Neuzugang für den Geopark
Vom Brocken bis nach Bleicherode
Dienstag, 18. Oktober 2016, 16:45 Uhr
Geologie, die Faszination für den Stein, ist nicht eben jedermanns Sache. Dabei erzählt jeder Stein eine Geschichte. Viele davon kann man entdecken, wenn man im Geopark Harz unterwegs ist. Der wurde heute um 16 interessante Wegpunkte erweitert...
Ein Kleinod versteckt im Hinterland - die Basilika St. Gangolf in Münchenlohra (Foto: Angelo Glashagel)
Die Türme der Basilika erheben sich auch heute noch weithin sichtbar über das kleine Dorf. Die imposante romanische Kirche St. Gangolf in Münchenlohra stammt aus dem 13. Jahrhundert und gehörte zum Augustinerkloster des Ortes, das wohl von den Grafen von Lohra gegründet wurde.
Nicht weit entfernt steht die Wegekapelle Elende, ein kleiner unscheinbarer Bau am Straßenrand. Einst bewahrte man hier ein Marienbildnis auf, dem man wunderkräfte Zuschrieb, was dass kleine Dörfchen im Mittelalter zu einer der populärsten Pilgerorte im Mitteldeutschen Raum machte.
Hoch oben über dem Ort thronte schon damals die Burg Lohra, deren Kapelle wie die St. Gangolf Basilika aus dem umgebenden Kalkgestein erbaut wurde. Wer die drei Orte heute besuchen will, der muss Ortskenntnis mitbringen, über Landstraßen, Schleichwege und Schotterpisten fahren. Die Bedeutung, welche die Orte einst hatten, ist längst verloren.
Isabel Reuter vom Geopark erläuterte die einzelnen Wegmarken (Foto: Angelo Glashagel)
Aber vergessen sind sie nicht. Für den Erhalt der Wegekapelle in Elende erhielt ein Ortsansässiger Verein jüngst Fördermittel, die Burg Lohra wird vom Verein "Open Houses" für Seminare genutzt und die eindrucksvolle Basilika und das angrenzende Klostergelände werden ebenfalls von einem Verein gepflegt. Die Region kann sich sehen lassen, wenn man ihre Kleinodien denn nur auch finden kann.
Damit das vor allem Besuchern von außerhalb leichter fällt, wurden die drei historsischen Flecken, zusammen mit 13 weiteren markanten Orten in den "UNESCO Geopark Harz-Braunschweiger Land-Ostfalen" aufgenommen. Zusammengefasst gehören sie jetzt zur "Wegmarke 21" im Geopark. Ein Faltblatt wie auch der Internetauftritt des Geoparks informieren über die einzelnen Orte, ihre Geschichte und ihre Besonderheiten. Vor Ort gibt es insgesamt acht Informationstafeln.
Eine davon wurde anlässlich der Aufnahme in den Geopark heute enthüllt. Man wolle Besucher über die Geologie an die Geschichte und die Besonderheiten der Landschaft heranführen, sagte Isabel Reuter vom Geopark. Die Auswahl treffe man nicht vom Schreibtisch aus, sondern vor Ort in Zusammenarbeit mit den Menschen der Region. "Wir suchen das, was ins Auge fällt", sagt Reuter, dabei tauche man nicht sehr tief in die wissenschaftlichen Aspekte der Geologie ein, sondern versuche über die Eigenschaften der Landschaft ihre Sehenswürdigkeiten und ihre Geschichte zu erschließen.
Ein Kleinod versteckt im Hinterland - die Basilika St. Gangolf in Münchenlohra (Foto: nnz)
Unterstützung bekommt man dabei von den Partnern und Verbandsmitgliedern, zu denen auch Kommunen, Hotels, Gaststätten und Vereine gehören. Über den gesamten Harz verteilt gibt es insgesamt 130 Stellen, bei denen auch die entsprechenden Informationsmaterialien ausliegen. Wie viele Personen man damit tatsächlich erreicht, sei schwer zu sagen, erklärte Isabel Reuter, man wisse aber aus den Rückmeldungen der Partner das die Handreichungen des Geoparks von den Gästen gerne mitgenommen würden anstatt, wie manch anderer Flyer, im Papierkorb zu landen.
Die Infomaterialien zur neuen Wegmarke des Parks haben eine Auflage von 15.000 Stück, insgesamt zirkulieren zur Zeit 3,4 Mio. Printerzeugnisse des Geoparks. Neben dem Bleicheröder Umland gehört auch der Kohnstein und sein Umfeld zu den präsentierten Orten. Mit der Aufnahme in den Geopark habe man auch die Möglichkeit, sich von anderen Gebieten abzuheben, sagt Reuter, wenn man die Region vermarkten wolle müsse man gemeinsam sehen was man anzubieten habe.
Was Elende einst für die Pilger war, das wird man durch die Schautafeln und Faltblätter für den modernen Tourismus wohl kaum werden. Aber es ist ein weiterer Schritt auf dem Weg den Südharz und seine kleinen Überraschungen aus dem Schatten zu holen. Und ein Blick in die versteckten Winkel zwischen Berg und Tal lohnt sich nicht nur für Besucher, sondern sicher auch für den ein oder anderen ahnungslosen Einheimischen.
Angelo Glashagel
Autor: red
Ein Kleinod versteckt im Hinterland - die Basilika St. Gangolf in Münchenlohra (Foto: Angelo Glashagel)
Die Türme der Basilika erheben sich auch heute noch weithin sichtbar über das kleine Dorf. Die imposante romanische Kirche St. Gangolf in Münchenlohra stammt aus dem 13. Jahrhundert und gehörte zum Augustinerkloster des Ortes, das wohl von den Grafen von Lohra gegründet wurde.
Nicht weit entfernt steht die Wegekapelle Elende, ein kleiner unscheinbarer Bau am Straßenrand. Einst bewahrte man hier ein Marienbildnis auf, dem man wunderkräfte Zuschrieb, was dass kleine Dörfchen im Mittelalter zu einer der populärsten Pilgerorte im Mitteldeutschen Raum machte.
Hoch oben über dem Ort thronte schon damals die Burg Lohra, deren Kapelle wie die St. Gangolf Basilika aus dem umgebenden Kalkgestein erbaut wurde. Wer die drei Orte heute besuchen will, der muss Ortskenntnis mitbringen, über Landstraßen, Schleichwege und Schotterpisten fahren. Die Bedeutung, welche die Orte einst hatten, ist längst verloren.
Isabel Reuter vom Geopark erläuterte die einzelnen Wegmarken (Foto: Angelo Glashagel)
Aber vergessen sind sie nicht. Für den Erhalt der Wegekapelle in Elende erhielt ein Ortsansässiger Verein jüngst Fördermittel, die Burg Lohra wird vom Verein "Open Houses" für Seminare genutzt und die eindrucksvolle Basilika und das angrenzende Klostergelände werden ebenfalls von einem Verein gepflegt. Die Region kann sich sehen lassen, wenn man ihre Kleinodien denn nur auch finden kann.Damit das vor allem Besuchern von außerhalb leichter fällt, wurden die drei historsischen Flecken, zusammen mit 13 weiteren markanten Orten in den "UNESCO Geopark Harz-Braunschweiger Land-Ostfalen" aufgenommen. Zusammengefasst gehören sie jetzt zur "Wegmarke 21" im Geopark. Ein Faltblatt wie auch der Internetauftritt des Geoparks informieren über die einzelnen Orte, ihre Geschichte und ihre Besonderheiten. Vor Ort gibt es insgesamt acht Informationstafeln.
Eine davon wurde anlässlich der Aufnahme in den Geopark heute enthüllt. Man wolle Besucher über die Geologie an die Geschichte und die Besonderheiten der Landschaft heranführen, sagte Isabel Reuter vom Geopark. Die Auswahl treffe man nicht vom Schreibtisch aus, sondern vor Ort in Zusammenarbeit mit den Menschen der Region. "Wir suchen das, was ins Auge fällt", sagt Reuter, dabei tauche man nicht sehr tief in die wissenschaftlichen Aspekte der Geologie ein, sondern versuche über die Eigenschaften der Landschaft ihre Sehenswürdigkeiten und ihre Geschichte zu erschließen.
Ein Kleinod versteckt im Hinterland - die Basilika St. Gangolf in Münchenlohra (Foto: nnz)
Unterstützung bekommt man dabei von den Partnern und Verbandsmitgliedern, zu denen auch Kommunen, Hotels, Gaststätten und Vereine gehören. Über den gesamten Harz verteilt gibt es insgesamt 130 Stellen, bei denen auch die entsprechenden Informationsmaterialien ausliegen. Wie viele Personen man damit tatsächlich erreicht, sei schwer zu sagen, erklärte Isabel Reuter, man wisse aber aus den Rückmeldungen der Partner das die Handreichungen des Geoparks von den Gästen gerne mitgenommen würden anstatt, wie manch anderer Flyer, im Papierkorb zu landen.
Die Infomaterialien zur neuen Wegmarke des Parks haben eine Auflage von 15.000 Stück, insgesamt zirkulieren zur Zeit 3,4 Mio. Printerzeugnisse des Geoparks. Neben dem Bleicheröder Umland gehört auch der Kohnstein und sein Umfeld zu den präsentierten Orten. Mit der Aufnahme in den Geopark habe man auch die Möglichkeit, sich von anderen Gebieten abzuheben, sagt Reuter, wenn man die Region vermarkten wolle müsse man gemeinsam sehen was man anzubieten habe.
Was Elende einst für die Pilger war, das wird man durch die Schautafeln und Faltblätter für den modernen Tourismus wohl kaum werden. Aber es ist ein weiterer Schritt auf dem Weg den Südharz und seine kleinen Überraschungen aus dem Schatten zu holen. Und ein Blick in die versteckten Winkel zwischen Berg und Tal lohnt sich nicht nur für Besucher, sondern sicher auch für den ein oder anderen ahnungslosen Einheimischen.
Angelo Glashagel
