nnz-online
Paraguayischer Botschafter zu Gast

Vom Klinikum nach Ilfeld

Donnerstag, 18. August 2016, 09:27 Uhr
Am Montag dieser Woche war der Botschafter der Republik Paraguay in Deutschland, Fernando Ojeda Cáceres, zu Gast bei den Nordhäuser Verkehrsbetrieben. Anlass war ein Arbeitsgespräch zur Erschließung ländlicher Regionen und deren Einbindung in die städtischen Verkehrssysteme des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) mit Zwei-System-Bahnen...

Eine Runde auf der Linie 10 (Foto: F. Bernsdorf) Eine Runde auf der Linie 10 (Foto: F. Bernsdorf)
Geschäftsführerin Gabriele Schuchardt begrüßte den paraguayischen Botschafter Fernando Ojeda Cáceres (Zweiter von links), den Gesandten der Botschaft der Republik Paraguay Roberto Maidana (links) und den Projektleiter der LTE GmbH Robert Wittek-Brix (rechts) bei einer Fahrt der Linie 10 in Ilfeld

Im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes macht sich die Regierung Paraguays Gedanken über die damit im Zusammenhang stehende Bewältigung des wachsenden Verkehrsaufkommens im Personen- und Güterverkehr und sucht nach Lösungen für die Implementierung nachhaltiger Verkehrsinfrastrukturen.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Wiederbelebung der Eisenbahnstrecke, die von der Hauptstadt Asunciòn in deren 1,9 Millionen Einwohner zählende Metropolregion führte. Rund 90 Prozent der gesamten Industrie Paraguays sind in der Hauptstadt Asunción angesiedelt.

Als Fahrgäste der Linie 10 vom Krankenhaus bis nach Ilfeld/Neanderklinik konnten sich die Besucher einen Überblick über die Nordhäuser Lösung verschaffen. Sie bekamen einen Eindruck von den technologischen Abläufen und konnten die Resonanz der Nordhäuser ÖPNV-Kunden im wahrsten Sinne des Wortes erleben.
Die Besichtigung des Straßenbahndepots ermöglichte im Anschluss auch einige detaillierte Auskünfte zur Technik des dualen Antriebssystems am Triebwagen 203.

„Im städtischen Streckenabschnitt ist die Versorgung der Bahnen mit Elektroenergie konventionell aus der Oberleitung gewährleistet. Außerhalb der Stadtgrenzen, im oberleitungsfreien Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) bedarf es einer autonomen Antriebstechnik. Aus diesem Grund wurde ein Hybridantrieb entwickelt und in die bei den Verkehrsbetrieben eingesetzten Straßenbahnfahrzeuge integriert. Neben dem klassischen Elektroantrieb aus dem Fahrdraht erhielten drei Fahrzeuge eine zweite Antriebstechnik, bestehend aus einem Dieselmotor, einer Leistungselektronik und einem Generator“, erläuterte Fritz Keilholz, Betriebsleiter Straßenbahnverkehr bei den Nordhäuser Verkehrsbetrieben.

Synergieeffekte ergaben sich bei dieser Verfahrensweise vor allem aus dem Angebot einer barriere- und umstiegsfreien Verbindung von Regional- und Stadtverkehr unter Nutzung des vorhandenen Schienennetzes der HSB und der Straßenbahninfrastruktur im städtischen Bereich sowie des Erhalts der Typenreinheit im Fuhrpark der Straßenbahnen.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de