Wacker-Fan schreibt an Ministerpräsident
Herr Ramelow, wir fühlen uns veralbert!
Mittwoch, 05. Oktober 2016, 08:00 Uhr
Es war der 8. März des vergangenen Jahres. Thüringens Ministerpäsident Bodo Ramelow kommt zu Besuch in den Albert-Kuntz-Sportpark nach Nordhausen. Er will sich das Spiel gegen Jena ansehen und...
Heiko Rüdrich (Foto: Bernd Peter)
Heiko Rüdrich, hier vor einem Spiel seiner Wacker-Elf in Bad Langensalza. Er hat einen Frustbrief an Ministerpräsident Ramelow geschrieben.
... macht zwar keine konkreten Versprechungen, signalisiert jedoch Unterstützung seitens der Landesregierung zur Sanierung oder zum Umbau des AKS. Mehr als eineinhalb Jahre sind seitdem vergangen. Einem der treuesten Wacker-Fans reicht es jetzt. Er hat Bodo Ramelow geschrieben.
Sehr geehrter Herr Ramelow, hier melde ich mich mal wieder zwecks Nachfrage, wie weit es um die Hilfe für den AKS bestellt ist. Der Stadt Erfurt wurde ja wieder mal vom Land geholfen, um das Stadion fertig werden zu lassen. Da geht das so schnell, weil ja das Image der Landeshauptstadt nicht leiden soll. Das stinkt uns hier alle an.
Alles schön lang am A4-Äquator wird schnell bearbeitet, der Rest oberhalb und unterhalb der Autobahn darf sich dann um die Allmosen prügeln. Seit dem letzten Schreiben aus Ihrer Staatskanzlei ist auch schon wieder einige Zeit ins Land gegangen. Die Leute hier fühlen sich vera..., da wundern Sie sich noch wegen der Politikverdrossenheit. Viele von uns sind sehr enttäuscht von Ihnen, da so lange nichts von Ihnen zu hören war und ist. Könnten Sie - genauso schnell, wie in Erfurt zur Rettung des Stadions reagiert haben, auch für uns mal eine Zusage treffen?
Hochachtungsvoll Heiko Rüdrich
Soweit das Schreiben. Doch der Frust von Heiko, aber auch vieler anderen Wacker-Fans und vor allem derjenigen, die seit dem Jahr 2000 in Verantwortung für den Verein standen, sitzt viel tiefer. Damals nämlich stand Wacker Nordhausen kurz vor der Insolvenz und konnte sich nur mühsam - mit Unterstützung der Sponsoren und auch der lokalen Politik - aus dem wirtschaftlichen Schlamassel befreien. Eine erbetene Unterstützung in Richtung der Landeshauptstadt verpuffte.
Bei Rot Weiß Erfurt nicht. Der Hauptstadtklub stand um die Jahrtausendwende ebenfalls vor dem Desaster. Doch der wurde gerettet. Auch und vor allem durch eine finanzielle Spritze seitens des Landes. Der damals zuständige Minister war Richard Dewes. RWE wurde gerettet, Wacker überließ man seinem Schicksal.
Das ist Vergangenheit, doch die wird eben in Nordhausen nicht vergessen. Und einer wagen Zusage, dass im Jahr 2018 vermutlich Fördermittel für den AKS in den Haushalt eingestellt werden könnten, der glaubt in und um Nordhausen herum niemand. Jedenfalls solange nicht, bis Taten folgen. Das Geld, das die Landesregierung für die Erfurter Arena für den Ernstfall bereitstellt, war vermutlich auch nicht im aktuellen Landeshaushalt vorgesehen. Das Messen mit zweierlei Maß, das geht - so sehen es die Nordhäuser - munter weiter.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz
Heiko Rüdrich (Foto: Bernd Peter)
Heiko Rüdrich, hier vor einem Spiel seiner Wacker-Elf in Bad Langensalza. Er hat einen Frustbrief an Ministerpräsident Ramelow geschrieben.
... macht zwar keine konkreten Versprechungen, signalisiert jedoch Unterstützung seitens der Landesregierung zur Sanierung oder zum Umbau des AKS. Mehr als eineinhalb Jahre sind seitdem vergangen. Einem der treuesten Wacker-Fans reicht es jetzt. Er hat Bodo Ramelow geschrieben.
Sehr geehrter Herr Ramelow, hier melde ich mich mal wieder zwecks Nachfrage, wie weit es um die Hilfe für den AKS bestellt ist. Der Stadt Erfurt wurde ja wieder mal vom Land geholfen, um das Stadion fertig werden zu lassen. Da geht das so schnell, weil ja das Image der Landeshauptstadt nicht leiden soll. Das stinkt uns hier alle an.
Alles schön lang am A4-Äquator wird schnell bearbeitet, der Rest oberhalb und unterhalb der Autobahn darf sich dann um die Allmosen prügeln. Seit dem letzten Schreiben aus Ihrer Staatskanzlei ist auch schon wieder einige Zeit ins Land gegangen. Die Leute hier fühlen sich vera..., da wundern Sie sich noch wegen der Politikverdrossenheit. Viele von uns sind sehr enttäuscht von Ihnen, da so lange nichts von Ihnen zu hören war und ist. Könnten Sie - genauso schnell, wie in Erfurt zur Rettung des Stadions reagiert haben, auch für uns mal eine Zusage treffen?
Hochachtungsvoll Heiko Rüdrich
Soweit das Schreiben. Doch der Frust von Heiko, aber auch vieler anderen Wacker-Fans und vor allem derjenigen, die seit dem Jahr 2000 in Verantwortung für den Verein standen, sitzt viel tiefer. Damals nämlich stand Wacker Nordhausen kurz vor der Insolvenz und konnte sich nur mühsam - mit Unterstützung der Sponsoren und auch der lokalen Politik - aus dem wirtschaftlichen Schlamassel befreien. Eine erbetene Unterstützung in Richtung der Landeshauptstadt verpuffte.
Bei Rot Weiß Erfurt nicht. Der Hauptstadtklub stand um die Jahrtausendwende ebenfalls vor dem Desaster. Doch der wurde gerettet. Auch und vor allem durch eine finanzielle Spritze seitens des Landes. Der damals zuständige Minister war Richard Dewes. RWE wurde gerettet, Wacker überließ man seinem Schicksal.
Das ist Vergangenheit, doch die wird eben in Nordhausen nicht vergessen. Und einer wagen Zusage, dass im Jahr 2018 vermutlich Fördermittel für den AKS in den Haushalt eingestellt werden könnten, der glaubt in und um Nordhausen herum niemand. Jedenfalls solange nicht, bis Taten folgen. Das Geld, das die Landesregierung für die Erfurter Arena für den Ernstfall bereitstellt, war vermutlich auch nicht im aktuellen Landeshaushalt vorgesehen. Das Messen mit zweierlei Maß, das geht - so sehen es die Nordhäuser - munter weiter.
Peter-Stefan Greiner
