Stadtrat in Ellrich
Grünes Licht für weitere Straßenplanung
Montag, 24. Oktober 2016, 22:14 Uhr
Ist der breitere Ausbau der Sand-und Schäferstraße in Ellrich technisch überhaupt machbar? Der Stadtrat hat am Montagabend mehrheitlich zugestimmt, dass das Straßenbauamt Nordthüringen eine entsprechende Machbarkeitsstudie durchführen und mit den Planungen für das Vorhaben beginnen soll. Anwohner protestierten dagegen…
Hans-Peter Possehn spricht zum Stadtrat. (Foto: S. Schedwill)
Im Sitzungssaal im Ellricher Rathaus herrschte am Montagabend dicke Luft: Rund 30 Ellricher Bürger waren zur Stadtratssitzung erschienen. Sie alle wollten noch einmal ihre Bedenken, ihren Ärger und ihre Fragen rund um den möglichen Ausbau der Sand- und Schäferstraße äußern. Beerdigen Sie das Projekt, brachte es Hans-Peter Possehn, der Sprecher der Ellricher Bürgerinitiative, auf den Punkt. Er erntete dafür viel Applaus im Publikum.
Ausführlich schilderte er den 18 Stadtratsmitgliedern und Bürgermeister Matthias Ehrhold (SPD) noch einmal die Bedenken der Anwohner. Deren Tenor: Die Sand- und Schäferstraße sei für den geplanten Begegnungsverkehr viel zu eng, die Verkehrsbelastung würde steigen. Teilweise fehlen schon jetzt Bürgersteige, stehen Anwohner gleich auf der Straße, so Possehn. Wie wolle man die Kreuzung am Nikolaiplatz und die engbebaute Töpferstraße in Richtung Walkenried mit einbinden, fragten sich die Anwohner. Als totgeborene Idee bezeichnete beispielsweise Mike Zinram das Projekt. Er sei Lkw-Fahrer und könne sehr gut einschätzen, dass die Straßenbreite für die Begegnung zweier Lastzüge kaum ausreichen wird.
Bürgermeister Ehrhold erläuterte den Bürgern noch einmal den Hintergrund des gut sechs Jahre alten Verkehrskonzeptes. Dieses hält verschiedene Varianten vor, in denen es darum geht, den Verkehrsfluss im Sanierungsgebiet der Kernstadt besser zu verteilen. In einem ersten Schritt war die Heim- und Hospitalstraße im Osten der Stadt vor vier Jahren für den Begegnungsverkehr ausgebaut worden. In einem zweiten Schritt plant man die westliche Spange für den Begegnungsverkehr auszubauen. Er machte deutlich, dass man sich noch nicht in einem Planfeststellungsverfahren befinde. Es geht jetzt lediglich darum, dass die technische Machbarkeit überhaupt erst einmal geprüft wird, sagte Ehrhold.
Neben einer Verkehrszählung soll es nun eine Verkehrsknotenpunktmessung am Nikolaiplatz, in der Sand- und Schäferstraße sowie an der Kreuzung Nordhäuser Straße geben. Neben den technischen Voraussetzungen sollen damit auch die aktuellen Verkehrsströme durch die Stadt gemessen werden: Also, wo fahren wie viele Autos am Tag durch Ellrich. Das Straßenbauamt Nordthüringen hatte eine solche Radarmessung bereits im Oktober durchgeführt. Diese sei allerdings nicht repräsentativ, so Ehrhold.
Wir brauchen qualifizierte Unterlagen, wenn wir diskutieren wollen, sagte Stadtratsmitglied Ulrich Künzel (Die Linke). Dem stimmte auch Michael Schulze (BBE) zu. Die Studie kostet uns kein Geld, sagte Jens Schlichting. Auch sollte man überlegen, dass das Straßenbauamt Geld für die Region eingeplant habe. Das ginge möglicherweise verloren, setze man die Studie jetzt aus, warb auch er für Zustimmung.
Nach gut einstündiger Debatte gab der Stadtrat für weitere Planungen grünes Licht: Mit zwölf Ja-Stimmen, sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung beauftragte der Rat den Bürgermeister, dass dieser nun einen entsprechenden Vorvertrag mit dem Straßenbauamt schließen soll.
Autor: ssc
Hans-Peter Possehn spricht zum Stadtrat. (Foto: S. Schedwill)
Im Sitzungssaal im Ellricher Rathaus herrschte am Montagabend dicke Luft: Rund 30 Ellricher Bürger waren zur Stadtratssitzung erschienen. Sie alle wollten noch einmal ihre Bedenken, ihren Ärger und ihre Fragen rund um den möglichen Ausbau der Sand- und Schäferstraße äußern. Beerdigen Sie das Projekt, brachte es Hans-Peter Possehn, der Sprecher der Ellricher Bürgerinitiative, auf den Punkt. Er erntete dafür viel Applaus im Publikum.
Ausführlich schilderte er den 18 Stadtratsmitgliedern und Bürgermeister Matthias Ehrhold (SPD) noch einmal die Bedenken der Anwohner. Deren Tenor: Die Sand- und Schäferstraße sei für den geplanten Begegnungsverkehr viel zu eng, die Verkehrsbelastung würde steigen. Teilweise fehlen schon jetzt Bürgersteige, stehen Anwohner gleich auf der Straße, so Possehn. Wie wolle man die Kreuzung am Nikolaiplatz und die engbebaute Töpferstraße in Richtung Walkenried mit einbinden, fragten sich die Anwohner. Als totgeborene Idee bezeichnete beispielsweise Mike Zinram das Projekt. Er sei Lkw-Fahrer und könne sehr gut einschätzen, dass die Straßenbreite für die Begegnung zweier Lastzüge kaum ausreichen wird.
Bürgermeister Ehrhold erläuterte den Bürgern noch einmal den Hintergrund des gut sechs Jahre alten Verkehrskonzeptes. Dieses hält verschiedene Varianten vor, in denen es darum geht, den Verkehrsfluss im Sanierungsgebiet der Kernstadt besser zu verteilen. In einem ersten Schritt war die Heim- und Hospitalstraße im Osten der Stadt vor vier Jahren für den Begegnungsverkehr ausgebaut worden. In einem zweiten Schritt plant man die westliche Spange für den Begegnungsverkehr auszubauen. Er machte deutlich, dass man sich noch nicht in einem Planfeststellungsverfahren befinde. Es geht jetzt lediglich darum, dass die technische Machbarkeit überhaupt erst einmal geprüft wird, sagte Ehrhold.
Neben einer Verkehrszählung soll es nun eine Verkehrsknotenpunktmessung am Nikolaiplatz, in der Sand- und Schäferstraße sowie an der Kreuzung Nordhäuser Straße geben. Neben den technischen Voraussetzungen sollen damit auch die aktuellen Verkehrsströme durch die Stadt gemessen werden: Also, wo fahren wie viele Autos am Tag durch Ellrich. Das Straßenbauamt Nordthüringen hatte eine solche Radarmessung bereits im Oktober durchgeführt. Diese sei allerdings nicht repräsentativ, so Ehrhold.
Wir brauchen qualifizierte Unterlagen, wenn wir diskutieren wollen, sagte Stadtratsmitglied Ulrich Künzel (Die Linke). Dem stimmte auch Michael Schulze (BBE) zu. Die Studie kostet uns kein Geld, sagte Jens Schlichting. Auch sollte man überlegen, dass das Straßenbauamt Geld für die Region eingeplant habe. Das ginge möglicherweise verloren, setze man die Studie jetzt aus, warb auch er für Zustimmung.
Nach gut einstündiger Debatte gab der Stadtrat für weitere Planungen grünes Licht: Mit zwölf Ja-Stimmen, sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung beauftragte der Rat den Bürgermeister, dass dieser nun einen entsprechenden Vorvertrag mit dem Straßenbauamt schließen soll.
