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Ertüchtigung des Albert-Kuntz-Sportparks

Grasgeflüster

Donnerstag, 10. November 2016, 11:00 Uhr
Still ruht in Nordhausen nicht nur der Teich im Stadtpark, auch gegenüber im Albert-Kuntz-Sportpark herrscht relative Stille. Die jedoch ist eher ungewollt und dem Umstand geschuldet, was im Nordhäuser Rathaus passiert. Oder eben auch nicht passiert …

Blick auf die vier Plätze des AKS (Foto: Google Earth) Blick auf die vier Plätze des AKS (Foto: Google Earth)
Auf dem Gelände des AKS herrscht natürlich nicht wirklich Stille, sondern richtig viel Betrieb. Vor allem, weil der Winter naht. Hier nur einmal einige Daten: Wacker Nordhausen hat derzeit 45 Spieler in den beiden Männermannschaften. Das ist das eine Gesicht des erfolgreichsten Fußballvereins der Region. Das andere ist die sich ständig verbessernde und erweiternde Nachwuchsarbeit, die in zwölf Mannschaften mit 190 Jungen und auch Mädchen realisiert wird. 

Und die alle - also in Summe 235 Fußballer - müssen seit zweieinhalb Jahren konstatieren, dass sich nichts, aber auch gar nichts bei einer Erweiterung der Platzkapazitäten bewegt hat. 

Die daraus resultierenden Schwierigkeiten wären nicht so dramatisch, wenn die Plätze auf dem AKS nur von den „Wackeren“ genutzt würden. Obwohl der viel zitierte Hartplatz im Sommer so trocken, hart und staubig ist, dass er kaum genutzt werden kann. Im Winter ist er dann zu dunkel, um einen Pass über 10 m an den schemenhaften Mitspieler zu bringen. Der Hauptplatz ist und der Platz 1 als Trainings- und Erwärmungsplatz vor den Heimspielen sind ausschließlich den Profis vorbehalten, was bei Regionalliga-Vereine durchaus so üblich und angemessen ist.

Bleibt also nur der Kunstrasenplatz, der aber nicht nur von Wacker, sondern auch von allen anderen Vereinen in Nordhausen genutzt werden kann. Im Sommer sieht das so aus:
  • Erster Trainingsblock für die Kleinen ab 15.30 - 17.00 Uhr (Problem hierbei, dass ehrenamtliche Trainer oftmals so früh am Tage noch arbeiten müssen)
  • Zweiter Block von 17.00 - 18.30 Uhr.
  • Dritter Block von 18.30 - 20.00 Uhr für Verbandsliga-Nachwuchsmannschaften und die U 23.
  • Außerdem findet montags und mittwochs das DFB-Stützpunkttraining im AKS (also auf dem Kunstrasenplatz) statt.
Im Winter wird die Situation noch unübersichtlicher. Dann erheben auf dem Kunstrasenplatz auch die Teams aus Bielen, Salza und Krimderode Anspruch auf Trainingszeiten. Allein die FSG Salza verfügt derzeit über vier Männermannschaften und fünf Nachwuchsteams.

Bei der Stadtverwaltung hat Wacker nach Recherchen der nnz schon länger die Nutzungserlaubnis für den Sportplatz an der Lessingschule erbeten. Bisher ohne Ergebnis, das Rathaus trifft hierzu keine Aussage, dieser Platz wird ausschließlich von der FSG genutzt. Mit den städtischen Hallennutzungszeiten im Winter sieht es für Wacker nicht rosiger aus, hier gibt es lediglich Trainingsmöglichkeiten in den Hallen in Ost und in der Lessingschule.

Das sind ganz nüchternen Fakten aus Sicht des Vereins und wir fragten im Rathaus nach, warum denn eigentlich in diesem Jahr nicht mit der verabredeten Sanierung des Hartplatzes begonnen wurde? In der Antwort verweist die Verwaltung auf den Umstand, dass man nicht wusste, ob es überhaupt eine Bedarfszuweisung geben werde. Und damit sei diese Investition keine Ausnahme. 

"Im Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 2016 waren mehrere Investitionen geplant, die zum Teil im Haushaltsjahr 2016 nicht mehr durchgeführt werden können, weil Aufträge für notwendige Maßnahmen noch nicht vergeben werden konnten, bevor die Höhe der Bedarfszuweisungen bekannt war. Der Bescheid über die Gewährung der Bedarfszuweisung (Antrag vom Mai 2016) ging am 28.10.2016 in der Stadt Nordhausen ein. 

Die nicht durchgeführten oder nur teilweise durchgeführten Investitionsmaßnahmen aus dem Jahr 2016 sind nicht gestrichen worden, sondern werden im Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 2017 bzw. in den Folgejahren neu eingeplant.

Weitere Maßnahmen, die das betrifft sind unter anderem:
  • Erwerb von betriebsnotwendiger Ausstattung (Software, Hardware, Ausstattung Bauhof, Erwerb Fahrzeuge (LKW), Erwerb Büromöbel, Erwerb Wahlmöbel, Erwerb Handerfassungsgeräte, Erwerb Feuerwehrausrüstung, Erwerb von Inventar für die Schulen, Erwerb von Ausstattungsgegenständen für kommunale Sportstätten, Ausrüstungsgegenstände für die Grünpflege und den Hochbau)
  • Baumaßnahme Waisenhaus/Walkenrieder Hof
  • Grunderwerb im Sanierungsgebiet Altstadt
  • Baumaßnahme 3. BA Blasiikirchplatz
  • Erschließung Wiedigsburg, Rosengasse
  • Baumaßnahme Quartier Bäckerstraße/Kranichstraße
  • IBA Projekte Quartier Altendorfer Kirchviertel und Nordhausen-Nord
  • Gehweg Grimmelallee (inkl. Beleuchtung)
  • Gehweg „Alte Dorfstraße“ OT Steigerthal (inkl. Beleuchtung)
  • Baumaßnahme Zorgebrücke Marktstraße in Bielen
  • Bushaltestellen"
Also wurde die Hartplatzsanierung in den Entwurf des Haushaltes für das kommende Jahr eingestellt. Insgesamt sollen dafür 740.000 Euro ausgegeben werden, davon sind 444.000 Euro Eigenmittel der Stadt, der Rest sind Fördermittel des Landes. Allerdings beschlossen ist bisher noch nichts. Erst im Dezember sollen die Stadträte hierüber das letzte Wort sprechen.

Wie die nnz erfuhr, steht die Stadt Nordhausen mit dem Land Thüringen in engem Kontakt und arbeitet dem Vernehmen nach an einem aktualisierten Konzept zur Sanierung des gesamten AKS, das dem Land für weitere Gespräche vorgelegt werden soll. Über dieses Konzept und die jeweiligen Zwischenstände soll das Präsidium von Wacker Nordhausen auf dem Laufenden gehalten werden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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