Geschichts- und Altertumsverein Nordhausen
Führungen über jüdischen Friedhof
Donnerstag, 11. August 2016, 06:34 Uhr
Mit dem Geschichts- und Altertumsverein Nordhausen auf den Spuren der jüdischen Vergangenheit: Der Verein will in diesem Jahr mehrere Führungen über den jüdischen Friedhof in Nordhausen anbieten...
Grabsteinreihen auf Nordhäuser Friedhof (Foto: Marie-Luis Zahradnik)
Ohne die ereignisträchtigen Napoleonischen Gebietseroberungen und den radikal eingeführten aufklärerischen Reformen zur vollen bürgerlichen und rechtlichen Gleichstellung und die damit folgende Ablösung der einst ständisch-restriktiven Politik, hätte wohl die jüdische Geschichte in Nordhausen einen anderen Weg eingeschlagen.
Infolge der freien Niederlassung und der Möglichkeit des Erhalts des Bürgerrechts siedelten sich seit dem Jahr 1808 zunehmend jüdische Mitmenschen in Nordhausen an, die das städtische und kulturelle Leben bereicherten. Die wachsende jüdische Gemeinde benötigte Orte zur Ausübung der Religion. So wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Betlokal, dem 1845 eine Synagoge folgte, ein jüdisches Badehaus und eine Religionsschule sowie ein jüdischer Friedhof als wichtige Mittelpunkte jüdischen Glaubens in der Stadt aufgebaut und genutzt.
Besonders der jüdische Friedhof mit seinen steinernen Zeugnissen gibt Einblicke in die Anfänge des jüdischen Lebens in Nordhausen im 19. Jahrhundert und die weitere Entwicklung der jüdischen Gemeinde. Leider ist er das einzige erhalten gebliebene und unter Denkmalschutz stehende Zeugnis einer einst lebendigen jüdischen Gemeindekultur in der Stadt.
Über die geschichtliche Entwicklung bezüglich des Friedhofsgeländes, über die jüdische sowie nicht jüdische Symbolik auf den Grabsteinen, Grabsteininschrift und über die historischen Einflüsse zur Grabsteingestaltung und Begräbniskultur sowie ebenso über einzelne Lebenswege von jüdischen Familien wird das Vereinsmitglied Marie-Luis Zahradnik während der Friedhofsführung berichten. Wer gern in die jüdische Vergangenheit mit eintauchen möchte, ist zu den Führungen über den jüdischen Friedhof am 27. August 2016 und am 24. September 2016 jeweils um 17.00 Uhr herzlich eingeladen.
Treffpunkt ist jeweils an der Ecke Dr.-Silberborth-Straße/Ammerberg. Die Führungen sind unentgeltlich, doch würde sich der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein über eine kleine Spende zur Unterstützung seiner Vereinsaktivitäten sehr freuen.
Autor: nnz
Grabsteinreihen auf Nordhäuser Friedhof (Foto: Marie-Luis Zahradnik)
Ohne die ereignisträchtigen Napoleonischen Gebietseroberungen und den radikal eingeführten aufklärerischen Reformen zur vollen bürgerlichen und rechtlichen Gleichstellung und die damit folgende Ablösung der einst ständisch-restriktiven Politik, hätte wohl die jüdische Geschichte in Nordhausen einen anderen Weg eingeschlagen.
Infolge der freien Niederlassung und der Möglichkeit des Erhalts des Bürgerrechts siedelten sich seit dem Jahr 1808 zunehmend jüdische Mitmenschen in Nordhausen an, die das städtische und kulturelle Leben bereicherten. Die wachsende jüdische Gemeinde benötigte Orte zur Ausübung der Religion. So wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Betlokal, dem 1845 eine Synagoge folgte, ein jüdisches Badehaus und eine Religionsschule sowie ein jüdischer Friedhof als wichtige Mittelpunkte jüdischen Glaubens in der Stadt aufgebaut und genutzt.
Besonders der jüdische Friedhof mit seinen steinernen Zeugnissen gibt Einblicke in die Anfänge des jüdischen Lebens in Nordhausen im 19. Jahrhundert und die weitere Entwicklung der jüdischen Gemeinde. Leider ist er das einzige erhalten gebliebene und unter Denkmalschutz stehende Zeugnis einer einst lebendigen jüdischen Gemeindekultur in der Stadt.
Über die geschichtliche Entwicklung bezüglich des Friedhofsgeländes, über die jüdische sowie nicht jüdische Symbolik auf den Grabsteinen, Grabsteininschrift und über die historischen Einflüsse zur Grabsteingestaltung und Begräbniskultur sowie ebenso über einzelne Lebenswege von jüdischen Familien wird das Vereinsmitglied Marie-Luis Zahradnik während der Friedhofsführung berichten. Wer gern in die jüdische Vergangenheit mit eintauchen möchte, ist zu den Führungen über den jüdischen Friedhof am 27. August 2016 und am 24. September 2016 jeweils um 17.00 Uhr herzlich eingeladen.
Treffpunkt ist jeweils an der Ecke Dr.-Silberborth-Straße/Ammerberg. Die Führungen sind unentgeltlich, doch würde sich der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein über eine kleine Spende zur Unterstützung seiner Vereinsaktivitäten sehr freuen.
