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DIETMAR BARTSCH ZUM SOMMERFEST DER PARTEI DIE LINKE:

„Die größte Wahl-Lüge der Angela Merkel“

Mittwoch, 10. August 2016, 22:24 Uhr
Zum Sommerfest hatte Die Linke heute Abend in die Gaststätte „Friedenseiche“ geladen. Prominentester Gast war Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der Bundestagsfraktion der Partei...

Gruppenbild (Foto: Kurt Frank) Gruppenbild (Foto: Kurt Frank)
Gruppenbild der Partei Die Linke, von links: Alexander Scharff, Kreisvorsitzender, Rainer Bachmann, Fraktionsvorsitzender im Kreistag, Barbara Schencke, Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Katja Mitteldorf, Mitglied im Thüringer Landtag.

Nordhausen. Was im Südharz einen Namen hat, war der Einladung der Partei Die Linke gefolgt: Stefan Nüßle, stellvertretender Landrat, als Vertreter der CDU, Bürgermeisterin Jutta Krauth und Ex-Oberbürgermeisterin Barbara Rinke von der SPD, Gisela Hartmann von den Grünen. Gekommen waren unter anderem auch Jörg Wagner, Präsident der Fachhochschule, Guido Hage, Geschäftsführer des Südharz-Klinikums, und Dompfarrer Richard Hentrich.

Nicht alle als glühende Verfechter der Ideen der einladenden Partei, doch viele als Sympathisanten. Dietmar Bartsch ist ein Redner, der ankommt. Der volle Saal spendete ihm mehrfach Beifall für das, was er zu sagen hatte. Zunächst kam er auf die Ängste der Menschen zu sprechen. 70 Prozent hätten sie. Das Sicherheitsbedürfnis wachse. Geschuldet sei dies den Terroranschlägen der jüngsten Zeit. Jetzt werde die Zahl der Polizei wieder aufgestockt. Müsse man sich da nicht fragen, wer sie vorher abbaute?

Wo der Mensch geboren sei, da ist seine Heimat. Dort müsse er die Möglichkeit haben, seine Fähigkeiten voll zu entfalten. Die hätten viele aber nicht. Terror und Krieg trieben sie auch nach Deutschland. Die Würde des Menschen sei auch für sie unantastbar, mahnte Bartsch an.

Die Fluchtursachen müssten bekämpft werden. Solange das unzureichend geschehe, werden weitere Menschen aus fremden Ländern zu uns kommen. Der Redner verurteile in diesem Zusammenhang die Waffenlieferungen der Bundesregierung an Länder, die alles andere als demokratisch seien, und nannte Saudi Arabien.

Bartsch (Foto: Kurt Frank) Bartsch (Foto: Kurt Frank) Flüchtlinge kämen auch aus Afrika. Wenn Deutschland und andere Länder aber ihre Überproduktion massenweise dorthin lieferten und der einheimischen Landwirtschaft damit die Möglichkeit nehmen, eine Existenzgrundlage aufzubauen und damit eine Eigenversorgung verhinderten, fördere dies nur die Not, was weitere Flüchtlingsströme zur Folge haben werde.

Der Pakt mit Erdogan, dem türkischen Präsidenten, werde uns noch auf die Füße fallen, prophezeite Dietmar Bartsch. Nach dem Militärputsch, wie der auch zu verstehen sei, folge der Staatsputsch. Tausende Menschen – Richter, Staatsanwälte, Militärs, Journalisten, Politiker, Künstler, Ökonomen – werfe der Präsident ins Gefängnis.

Die Kanzlerin aber meine, man müsse die Verhältnismäßigkeit beachten. Die habe vor der letzten Bundestagswahl schon was gesagt und versprochen, was sie nicht hielt. Die Renten werden wir angleichen, habe sie verkündet. Damit habe sie keineswegs erst das Jahr 2018 gemeint. Es sei die größte Wahl-Lüge der Angela Merkel gewesen. Von einer schnellen Angleichung will die Frau auch heute nichts mehr wissen.

Vehement plädierte der Fraktionsvorsitzende seiner Partei Die Linke im Bundestag für eine Steuerreform. Die Superreichen könnten von ihrem enormen Reichtum mehr abgeben. Und für ein einiges Euro. Allerdings benötige es eine andere Wirtschaftspolitik.
Kurt Frank
Autor: nnz

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