Stadtentwicklungskonzept bis 2030
Bleicherode schmiedet Pläne
Donnerstag, 29. September 2016, 19:04 Uhr
Das neue Jahrtausend hat es bisher nicht allzu gut gemeint mit Bleicherode. Nach vielen Rückschlägen und einem rigorosen Sparkurs sieht man aber langsam, langsam Licht am Ende des Tunnels. Im Stadtrat hat man sich heute Gedanken gemacht, wie es in den nächsten 14 Jahren weiter gehen soll...
Einer der zumindest die nächste Zeit mitgestalten wird, ist Thomas Apitius. Er rückt als Stadtrat für Ramona Hoidn-Stock nach, die in der letzten Sitzung des Rates verabschiedet wurde. Damit war die zweite Sitzung des Rates nach der Sommerpause eingeläutet.
Im Zentrum der Sitzung sollte die Zukunft der Stadt stehen, genauer die der Altstadt und der nördlichen Altstadt. Herr Michael Krüger von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) stellte das integrierte Stadtentwicklungskonzept bis zum Jahr 2030 vor. Die Besprechungen dazu dauern bereits ein Jahr an, erste Vorstellungen präsentierte man bereits im vergangenen Jahr. Wichtig sei das man einen roten Faden habe, das man wisse, wo es hingehe mit der Stadt, auch baulich, sagte Bleicherodes Bürgermeister Frank Rostek. Nicht zuletzt braucht man das Papier auch um Zugang zu verschiedenen Fördermittel zu erhalten.
Vieles wurde gemeinsam ausgehandelt, nicht nur im verschlossenen Kämmerlein, sondern auch unter Beteiligung der Bleicheröder Bürger. Ziel war es ein Leitbild für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu schaffen, sagte Krüger. Die großen Herausforderungen werde der demografische Wandel sein, damit einher gehe auch ein Wandel in der wirtschaftlichen Struktur, erläuterte der Stadtplaner.
Würde man die Hände in den Schoß legen und nichts machen sei mit einem Bevölkerungsrückgang zu rechnen, der die Einwohnerzahl der Stadt auf rund 5000 Personen sinken lassen könnte. Entsprechend würde auch der Leerstand an Wohnraum steigen. Die Anforderungen an Wohnraum ändern sich mit dem Alter, auch das will bedacht sein.
Eine Möglichkeit dem zu Begegnen sind geplante Eingriffe in den Wohnraumbestand, etwa durch Rück- und Umbau, Pläne die in Bleicherode in den letzten Wochen und Monaten immer mal wieder zur Sprache kamen. Der Schwerpunkt liege dabei auf der Altstadt und ihrem Bestand an Fachwerkgebäuden. Hier bestehe städtebaulich der größte Handlungsdruck, erläuterte Krüger.
Soweit die Vorplanung, Basis für den Rahmenplan. Der befasst sich im Detail mit den einzelnen Bereichen wie den einzelnen Abschnitten der Hauptstraße oder auch der Hagenstraße, Bahnhofstraße und Niedergebraerstraße. Wie die Entwürfe aussehen, konnte und kann man als interessierter Bürger auch im Internet verfolgen, die grafischen Ausarbeitungen und Erläuterungen sind unter www.bleicherode-entwickelt-sich.de zu finden.
An vielen Stellen mussten die Entwürfe mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden aber auch mit der "IBA", der internationalen Bauaustellung, die im eher klammen Bleicherode als Finanzierungsquelle für ambitionierte Projekte in Frage kommt. Im Maßnahmekatalog stehen insgesamt 59 Einzelmaßnahmen. In weiter Ferne sind die Pläne nicht, Abstimmungsgespräche mit den Behörden und der IBA für das kommende Jahr liefen bereits, sagte Krüger. Es gebe zwar auch Negativszenarien und Dinge die einem alltäglich zu sehen sein, daran müsse man arbeiten, dann könne man das auch bewältigen. "Wir haben eine ganze Reihe von großartigen Möglichkeiten und Chancen in der Stadt", so der Planer, man könne an vielen Stellen arbeiten.
Fördermöglichkeiten gibt es viele, sei es von Seiten der EU oder die verschiedenen Formen der Städtebauförderung. Damit Mittel auch beantragt werden können, muss es einen Beschluss des Stadtrates geben, und den gibt es am Abend, einstimmig.
Mit dem Baubestand ging es auch danach weiter, die Wohnungsverwaltungsgesellschaft, einer Tochter der Nordhäuser Wohnungsbaugenossenschaft, stellte den Jahresabschluss der von ihr betreuten Bleicheröder Wohnungsbau GmbH vor. Knapp 50% des Gebäudebestands gilt als voll saniert, wurde also in den letzten Jahren auf Vordermann gebracht, 40% wurdenTeilsaniert, es bestehe aber punktuell weiter hoher Sanierungsbedarf, sagte Steffen Loup.
2012 hatte die Bleicheröder Wohnungsbau GmbH einen Teilschulderlass bekommen, die Sanierungsamaßnahmen am Stadtpark und die Straßenbaumaßnahmen in der Naumannstraße haben in den letzten Jahren dazu geführt, das der Stand der Objektverschuldung wieder moderat angestiegen ist.
Am Ende steht ein Minus von 79.800 Euro, die Erlössituation habe sich wegen der Sanierungen verbessert, insgesamt sei die Lage aber angespannt, so Loup. "Die Liquidität ist gesichert, die Aufwendungen für Instandhaltungen sind auf einem guten Niveau, aber wir werden keine großen Sprünge machen können", erläuterte Steffen Loup.
Vergeben wurde außerdem die Gaskonzession für die nächsten 20 Jahre an die Thüringer Energie AG. Bürgermeister Rostek wurde ermächtigt, entsprechende Verträge abzuschließen. Bei einer Enthaltung wurde der Beschluss angenommen.
In den Sozialausschuss kommt durch das Nachrücken von Thomas Apitius in den Stadtrat und die Abberufung von Sophie Schieke Bewegung. Zwei neue sachkundige Bürger mussten als frische Ergänzungen für den Ausschuss berufen werden. Janine Knodel ist gebürtige Bleicheröderin und arbeitet als Lehrerin für Deutsch und Literatur an der Nordhäuser Hochschule. Frau Ina Burkhardt ist eigentlich Nordhäuserin, lebt aber schon seit 20 Jahren in Bleicherode. Beruflich befindet sie sich zur Zeit in einer Phase der Neuorientierung, sie freue sich schon auf die Arbeit als sachverständige Bürgerin, so Frau Burkhardt am Abend. Der Sozialausschuss sei damit wieder voll funktionsfähig, sagte Bleicherodes Bürgermeister Frank Rostek und begrüßte die beiden Neuzugänge.
Sie werden schon bald im Sozialausschuss tätig werden können, der Stadtrat beauftragte im vorletzten Tagesordnungspunkt vor dem Nicht-öffentlichen Teil mit der Bildung einer Seniorenvertretung in der Stadt Bleicherode unter Einbeziehung der Umlandgemeinden.
Interessant bleibt es auch im Rechtsstreit zwischen Bleicherode und Nordhausen in Sachen Finanzausstattung. Das Problem sei flächendeckend und schon unter der Ägide der CDU Regierung entstanden, sagte Rostek. Man habe in der letzen Verhandlungen vier Stunden miteinander über Grundsatzfragen gesprochen. Wie sieht die "adäquate" Ausstattung einer Kommune eigentlich konkret aus? Die Auseinandersetzung habe Strahlkraft in ganz Thüringen, so Rostek weiter, zur Verhandlungen waren denn auch Vertreter von Ministerien und anderen Gemeinden und Zusammenschlüssen zugegen. Wie das Urteil ausfallen wird, konnte Bürgermeister Rostek noch nicht sagen.
Kritik übte Rostek auch an den Plänen zur Gebietsreform, sie würde teurer werden, was man bekomme müsste für die Klärung der Formalien wieder ausgegeben werden. Zudem sei der Zeitrahmen für eine Reform dieser Größenordnung "sehr ambitioniert".
Gute Nachrichten gab es in Sachen Breitbandausbau in Bleicherode und Obergebra, bis zum Frühjahr soll sich hier etwas tun, erklärte Rostek.
Sorgen bereitet hingegen der Zierbrunnen. Das Innenleben des Wasserspiels ist marode, inzwischen plätschert er nicht mehr, die Sanierung würde mit rund 57.000 Euro zu Buche schlagen. Kein kleine Summe für die Stadt, man wolle aber Wege finden den Brunnen zu erhalten, so Rostek.
Das Heimatmuseum soll Stück für Stück wiederbelebt werden, man suche Ideen, große Blütenträume könne man aber nicht realisieren. Gute Nachrichten auch vom Sportplatz. Durch Sponsorenmittel konnte der Platz neu begrünt werden und soll in Zukunft auch von den Schulen und Vereinen wieder genutzt werden.
Angelo Glashagel
Autor: redEiner der zumindest die nächste Zeit mitgestalten wird, ist Thomas Apitius. Er rückt als Stadtrat für Ramona Hoidn-Stock nach, die in der letzten Sitzung des Rates verabschiedet wurde. Damit war die zweite Sitzung des Rates nach der Sommerpause eingeläutet.
Im Zentrum der Sitzung sollte die Zukunft der Stadt stehen, genauer die der Altstadt und der nördlichen Altstadt. Herr Michael Krüger von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) stellte das integrierte Stadtentwicklungskonzept bis zum Jahr 2030 vor. Die Besprechungen dazu dauern bereits ein Jahr an, erste Vorstellungen präsentierte man bereits im vergangenen Jahr. Wichtig sei das man einen roten Faden habe, das man wisse, wo es hingehe mit der Stadt, auch baulich, sagte Bleicherodes Bürgermeister Frank Rostek. Nicht zuletzt braucht man das Papier auch um Zugang zu verschiedenen Fördermittel zu erhalten.
Vieles wurde gemeinsam ausgehandelt, nicht nur im verschlossenen Kämmerlein, sondern auch unter Beteiligung der Bleicheröder Bürger. Ziel war es ein Leitbild für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu schaffen, sagte Krüger. Die großen Herausforderungen werde der demografische Wandel sein, damit einher gehe auch ein Wandel in der wirtschaftlichen Struktur, erläuterte der Stadtplaner.
Würde man die Hände in den Schoß legen und nichts machen sei mit einem Bevölkerungsrückgang zu rechnen, der die Einwohnerzahl der Stadt auf rund 5000 Personen sinken lassen könnte. Entsprechend würde auch der Leerstand an Wohnraum steigen. Die Anforderungen an Wohnraum ändern sich mit dem Alter, auch das will bedacht sein.
Eine Möglichkeit dem zu Begegnen sind geplante Eingriffe in den Wohnraumbestand, etwa durch Rück- und Umbau, Pläne die in Bleicherode in den letzten Wochen und Monaten immer mal wieder zur Sprache kamen. Der Schwerpunkt liege dabei auf der Altstadt und ihrem Bestand an Fachwerkgebäuden. Hier bestehe städtebaulich der größte Handlungsdruck, erläuterte Krüger.
Soweit die Vorplanung, Basis für den Rahmenplan. Der befasst sich im Detail mit den einzelnen Bereichen wie den einzelnen Abschnitten der Hauptstraße oder auch der Hagenstraße, Bahnhofstraße und Niedergebraerstraße. Wie die Entwürfe aussehen, konnte und kann man als interessierter Bürger auch im Internet verfolgen, die grafischen Ausarbeitungen und Erläuterungen sind unter www.bleicherode-entwickelt-sich.de zu finden.
An vielen Stellen mussten die Entwürfe mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden aber auch mit der "IBA", der internationalen Bauaustellung, die im eher klammen Bleicherode als Finanzierungsquelle für ambitionierte Projekte in Frage kommt. Im Maßnahmekatalog stehen insgesamt 59 Einzelmaßnahmen. In weiter Ferne sind die Pläne nicht, Abstimmungsgespräche mit den Behörden und der IBA für das kommende Jahr liefen bereits, sagte Krüger. Es gebe zwar auch Negativszenarien und Dinge die einem alltäglich zu sehen sein, daran müsse man arbeiten, dann könne man das auch bewältigen. "Wir haben eine ganze Reihe von großartigen Möglichkeiten und Chancen in der Stadt", so der Planer, man könne an vielen Stellen arbeiten.
Fördermöglichkeiten gibt es viele, sei es von Seiten der EU oder die verschiedenen Formen der Städtebauförderung. Damit Mittel auch beantragt werden können, muss es einen Beschluss des Stadtrates geben, und den gibt es am Abend, einstimmig.
Mit dem Baubestand ging es auch danach weiter, die Wohnungsverwaltungsgesellschaft, einer Tochter der Nordhäuser Wohnungsbaugenossenschaft, stellte den Jahresabschluss der von ihr betreuten Bleicheröder Wohnungsbau GmbH vor. Knapp 50% des Gebäudebestands gilt als voll saniert, wurde also in den letzten Jahren auf Vordermann gebracht, 40% wurdenTeilsaniert, es bestehe aber punktuell weiter hoher Sanierungsbedarf, sagte Steffen Loup.
2012 hatte die Bleicheröder Wohnungsbau GmbH einen Teilschulderlass bekommen, die Sanierungsamaßnahmen am Stadtpark und die Straßenbaumaßnahmen in der Naumannstraße haben in den letzten Jahren dazu geführt, das der Stand der Objektverschuldung wieder moderat angestiegen ist.
Am Ende steht ein Minus von 79.800 Euro, die Erlössituation habe sich wegen der Sanierungen verbessert, insgesamt sei die Lage aber angespannt, so Loup. "Die Liquidität ist gesichert, die Aufwendungen für Instandhaltungen sind auf einem guten Niveau, aber wir werden keine großen Sprünge machen können", erläuterte Steffen Loup.
Vergeben wurde außerdem die Gaskonzession für die nächsten 20 Jahre an die Thüringer Energie AG. Bürgermeister Rostek wurde ermächtigt, entsprechende Verträge abzuschließen. Bei einer Enthaltung wurde der Beschluss angenommen.
In den Sozialausschuss kommt durch das Nachrücken von Thomas Apitius in den Stadtrat und die Abberufung von Sophie Schieke Bewegung. Zwei neue sachkundige Bürger mussten als frische Ergänzungen für den Ausschuss berufen werden. Janine Knodel ist gebürtige Bleicheröderin und arbeitet als Lehrerin für Deutsch und Literatur an der Nordhäuser Hochschule. Frau Ina Burkhardt ist eigentlich Nordhäuserin, lebt aber schon seit 20 Jahren in Bleicherode. Beruflich befindet sie sich zur Zeit in einer Phase der Neuorientierung, sie freue sich schon auf die Arbeit als sachverständige Bürgerin, so Frau Burkhardt am Abend. Der Sozialausschuss sei damit wieder voll funktionsfähig, sagte Bleicherodes Bürgermeister Frank Rostek und begrüßte die beiden Neuzugänge.
Sie werden schon bald im Sozialausschuss tätig werden können, der Stadtrat beauftragte im vorletzten Tagesordnungspunkt vor dem Nicht-öffentlichen Teil mit der Bildung einer Seniorenvertretung in der Stadt Bleicherode unter Einbeziehung der Umlandgemeinden.
Interessant bleibt es auch im Rechtsstreit zwischen Bleicherode und Nordhausen in Sachen Finanzausstattung. Das Problem sei flächendeckend und schon unter der Ägide der CDU Regierung entstanden, sagte Rostek. Man habe in der letzen Verhandlungen vier Stunden miteinander über Grundsatzfragen gesprochen. Wie sieht die "adäquate" Ausstattung einer Kommune eigentlich konkret aus? Die Auseinandersetzung habe Strahlkraft in ganz Thüringen, so Rostek weiter, zur Verhandlungen waren denn auch Vertreter von Ministerien und anderen Gemeinden und Zusammenschlüssen zugegen. Wie das Urteil ausfallen wird, konnte Bürgermeister Rostek noch nicht sagen.
Kritik übte Rostek auch an den Plänen zur Gebietsreform, sie würde teurer werden, was man bekomme müsste für die Klärung der Formalien wieder ausgegeben werden. Zudem sei der Zeitrahmen für eine Reform dieser Größenordnung "sehr ambitioniert".
Gute Nachrichten gab es in Sachen Breitbandausbau in Bleicherode und Obergebra, bis zum Frühjahr soll sich hier etwas tun, erklärte Rostek.
Sorgen bereitet hingegen der Zierbrunnen. Das Innenleben des Wasserspiels ist marode, inzwischen plätschert er nicht mehr, die Sanierung würde mit rund 57.000 Euro zu Buche schlagen. Kein kleine Summe für die Stadt, man wolle aber Wege finden den Brunnen zu erhalten, so Rostek.
Das Heimatmuseum soll Stück für Stück wiederbelebt werden, man suche Ideen, große Blütenträume könne man aber nicht realisieren. Gute Nachrichten auch vom Sportplatz. Durch Sponsorenmittel konnte der Platz neu begrünt werden und soll in Zukunft auch von den Schulen und Vereinen wieder genutzt werden.
Angelo Glashagel
