MEIN KLEINGARTEN – MEIN KLEINES PARADIES
Ein Schornstein versprach Hilfe
Montag, 05. September 2016, 12:25 Uhr
Über viele Wochen hinweg führten wir die Serie Mein Kleingarten – mein kleines Paradies. Mit einem abschließenden Beitrag beenden wir sie heute. Diesmal hat Kurt Frank Gartenfreunde am Schurzfell besucht...
Wir danken besonders der Vorsitzenden des Kreisverbandes der Kleingärtner, Marlis Biel, Gerd Hegemann, Chef der Kleingartenanlage Am Schurzfell, und Am Borntal-Gärtnerin Heidi Beck, die unserer Serie zum Erfolg verhalfen.
Nordhausen: Horst Barth erinnert sich: Es war vor 37 Jahren. Kleingärten sollten angelegt werden. Am Schurzfell. Das hatte er von Gisela, seiner Frau, gehört. Die war mit der Gattin von Helmut Glier befreundet. Der setzte sich vehement für eine Kleingartenanlage ein.
Barth fing für das Vorhaben Feuer. Ein Jahr später vollzog der junge Mann den ersten Spatenstich. Auf einer eingegrenzten 300-Quadratmeter-Fläche. Und stand vor der Frage, womit er eigentlich bauen sollte? Ihm schwebte ein massiver Bungalow vor.
Woher sollte er dafür das Material nehmen? Baumärkte wie heute gab es nicht. Da kam ihm ein glücklicher Umstand zu Hilfe. Die Sprengung eines alten Ziegelei-Schornsteins versprach die Lösung. Mit dem Bollerwagen zogen sie los. Selbst unser geliebter und tiptop gepflegter Octavia musste als Transportmittel herhalten, erinnert sich Horst.
Das Ehepaar klopfte Ziegelsteine, stapelte sie fein säuberlich übereinander. Fuhre um Fuhre. Mit der Zeit hatte man eine ansehnliche Zahl an Steinen zusammen. War ein Problem gelöst, tat sich ein anderes auf: Maschendraht für einen Zaun, Kies und Platten für den Gartenweg, Dachabdeckungen. Not machte erfinderisch, förderte das Organisationstalent des werdenden Kleingärtners.
Kleines Paradies (Foto: Kurt Frank)
Nicht nur Tomaten gedeihen prächtig im Kleingarten von Horst und Gisela Barth. Foto: Kurt Frank
Heute weiß Horst Barth, der sich nach der Wende als Schriftenmaler einen Namen machte, nicht so recht, wie letztlich der Einzug in das Gartenheim erfolgte. Trocken bestimmt nicht, meint er. Die Kinder Jürgen, Roswitha und Antje, heute alle erwachsen und selbst Eltern, wuchsen in der grünen Garten-Oase heran, verbrachten dort viele schöne und glückliche Stunden.
Horst und Gisela halten ihrer Parzelle, in der Mühen, Fleiß und Schweiß vereint sind, auch im Alter die Treue. Horst, mittlerweile 80 Jahre alt, und seine ein Jahr jüngere Ehefrau wollen auch weiterhin ihr Stückchen Land unter den Spaten nehmen. Weitere fünf Jahre sind das Ziel, versichert das Paar.
Gerade in diesen Tagen zieht es die Barths magnetisch in ihren Garten. An ihrem Wohnblock im Bereich Zuckerweg lässt die Städtische Wohnungsbaugesellschaft die in die Jahre gekommenen Balkone sanieren. Da wird gehämmert, geklopft, gebohrt. Lärm und Krach sind allgegenwärtig. Da ist dem Paar ihre Parzelle besonders heilig.
Und was kommt später einmal, wenn Alter und Gesundheit zur Aufgabe zwingen? Macht euch keine Gedanken, versichert unser Sohn, ist Gisela Barth guter Dinge. Die Eltern hoffen und wünschen, dass er, der in Ellrich wohnt, eines Tages übernimmt, was sie aufgebaut und über Jahrzehnte hinweg behüteten.
Hier bin ich Mensch, hier kann ich sein hat der Vater kunstvoll auf ein Schild geschrieben, das am Garteneingang hängt.
Kurt Frank
Autor: redWir danken besonders der Vorsitzenden des Kreisverbandes der Kleingärtner, Marlis Biel, Gerd Hegemann, Chef der Kleingartenanlage Am Schurzfell, und Am Borntal-Gärtnerin Heidi Beck, die unserer Serie zum Erfolg verhalfen.
Nordhausen: Horst Barth erinnert sich: Es war vor 37 Jahren. Kleingärten sollten angelegt werden. Am Schurzfell. Das hatte er von Gisela, seiner Frau, gehört. Die war mit der Gattin von Helmut Glier befreundet. Der setzte sich vehement für eine Kleingartenanlage ein.
Barth fing für das Vorhaben Feuer. Ein Jahr später vollzog der junge Mann den ersten Spatenstich. Auf einer eingegrenzten 300-Quadratmeter-Fläche. Und stand vor der Frage, womit er eigentlich bauen sollte? Ihm schwebte ein massiver Bungalow vor.
Woher sollte er dafür das Material nehmen? Baumärkte wie heute gab es nicht. Da kam ihm ein glücklicher Umstand zu Hilfe. Die Sprengung eines alten Ziegelei-Schornsteins versprach die Lösung. Mit dem Bollerwagen zogen sie los. Selbst unser geliebter und tiptop gepflegter Octavia musste als Transportmittel herhalten, erinnert sich Horst.
Das Ehepaar klopfte Ziegelsteine, stapelte sie fein säuberlich übereinander. Fuhre um Fuhre. Mit der Zeit hatte man eine ansehnliche Zahl an Steinen zusammen. War ein Problem gelöst, tat sich ein anderes auf: Maschendraht für einen Zaun, Kies und Platten für den Gartenweg, Dachabdeckungen. Not machte erfinderisch, förderte das Organisationstalent des werdenden Kleingärtners.
Kleines Paradies (Foto: Kurt Frank)
Nicht nur Tomaten gedeihen prächtig im Kleingarten von Horst und Gisela Barth. Foto: Kurt Frank
Heute weiß Horst Barth, der sich nach der Wende als Schriftenmaler einen Namen machte, nicht so recht, wie letztlich der Einzug in das Gartenheim erfolgte. Trocken bestimmt nicht, meint er. Die Kinder Jürgen, Roswitha und Antje, heute alle erwachsen und selbst Eltern, wuchsen in der grünen Garten-Oase heran, verbrachten dort viele schöne und glückliche Stunden.
Horst und Gisela halten ihrer Parzelle, in der Mühen, Fleiß und Schweiß vereint sind, auch im Alter die Treue. Horst, mittlerweile 80 Jahre alt, und seine ein Jahr jüngere Ehefrau wollen auch weiterhin ihr Stückchen Land unter den Spaten nehmen. Weitere fünf Jahre sind das Ziel, versichert das Paar.
Gerade in diesen Tagen zieht es die Barths magnetisch in ihren Garten. An ihrem Wohnblock im Bereich Zuckerweg lässt die Städtische Wohnungsbaugesellschaft die in die Jahre gekommenen Balkone sanieren. Da wird gehämmert, geklopft, gebohrt. Lärm und Krach sind allgegenwärtig. Da ist dem Paar ihre Parzelle besonders heilig.
Und was kommt später einmal, wenn Alter und Gesundheit zur Aufgabe zwingen? Macht euch keine Gedanken, versichert unser Sohn, ist Gisela Barth guter Dinge. Die Eltern hoffen und wünschen, dass er, der in Ellrich wohnt, eines Tages übernimmt, was sie aufgebaut und über Jahrzehnte hinweg behüteten.
Hier bin ich Mensch, hier kann ich sein hat der Vater kunstvoll auf ein Schild geschrieben, das am Garteneingang hängt.
Kurt Frank
