DAS IST HIER DIE FRAGE:
Schwarz oder Rot?
Donnerstag, 29. September 2016, 15:21 Uhr
Was wird die Kreis- und Gebietsreform uns bringen? Das Thema ist allgegenwärtig. Wer mit wem? Schwarz oder Rot? Das ist die Frage. Kurt Frank sucht nach einer Antwort...
Nordhausen. Oberbürgermeister Klaus Zeh wünscht sich eine Kreisreform mit dem Eichsfeld. Der Großkreis würde schwarz, von der CDU regiert. Parteipolitische Belange will Zeh nicht vordergründig sehen, nur das Gemeinwohl, wie er immer wieder betont. Das Eichfeld sei finanziell gut aufgestellt, man könne nur profitieren. Konfessionell auf jeden Fall: Zeh und Eichsfeld-Landrat Henning sind gläubige Katholiken.
Landrat Matthias Jendricke bevorzugt hingegen ein Zusammengehen mit dem Kyffhäuserkreis, mir dem es schon viele Gemeinsamkeiten gibt. Der Großkreis bliebe rot, von der SPD regiert. Ein Schelm, wer auch hier keine parteipolitischen Überlegungen vermutet. Über beide Varianten hatte nnz informiert.
Indes rüstet der Oberbürgermeister auf. Weitere Landstriche mit ihren Kommunen will er Nordhausen einverleiben. Das bedeutet Machtzuwachs. Den wollte einst auch Napoleon. Heute bleibt Gewalt außen vor. Zeh kämpft diplomatisch, mal offen, mal verdeckt. Das Ziel bleibt das gleiche: Starke Kreisstadt. Selbst Orte hat er im Visier, die an der Landesgrenze zu Niedersachsen liegen. Hohenstein will das auch.
Von Ost nach West, von Nord nach Süd – kaum ein Fleck auf der Südharzer Landkarte, den der Oberbürgermeister nicht im Blick hätte. Harztor, Ellrich, Heringen, alles ist willkommen. Am Ende stünde ein Schrumpfkreis mit, hochgerechnet, vielleicht 18 000 Einwohnern, demgegenüber eine aufgeblähte Kreisstadt mit bis zu 55 000 Menschen.
Klaus Zeh streitet für Nordhausen. Landrat Matthias Jendricke für den Landkreis? Auf eine Frage dieser Zeitung hatte er im Interview (nnz vom 14.Juni) geantwortet: Die frühere Auffassung im Landkreis, die Stadt Nordhausen nicht zu groß werden zu lassen, teile ich nicht. Parteiübergreifend wünschte er sich ebenfalls eine starke Kreisstadt. Auch ihm schien ein Kreisstadt-Status wichtig. Da ist ja alles Butter. Oder doch nicht?
Auf die Frage, ob er 2018 Zeh als Oberbürgermeister beerben wolle, relativierte Jendricke: Ich bin Landrat und diese Aufgabe mache ich gern. Daher kann alles so bleiben wie es ist. Ob die geplante Kreisreform 2018 dann alles wieder verändert, entscheidet der Thüringer Landtag und keiner hier im Landkreis.
Ist es das, was Matthias Jendricke so ruhig und gelassen lässt? Hat er zum Thema weiter nichts zu sagen? Oder träumt er davon, dass sich die Pläne des Oberbürgermeisters letztlich als Fata Morgana erweisen? Oder hat er doch eine mächtige Kreisstadt mit ihm als Oberbürgermeister im Sinn? Man darf gespannt sein.
Kurt Frank
Autor: nnzNordhausen. Oberbürgermeister Klaus Zeh wünscht sich eine Kreisreform mit dem Eichsfeld. Der Großkreis würde schwarz, von der CDU regiert. Parteipolitische Belange will Zeh nicht vordergründig sehen, nur das Gemeinwohl, wie er immer wieder betont. Das Eichfeld sei finanziell gut aufgestellt, man könne nur profitieren. Konfessionell auf jeden Fall: Zeh und Eichsfeld-Landrat Henning sind gläubige Katholiken.
Landrat Matthias Jendricke bevorzugt hingegen ein Zusammengehen mit dem Kyffhäuserkreis, mir dem es schon viele Gemeinsamkeiten gibt. Der Großkreis bliebe rot, von der SPD regiert. Ein Schelm, wer auch hier keine parteipolitischen Überlegungen vermutet. Über beide Varianten hatte nnz informiert.
Indes rüstet der Oberbürgermeister auf. Weitere Landstriche mit ihren Kommunen will er Nordhausen einverleiben. Das bedeutet Machtzuwachs. Den wollte einst auch Napoleon. Heute bleibt Gewalt außen vor. Zeh kämpft diplomatisch, mal offen, mal verdeckt. Das Ziel bleibt das gleiche: Starke Kreisstadt. Selbst Orte hat er im Visier, die an der Landesgrenze zu Niedersachsen liegen. Hohenstein will das auch.
Von Ost nach West, von Nord nach Süd – kaum ein Fleck auf der Südharzer Landkarte, den der Oberbürgermeister nicht im Blick hätte. Harztor, Ellrich, Heringen, alles ist willkommen. Am Ende stünde ein Schrumpfkreis mit, hochgerechnet, vielleicht 18 000 Einwohnern, demgegenüber eine aufgeblähte Kreisstadt mit bis zu 55 000 Menschen.
Klaus Zeh streitet für Nordhausen. Landrat Matthias Jendricke für den Landkreis? Auf eine Frage dieser Zeitung hatte er im Interview (nnz vom 14.Juni) geantwortet: Die frühere Auffassung im Landkreis, die Stadt Nordhausen nicht zu groß werden zu lassen, teile ich nicht. Parteiübergreifend wünschte er sich ebenfalls eine starke Kreisstadt. Auch ihm schien ein Kreisstadt-Status wichtig. Da ist ja alles Butter. Oder doch nicht?
Auf die Frage, ob er 2018 Zeh als Oberbürgermeister beerben wolle, relativierte Jendricke: Ich bin Landrat und diese Aufgabe mache ich gern. Daher kann alles so bleiben wie es ist. Ob die geplante Kreisreform 2018 dann alles wieder verändert, entscheidet der Thüringer Landtag und keiner hier im Landkreis.
Ist es das, was Matthias Jendricke so ruhig und gelassen lässt? Hat er zum Thema weiter nichts zu sagen? Oder träumt er davon, dass sich die Pläne des Oberbürgermeisters letztlich als Fata Morgana erweisen? Oder hat er doch eine mächtige Kreisstadt mit ihm als Oberbürgermeister im Sinn? Man darf gespannt sein.
Kurt Frank
