Kein Bock auf überfüllte Strände
Ein Diamant im Wattenmeer
Samstag, 20. August 2016, 08:00 Uhr
Wer im Sommer nach überfüllten Stränden und Bettenburgen sucht, der ist auf niederländischen Nordseeinsel Ameland komplett falsch: Selbst in der Hochsaison ist man an dem 27 Kilometer langen Strand fast allein unterwegs. nnz-Autorin Susanne Schedwill hat es ausprobiert...
Sommersturm auf Ameland (Foto: S. Schedwill)
27 Kilometer lang, zwischen 2 und 4 Kilometern breit, vier Dörfer und rund 3500 Einwohner. Das ist Ameland. Eine der fünf bewohnten westfriesischen Nordseeinseln der Niederlande.
Das kleine Eiland wird auch Waddendiamant genannt, zeichnet sich die Insel doch durch eine besonders abwechslungsreiche Landschaft von Weiden, Dünen, Salzwiesen, Heide und Wald aus. Größte Attraktion von Ameland ist allerdings der 27 Kilometer lange und sehr breite Strand, der als einer der schönsten der niederländischen Küste gilt.
Rund 500 000 Touristen besuchen jedes Jahr die kleine Insel, vor allem Deutsche und Niederländer suchen hier Ruhe und Erholung. Überlaufen ist es das kleine Eiland ob seiner Weite jedoch nie. Ameland ist nur per Fähre zu erreichen. Die Überfahrt ab Holwerd dauert etwa 45 Minuten, bei starkem Wind oder Niedrigwasser auch etwas länger. Doch dann sieht man mit etwas Glück auch schon die ersten Seehunde, die sich auf den Sandbänken in der Sonne wärmen.
Wer sein Auto mit auf die Insel nehmen möchte, der sollte zumindest in den Sommermonaten online reservieren, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Die Überfahrt mit dem Auto ist mit rund 96 Euro Euro allerdings recht teuer, am Festland stehen kostenpflichtige Dauerparkplätze zur Verfügung. Fahrradfahrer und Fußgänger benötigen keine Reservierung.
Für letztere stehen direkt am Fähranleger Busse und Taxis bereit, Fährankunfts- und Busabfahrzeiten sind perfekt getaktet. Wer sich ein Rad mieten möchte, kann das direkt am Fähranleger, bei einer der vielen Radausleihstationen auf der Insel, tun. Ein typisches Hollandrad bekommt man hier schon für rund 18 Euro Miete in der Woche.
Eigentlich braucht man auf der Insel kein Auto, Ameland ist ein Fahrradparadies. Mehr als 100 Kilometer sehr gut ausgebaute Radwege gibt es: Ob nun direkt durch die Dünen, am Deich entlang oder aber zwischen den vier Dörfern Buren, Nes, Ballum und Hollum. Das Fiets, wie es auf Holländisch heißt, ist das Verkehrsmittel Nummer eins für Urlauber und die Insulaner, mit dem man alles in kurzer Zeit sehr gut erreicht.
Der typische Amelandurlauber ist übrigens Wiederholungstäter. Er kommt in den Sommermonaten immer wieder auf die Insel. Manch einer fährt seit Kindertagen nach Ameland. Seit über 75 Jahren gibt es in den Sommermonaten Ferienlager für deutsche und niederländische Kinder.
Ameland steht vor allem für individuellen Urlaub: Für jeden Geldbeutel ist etwas dabei. Vom Camping, über gut ausgestattete private Bungalows und Ferienwohnungen bis hin zu Luxusunterkünften mit allem Schnickschnack. Überschaubar ist die Zahl der Hotels: 17 eher kleine Häuser gibt es auf Ameland.
In den vergangenen sechs, sieben Jahren wurde eine Vielzahl von Hotels, Restaurants und Ferienhäuser renoviert und saniert. Einige alte Ferienbauten wurden auch abgerissen, die Grundstücke wieder mit neuen Ferienhäusern bebaut. Anders als an der deutschen Ostseeküste haben es die Amelander scheinbar verstanden, dass man nicht immer noch mehr Touristen auf eine Insel holen kann, die nur begrenzten Platz bietet. Hier gibt noch die Natur den Takt: So gilt es auf dem Eiland seit jeher, Gebäude nicht höher zu bauen, als es die höchste Dünen sind. Mit dem Ergebnis, dass der 27 Kilometer lange Dünengürtel ursprünglich und unverbaut ist.
Ihre Ursprünglichkeit behalten haben auch die vier kleinen Dörfer, die von West nach Ost wie auf einer Perlenschnur aufgereiht in der Mitte der Insel liegen: Hollum, Ballum, Nes und Buren. Jedes Dörfchen hat seinen eigenen Charakter. Wie auf vielen Nordseeinseln brachte der Walfang im 17. und 18. Jahrhundert auch nach Ameland Reichtum. Noch heute können die Urlauber diese vergangene Zeit in den vier Inselorten erahnen, sind doch die meisten alten Häuser der Walfänger noch vorhanden. Die historischen Ortskerne der beschaulichen Dörfchen stehen allesamt unter Denkmalschutz. Heimliche Hautstadt ist Nes. Mit knapp 1180 Einwohnern der größte und lebhafteste Ort. Neben den typischen Commandeurshäusern gibt es hier eine Vielzahl an kleinen Geschäfte, Galerien und hübschen Restaurants mit tollen Freisitzen.
Ameland hat übrigens die meisten Sonnenstunden der Niederlade zu bieten. Der Westwind weht trotzdem oft auch im Sommer frisch und kräftig. Uitwaaien op Ameland, sagt der Niederländer. Also frische Luft schnappen. Bei schlechtem Wetter, was an der Nordsee durchaus vorkommen kann, lohnt sich ein Besuch der verschiedenen Museen, in denen man der Geschichte des Eilandes nachgehen kann. In Ballum gibt es außerdem einen Indoorspielplatz, in Buren im Ferienpark Klein Vaarwater ein öffentliches Schwimmbad und in Nes das Naturcentrum. Auch der 55 Meter hohe Leuchtturm Bornrif in Hollum kann besichtigt werden.
Susanne Schedwill
Generelle Informationen über Ameland und Unterkünfte: www.vvvameland.de und www.ameland-tipps.de
Fähre ab Holwerd: www.wpd.nl
Autor: nnz
Sommersturm auf Ameland (Foto: S. Schedwill)
27 Kilometer lang, zwischen 2 und 4 Kilometern breit, vier Dörfer und rund 3500 Einwohner. Das ist Ameland. Eine der fünf bewohnten westfriesischen Nordseeinseln der Niederlande.
Das kleine Eiland wird auch Waddendiamant genannt, zeichnet sich die Insel doch durch eine besonders abwechslungsreiche Landschaft von Weiden, Dünen, Salzwiesen, Heide und Wald aus. Größte Attraktion von Ameland ist allerdings der 27 Kilometer lange und sehr breite Strand, der als einer der schönsten der niederländischen Küste gilt.
Rund 500 000 Touristen besuchen jedes Jahr die kleine Insel, vor allem Deutsche und Niederländer suchen hier Ruhe und Erholung. Überlaufen ist es das kleine Eiland ob seiner Weite jedoch nie. Ameland ist nur per Fähre zu erreichen. Die Überfahrt ab Holwerd dauert etwa 45 Minuten, bei starkem Wind oder Niedrigwasser auch etwas länger. Doch dann sieht man mit etwas Glück auch schon die ersten Seehunde, die sich auf den Sandbänken in der Sonne wärmen.
Wer sein Auto mit auf die Insel nehmen möchte, der sollte zumindest in den Sommermonaten online reservieren, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Die Überfahrt mit dem Auto ist mit rund 96 Euro Euro allerdings recht teuer, am Festland stehen kostenpflichtige Dauerparkplätze zur Verfügung. Fahrradfahrer und Fußgänger benötigen keine Reservierung.
Für letztere stehen direkt am Fähranleger Busse und Taxis bereit, Fährankunfts- und Busabfahrzeiten sind perfekt getaktet. Wer sich ein Rad mieten möchte, kann das direkt am Fähranleger, bei einer der vielen Radausleihstationen auf der Insel, tun. Ein typisches Hollandrad bekommt man hier schon für rund 18 Euro Miete in der Woche.
Eigentlich braucht man auf der Insel kein Auto, Ameland ist ein Fahrradparadies. Mehr als 100 Kilometer sehr gut ausgebaute Radwege gibt es: Ob nun direkt durch die Dünen, am Deich entlang oder aber zwischen den vier Dörfern Buren, Nes, Ballum und Hollum. Das Fiets, wie es auf Holländisch heißt, ist das Verkehrsmittel Nummer eins für Urlauber und die Insulaner, mit dem man alles in kurzer Zeit sehr gut erreicht.
Der typische Amelandurlauber ist übrigens Wiederholungstäter. Er kommt in den Sommermonaten immer wieder auf die Insel. Manch einer fährt seit Kindertagen nach Ameland. Seit über 75 Jahren gibt es in den Sommermonaten Ferienlager für deutsche und niederländische Kinder.
Ameland steht vor allem für individuellen Urlaub: Für jeden Geldbeutel ist etwas dabei. Vom Camping, über gut ausgestattete private Bungalows und Ferienwohnungen bis hin zu Luxusunterkünften mit allem Schnickschnack. Überschaubar ist die Zahl der Hotels: 17 eher kleine Häuser gibt es auf Ameland.
In den vergangenen sechs, sieben Jahren wurde eine Vielzahl von Hotels, Restaurants und Ferienhäuser renoviert und saniert. Einige alte Ferienbauten wurden auch abgerissen, die Grundstücke wieder mit neuen Ferienhäusern bebaut. Anders als an der deutschen Ostseeküste haben es die Amelander scheinbar verstanden, dass man nicht immer noch mehr Touristen auf eine Insel holen kann, die nur begrenzten Platz bietet. Hier gibt noch die Natur den Takt: So gilt es auf dem Eiland seit jeher, Gebäude nicht höher zu bauen, als es die höchste Dünen sind. Mit dem Ergebnis, dass der 27 Kilometer lange Dünengürtel ursprünglich und unverbaut ist.
Ihre Ursprünglichkeit behalten haben auch die vier kleinen Dörfer, die von West nach Ost wie auf einer Perlenschnur aufgereiht in der Mitte der Insel liegen: Hollum, Ballum, Nes und Buren. Jedes Dörfchen hat seinen eigenen Charakter. Wie auf vielen Nordseeinseln brachte der Walfang im 17. und 18. Jahrhundert auch nach Ameland Reichtum. Noch heute können die Urlauber diese vergangene Zeit in den vier Inselorten erahnen, sind doch die meisten alten Häuser der Walfänger noch vorhanden. Die historischen Ortskerne der beschaulichen Dörfchen stehen allesamt unter Denkmalschutz. Heimliche Hautstadt ist Nes. Mit knapp 1180 Einwohnern der größte und lebhafteste Ort. Neben den typischen Commandeurshäusern gibt es hier eine Vielzahl an kleinen Geschäfte, Galerien und hübschen Restaurants mit tollen Freisitzen.
Ameland hat übrigens die meisten Sonnenstunden der Niederlade zu bieten. Der Westwind weht trotzdem oft auch im Sommer frisch und kräftig. Uitwaaien op Ameland, sagt der Niederländer. Also frische Luft schnappen. Bei schlechtem Wetter, was an der Nordsee durchaus vorkommen kann, lohnt sich ein Besuch der verschiedenen Museen, in denen man der Geschichte des Eilandes nachgehen kann. In Ballum gibt es außerdem einen Indoorspielplatz, in Buren im Ferienpark Klein Vaarwater ein öffentliches Schwimmbad und in Nes das Naturcentrum. Auch der 55 Meter hohe Leuchtturm Bornrif in Hollum kann besichtigt werden.
Susanne Schedwill
Generelle Informationen über Ameland und Unterkünfte: www.vvvameland.de und www.ameland-tipps.de
Fähre ab Holwerd: www.wpd.nl


















