abgeliefert haben.
Für Tobi finde ich es schön, dass er mehr Zeit bekam, um sich zu beweisen. In den vorigen Spielen hatte er weniger Anteile. Wir haben auch wertvolle Spieler, die draußen stehen. Schön, dass wir von der Wechselbank Spieler nehmen können und die mitspielen.
Die Entscheidung fiel erst im Tie-Break. Ein Satz, bei dem man starke Nerven braucht, oder?
Bei dem Punktestand ist das wahrlich reine Nervensache. Man muss abwägen, geht man das Risiko ein oder setzt man mehr auf Sicherheit. Man muss genau schauen, was mache ich, um den Punkt zu bekommen.
Was hat Ihnen der Trainer mit auf dem Weg gegeben?
Der Trainer hat uns immer wieder unsere kleinen Fehler vor Augen geführt, weil die in der Summe die Qualität des Spiels schlecht gemacht und uns runtergezogen haben.
In der entscheidenden Phase des Tie-Breaks wurde der Spielfluss durch einige Auszeiten unterbrochen. Was hatte es damit auf sich?
Das sind taktische Auszeiten gewesen, um den Gegner ein bisschen aus der Stimmung herauszuholen, uns zu sammeln und uns auf den nächsten Spielzug vorzubereiten.
Bei den Auszeiten erlebte man oftmals einen sehr unzufriedenen und aufgebrachten SVC-Trainer.
Was natürlich auch berechtigt war, weil Kleinigkeiten dazu führten. Es sind Fehler passiert, die hätten einfach nicht passieren dürfen. Ich kann ihn verstehen, dass er sich in den Situationen aufgeregt hat. Zumal uns im Training solche Fehler nur selten passieren.
Was fehlt noch, um eine optimale Leistung über die gesamte Spieldauer abzurufen?
Es ist die Konstanz, die uns definitiv fehlt. Wir schwanken sehr in unseren Leistungen, die mal hoch und mal runter gehen. Daran versuchen wir weiterhin konsequent im Training zu arbeiten.
Wie würden Sie Ihre Leistung gegen den Dresdner SSV einschätzen?
Ich bin mit mir sehr unzufrieden gewesen. Nur im Aufschlag war es mir möglich, ein paar Akzente setzen zu können. Über die Mitte war nicht viel drin. Ich hätte gern mehr über die Mitte angegriffen und Bälle über Blocks abgewehrt. Das war schade.
Die Reise geht weiter. Am kommenden Samstag heißt der Gegner L.E. Volleys II. Sie sind zu Gast bei einem Spitzenteam. Dort könnten Sie doch ganz befreit aufspielen?
Zunächst gilt es das Schlechte vom Spiel gegen den Dresdener SSV auszublenden. Wir müssen schauen, wie wir das Training in der Woche gestalten. Das Wichtigste ist, dass wir in die nächste Partie mit einem freien Kopf gehen und von Anfang an die volle Leistung bringen.
Als Aufsteiger stehen Sie an jedem Spieltag vor einer neuen Herausforderung. Die Teams sind weitestgehend unbekannt.
Man muss sich erstmal orientieren in der Regionalliga, die Mannschaften kennenlernen und schauen, was haben die gegnerischen Mannschaften für Eigenarten. In der Thüringenliga kannten wir alle Mannschaften. Ich würde mal behaupten, wenn wir in jedes Spiel voll reingehen, dann können wir jede Mannschaft schlagen.
