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Volleyball Saisonauftakt: SCV – TSV Leipzig

SVC jubelt nach Volleyball-Krimi

Sonntag, 09. Oktober 2016, 16:27 Uhr
Wille, Kampf, Leidenschaft – und zwei Punkte für den SVC Nordhausen. Nach zwei packenden Stunden lagen sich die Regionalliga-Volleyballer des SVC jubelnd in den Armen. Das Team von Trainer Alexander Metelski feierte vor 300 Zuschauern einen glücklichen 3:2-Auftaktsieg (25:8, 23:25, 18:25, 25:22, 15:9) gegen den TSV Leipzig 76. Sandra Arm fasst das Spielgeschehen noch einmal zusammen...

SVC gewinnt Auftaktmatch (Foto: Sandra Arm) SVC gewinnt Auftaktmatch (Foto: Sandra Arm)
Knapp 120 Minuten Anspannung entluden sich in einem Moment: Es gab kein Halten mehr, klatschend standen die Zuschauer auf der Tribüne und feierten das Team, das soeben einen nervenaufreibenden Krimi gewonnen hatte.

„Die Zuschauer sind unglaublich mitgegangen. Als sie zum Schluss auf der Tribüne standen, das sorgte schon für Gänsehautstimmung“, zeigte sich Mittelblocker Dominik Rieger über die positive Unterstützung von den Rängen sehr angetan. Ausgestattet mit Pappklatschen, Trommeln und Rasseln peitschte das Publikum die Spieler nach vorn.

Der SVC startete souverän in den ersten Durchgang. Vom Aufschlag über die Annahme bis zum Angriff passte bei den Nordhäusern alles. Belohnt wurde das Team nach 16 Minuten mit einem klaren Satzgewinn – 25:8. Wer dachte, das Spiel könnte nach dem überlegenen Auftakt schnell entschieden sein, der wurde nachfolgend eines besseren belehrt. „Das ist Volleyball. Du weißt einfach, dass es bis zum Ende nicht so weitergeht“, sagte Rieger, der von einer Kopfsache sprach. „Die Leipziger hatten nichts zu verlieren. In den zweiten Satz gehen sie komplett wieder neu rein. Für uns war es schwer, auf dieser Welle weiter zu reiten.“

Wie schwer es wirklich war, zeigte sich vorrangig in den Durchgängen zwei, drei und vier. „Der eine oder andere ist sicherlich vor dem Publikum etwas nervös geworden. Die Annahme kam nicht, zugleich hat uns die Sicherheit im Angriff verlassen“, hatte Rieger beobachtet. So liefen die Nordhäuser im zweiten Durchgang immer wieder einem Rückstand hinterher. Beim Gastgeber summierten sich die Fehler. Mal landeten Aufschläge im Netz, mal im Aus oder die Angriffe wurde nicht mehr so präzise ausgespielt. Doch selbst als die Leipziger mit vier Punkten führten (10:14), kämpften sich die Nordhäuser immer wieder zurück ins Spiel. Beim 22:22 schien wieder alles möglich. Das bessere Ende verbuchte Leipzig für sich – 23:25.

Verheißungsvoll begann der dritte Durchgang. Der SVC setzte mit Blockaktionen sowie druckvollen Angriffen über die Außen wertvolle Akzente, so dass er sich zum 13:7 absetzte. Es folgte eine Schwächephase. Die Gäste wussten sich zu steigern und drehten den Rückstand innerhalb von wenigen Minuten in einen Zwei-Punkte-Vorsprung (13:15). Zwei Auszeiten von Trainer Metelski brachten nicht den gewünschten Effekt. Die Leipziger drehten weiter auf, profitierten von den Fehlern des SVC, der mit argen Probleme in der Annahme zu kämpfen hatte, und gewannen den Satz – 18:25.

Die Gäste führten nach Sätzen mit 2:1, der vierte konnte also schon der entscheidende sein. Der SVC gab sich keineswegs auf. „In jedem Satz haben wir immer an uns geglaubt, auch wenn der Gegner mit drei, vier Punkten führte. Das ist das, was die Mannschaft momentan auszeichnet. Wir glauben an uns und geben nie auf“, sagte Rieger, mit dessen Einwechslung Trainer Metelski versuchte, dem Spiel neue Impulse zu geben. Der 42-Jährige motivierte und fand die richtigen Worte, um das Team wieder aufzubauen. „Du merkst an der Körpersprache, sie wollten, aber sie waren ein bisschen weg gewesen. In diesen Situationen musst du versuchen, jeden zu erreichen. Da hilft es, sich über jeden Punkt zu freuen und sich daran hochzuziehen.“

Der Ausgleich zum 2:2 war das richtige Zeichen. Auch wenn der Durchgang heiß umkämpft war, der SVC überzeugte mit ganz viel Kampf und Leidenschaft. Das Publikum spürte, das noch was möglich war. Und so gab man sich gegenseitig Kraft. Getragen von der Euphorie auf den Rängen entschied der SVC den vierten Satz zu seinen Gunsten – 25:22. Der fünfte Durchgang spiegelte ein wenig den Verlauf der vorigen Sätze wieder. Nach gutem Start (3:0) folgte eine schwächere Phase (4:4) des Gastgebers, so dass die Partie bis zum Seitenwechsel recht ausgeglichen verlief. Beim Stand von 11:7 folgte eine Auszeit. „Wir haben uns gesagt, das ist unsere Halle, das ist unser erstes Spiel und wir wollen das Ding hier unbedingt ziehen“, sagte Rieger. Und das tat die Mannschaft – 15:9.

Der Auftakt in die Saison war für den SVC ein erfolgreicher, wenn auch mit einigen Abstrichen. „Er war okay, aber nicht sehr gut“, deutete Rieger an. Wille, Kampf und Leidenschaft werden ebenso am kommenden Samstag (19 Uhr) gefragt sein, wenn der SVC zum Tabellenführer nach Oelsnitz reist.
Sandra Arm
Autor: red

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