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Zauberwort Renaturierung

Soll das alles am Kohnstein sein?

Samstag, 01. Oktober 2016, 12:17 Uhr
Zu einem Tag der "offenen Tür" hatten gestern die Verantwortlichen für die Kohnstein Bergwerks GmbH eingeladen. Auch Tim Schäfer war dabei und machte sich anschließend so seine Gedanken...

Gestern beim Tag der offenen Tür (Foto: nnz) Gestern beim Tag der offenen Tür (Foto: nnz)
Gestern beim Tag der offenen Tür

Die Firma Mütze und Rätsel zeigte gestern professionelles Vorgehen, tolle Technik in Aktion und gutes Management der Geschäftsabwicklung im Deponieprojekt mit Abraum, der insbesondere von Stuttgart nach Nordhausen bzw. Kohnstein bei Niedersachswerfen verbracht wird. Big Business.

Gestern fiel aber auch das ökologische Zauberwort der Renaturierung. Renaturierung? Mit dem Begriff verbindet man doch unterschiedliche Bestrebungen und Maßnahmen, um durch Menschenhand negativ beeinträchtigte oder zerstörte Lebensräume wiederherzustellen. Beziehungsweise wieder in ihren ursprünglichen oder einen zumindest naturnahen Zustand zu bringen?

Zu den ursprünglichen Ökosystemen ist noch nicht sehr viel bekannt. Darf man dann aber einfach so lediglich deponieren, wo bleiben die ursprünglichen Feuchtgebiete, die einst den Fuß des Kohnstein mit bestimmten? Sonst wird es final doch lediglich eine weitere Beeinträchtigung sein, wo ist man da besser als zuvor? Was ist dazu aus der Studie geworden, die die Gipsindustrie im Taktieren um die neuen Abbaugebiete einst vorgeschlagen hat?

Man füllt jetzt das Niveau des alten Tagebaus auf ein Niveau x in Abstimmung mit der Thüringer Bergbehörde auf. Genau das hat man mit Deponien am Berg oder in der Umgebung immer schon getan. Ist das der Zeitgeist und politische Wille? Armer Kohnstein, soll das allein deine Renaturierung sein?
Tim Schäfer
Autor: nnz

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