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Kulturpass für Kinder und Jugendliche

Neun Einrichtungen machen mit

Donnerstag, 11. August 2016, 12:08 Uhr
Von der Jugendbildungsstätte Rothleimmühle ging die Initiative aus, weitere acht Einrichtungen haben sich angeschlossen. Sie verfügen ab sofort über einen Stempel. Das entsprechende Heft müssen die jungen Menschen selbst mitbringen…

Sie machen beim Kulturpass mit (Foto: nnz) Sie machen beim Kulturpass mit (Foto: nnz)
Das sind die „Mitmacher“ des Kulturpasses

„Auf der Suche nach der eigenen Identität begeben sich Kinder und Jugendliche auf eine Reise durch vielfältige Landschaften. Bei dieser Entdeckungsreise gleichen sie Erfahrenes immer wieder mit den bisher erworbenen Erfahrungen und Erkenntnissen ab. Auf ihren Wegen kann die nachwachsende Generation in Form von Reflexions- und Anerkennungsprozessen unterstützt werden“, informierte Anja Stopp von der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Thüringen (LKJ).

Die Anerkennung der Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenzen ist für junge Heranwachsende ein bedeutender Baustein und Kraftquell ihrer Persönlichkeitsentwicklung. So zieht die Anerkennung selbst kleiner Fortschritte größere Fortschritte nach sich. Das Projekt „Kulturelle Bildung macht kompetent!“ der LKJ hält hierzu mehrere Instrumente bereit. Ein Beispiel dafür ist der “Thüringer Kulturpass”.

Der Thüringer Kulturpass ist ein kleines Sammelheft, mit dem Kinder beim Besuch in Museen, Theatern, Bibliotheken oder anderen Kultureinrichtungen weltweit Stempel sammeln können. Der Thüringer Kulturpass wird einfach dem Kassenpersonal vorgezeigt und auf einer dafür vorgesehenen Fläche abgestempelt. Sind zehn Stempel gesammelt, kann der Thüringer Kulturpass jederzeit bei der LKJ Thüringen vorgelegt werden. Die LKJ setzt sich wiederum mit den LehrerInnen der Kinder in Verbindung und bittet diese um einen positiven Vermerk auf dem Schulzeugnis.

Für ihr kulturelles Engagement erhalten die Kinder eine Urkunde und nehmen an einer Verlosung mit tollen Preisen teil. Es winken unter anderem die Teilnahme an einer feierlichen Zertifikatsübergabe im Theater Erfurt sowie der Besuch einer Probe im Rahmen der DomStufen-Festspiele Erfurt. In diesem Jahr wurden 370 Kulturpässe bei der LKJ eingereicht.

Auf Initiative der Jugendbildungsstätte Rothleimmühle haben sich engagierte Akteure zusammen gefunden, um die Idee des „Thüringer Kulturpasses“ zu fördern und öffentlichkeitswirksam zu unterstützen. Dies sind momentan:
  • Das Junge Theater - Theater Nordhausen, Lohorchester Sondershausen
  • Der Junge Zirkus Zappelini - Studio44
  • Die Stadtbibliothek
  • Museum Tabakspeicher
  • Die Jugendkunstschule Nordhausen
  • Der Färberhof Tuschy
  • Der Rabensteiner Stollen
  • Das Europahaus Nordthüringen – JugendSozialwerk Nordhausen
  • Die Rothleimmühle – JugendSozialwerk Nordhausen
Dieser Pass ist in punkto Kultur nur der sogenannte Einstieg. Eine noch intensivere Kultur-Beschäftigung wird schließlich mit dem Erwerb eines Thüringer Kulturzeugnisses und einem Kompetenznachweis Kultur belohnt. Das ist dann die Spitze des jugendlichen Kulturengagements in diesem Freistaat. Soweit die Theorie der Anja Stopp, die Praxis sieht da schon anders aus. Christian Georg Fuchs, der Chef des Jungen Theaters, sieht die Notwendigkeit eines solchen Passes nicht unbedingt gegeben. „Diejenigen, die sich für Kultur interessieren, die nehmen diese Angebote auch ohne den Pass wahr“, sagt Fuchs und seine Kollegin Daniela Bethge will die Aktion etwas lokaler bezogen wissen. Dafür plädierte auch Tom Landsiedel vom Verein Studio 44 und gab zu bedenken, dass es Anreize geben sollte, die Spaß machen. Ob das die Domstufen-Festspiele in Erfurt als Belohnung seien, müsse überlegt werden.

Fazit: Der Vernetzungsgedanke des Kulturpasses ist super, nur an der Umsetzung muss noch gearbeitet werden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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