HISTORISCHES UND GEGENWärtiges
Knapp 60 Operationen pro Tag
Freitag, 05. August 2016, 15:40 Uhr
Vor über 40 Jahren drückte der Fotograf auf den Auslöser seiner Kamera. Und hinterließ ein historisches Foto. Für Nordhausen und die Region war es der Anfang eines Bauvorhabens von gewaltiger Bedeutung...
Damals vor 40 Jahren (Foto: privat)
Historischer Moment:Grundsteinlegung für den Bau des Krankenhauses am 29. April 1976. Zugegen war, was Rang und Namen hatte.
Nordhausen. Nur noch wenigen Menschen ist der 29. April 1976 in bleibender Erinnerung. Nicht nur für die Stadt am Südharz war er von historischer Bedeutung. An jenem Apriltag erfolgte auf einer Brachfläche im Norden der Stadt die Grundsteinlegung für den Bau des Krankenhauses nebst dazugehörigen Komplexen. Versenkt in das Fundament wurde eine Schatulle mit Zeitdokumenten.
Was Rang und Namen hatte, fand sich ein: Funktionäre des Partei- und Staatsapparates, Vertreter der Wirtschaft, Parteien und Institutionen, Bauleute. Rechts im Bild Heinz Nitschke, damaliger Vorsitzender des Rates des Kreises. Viele der Honoratioren von damals sind zwischenzeitlich schon verstorben.
Zügig ging es danach voran. Schon am 1. September 1977 nahm die medizinische Fachschule die Arbeit auf. Richtfest für Komplement und Zentrale Versorgung war am 28. Dezember 1977, informierte uns Anne Hagedorn, vom Marketing des Südharz Klinikums. Richtfest für das Bettenhaus war neun Monate später am 22. September 1978. Ein Jahr vorfristig wurde die Rettungsstelle/SMH am 1. Mai 1981 fertiggestellt. Am 7. Oktober 1981 konnte das Bettenhaus übergeben werden. Die ersten Patienten zogen dort am 12. April 1982 ein, weiß Hagedorn.
Die Südharz Klinikum Nordhausen ist mit derzeit 740 Betten im stationären sowie Betreuungsplätzen im gemeindepsychiatrischen Bereich das größte Klinikum Nordthüringens und mit rund 1.900 Beschäftigten zugleich der größte Arbeitgeber. 31.000 Patienten werden im Schnitt pro Jahr medizinisch behandelt. Sie kommen aus einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern. Interessant ist deshalb auch, einige statistische Zahlen näher zu beleuchten:
Heute im Jahr 2016 (Foto: Kurt Frank)
Heute bietet sich dem Betrachter an etwa der gleichen Stelle, wo vor 40 Jahren die Aufnahme entstand, dieses Bild.
So werden jährlich mehr als 3,2 Millionen Euro für Ver -und Entsorgungsleistungen bereitgestellt. Das Haus in der Dr.-Robert-Koch-Straße verbraucht jährlich etwa neun Millionen Kilowattstunden Strom, zehn Millionen Kilowattstunden Fernwärme und fast sieben Millionen Kilowattstunden an Dampf. Hinzukommen 107 000 Kubikmeter Trinkwasser und Abwasser. Pro Tag werden fünf Tonnen Wäsche gewaschen, unter anderem Personalkleidung, Patientenwäsche, Bettwäsche oder Handtücher. Pro Pflegetag sind das vier Kilogramm je Patient.
Zum Image eines Krankenhauses gehört neben der Qualität der medizinischen Betreuung in erster Linie die der Verpflegung, betont Anne Hagedorn. Die Zahlen hierzu könnten sich ebenfalls sehen lassen: Jährlich werden im Südharz Klinikum 400 000 Portionen zubereitet, 80 000 Liter Milch verarbeitet, 300 000 Brötchen oder 750 000 Stück Butter in je 10-Gramm-Portionen oder 145 000 Joghurt-Portionen an Patienten und Mitarbeiter abgegeben. Nach den jeweiligen Mahlzeiten werden jährlich über fünf Millionen Geschirr -und Besteckteile abgewaschen. Im Bereich der Klinikumsapotheke werden im Jahr rund 400 000 Spritzen, 500 000 Blutentnahmeröhrchen oder 250 000 Infusionen eingekauft. Hinzu kommen 85 000 Kubikmeter Sauerstoff und weitere Flaschengase. Knapp 60 Operationen erfolgen pro Tag.
Historischer Zettel (Foto: Kurt Frank)
Die sehr gute Ausstattung des Klinikums ist zum einen Voraussetzung für eine überregionale medizinische Versorgung auf höchstem Niveau, zum anderen aber auch Grundlage für eine umfangreiche Aus- und Weiterbildung. So ist das Klinikum Akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Jena sowie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Ein besonderes Anliegen der Einrichtungen, betont Anne Hagedorn, sei die professionelle Betreuung aller Patienten in angenehmer Arbeitsatmosphäre. Um die psychosoziale Betreuung bemühten sich neben dem Sozialdienst auch Gesprächstherapeuten und Seelsorger. Außerdem stehe den Patienten der Besuchsdienst der "Grünen Damen und Herren" zur Verfügung. "Wichtige Philosophie unseres Klinikums ist, dass soziale Kompetenz nicht nur bei der Behandlung akut erkrankter Menschen praktiziert wird, sondern auch im multiprofessionellen Team", fügt Anne Hagedorn an.
Als Tochtergesellschaft der Südharz Klinikum Nordhausen gGmbH ist das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) mit verschiedensten Fachschaften angegliedert. Das Ziel ist es, eine möglichst umfassende Versorgung der Bevölkerung auch mit ambulant ärztlichen Leistungen sowie ergänzenden Versorgungsleistungen sicherzustellen.
Unter dem Dach des Südharz Klinikums arbeiten diverse Fachkliniken, Institute und Funktionsbereiche. Die enge räumliche Anbindung der Fachabteilungen an die Funktionsbereiche ermöglicht eine rasche Durchführung diagnostischer Maßnahmen und eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Kurt Frank
Autor: nnz
Damals vor 40 Jahren (Foto: privat)
Historischer Moment:Grundsteinlegung für den Bau des Krankenhauses am 29. April 1976. Zugegen war, was Rang und Namen hatte.
Nordhausen. Nur noch wenigen Menschen ist der 29. April 1976 in bleibender Erinnerung. Nicht nur für die Stadt am Südharz war er von historischer Bedeutung. An jenem Apriltag erfolgte auf einer Brachfläche im Norden der Stadt die Grundsteinlegung für den Bau des Krankenhauses nebst dazugehörigen Komplexen. Versenkt in das Fundament wurde eine Schatulle mit Zeitdokumenten.
Was Rang und Namen hatte, fand sich ein: Funktionäre des Partei- und Staatsapparates, Vertreter der Wirtschaft, Parteien und Institutionen, Bauleute. Rechts im Bild Heinz Nitschke, damaliger Vorsitzender des Rates des Kreises. Viele der Honoratioren von damals sind zwischenzeitlich schon verstorben.
Zügig ging es danach voran. Schon am 1. September 1977 nahm die medizinische Fachschule die Arbeit auf. Richtfest für Komplement und Zentrale Versorgung war am 28. Dezember 1977, informierte uns Anne Hagedorn, vom Marketing des Südharz Klinikums. Richtfest für das Bettenhaus war neun Monate später am 22. September 1978. Ein Jahr vorfristig wurde die Rettungsstelle/SMH am 1. Mai 1981 fertiggestellt. Am 7. Oktober 1981 konnte das Bettenhaus übergeben werden. Die ersten Patienten zogen dort am 12. April 1982 ein, weiß Hagedorn.
Die Südharz Klinikum Nordhausen ist mit derzeit 740 Betten im stationären sowie Betreuungsplätzen im gemeindepsychiatrischen Bereich das größte Klinikum Nordthüringens und mit rund 1.900 Beschäftigten zugleich der größte Arbeitgeber. 31.000 Patienten werden im Schnitt pro Jahr medizinisch behandelt. Sie kommen aus einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern. Interessant ist deshalb auch, einige statistische Zahlen näher zu beleuchten:
Heute im Jahr 2016 (Foto: Kurt Frank)
Heute bietet sich dem Betrachter an etwa der gleichen Stelle, wo vor 40 Jahren die Aufnahme entstand, dieses Bild.
So werden jährlich mehr als 3,2 Millionen Euro für Ver -und Entsorgungsleistungen bereitgestellt. Das Haus in der Dr.-Robert-Koch-Straße verbraucht jährlich etwa neun Millionen Kilowattstunden Strom, zehn Millionen Kilowattstunden Fernwärme und fast sieben Millionen Kilowattstunden an Dampf. Hinzukommen 107 000 Kubikmeter Trinkwasser und Abwasser. Pro Tag werden fünf Tonnen Wäsche gewaschen, unter anderem Personalkleidung, Patientenwäsche, Bettwäsche oder Handtücher. Pro Pflegetag sind das vier Kilogramm je Patient.
Zum Image eines Krankenhauses gehört neben der Qualität der medizinischen Betreuung in erster Linie die der Verpflegung, betont Anne Hagedorn. Die Zahlen hierzu könnten sich ebenfalls sehen lassen: Jährlich werden im Südharz Klinikum 400 000 Portionen zubereitet, 80 000 Liter Milch verarbeitet, 300 000 Brötchen oder 750 000 Stück Butter in je 10-Gramm-Portionen oder 145 000 Joghurt-Portionen an Patienten und Mitarbeiter abgegeben. Nach den jeweiligen Mahlzeiten werden jährlich über fünf Millionen Geschirr -und Besteckteile abgewaschen. Im Bereich der Klinikumsapotheke werden im Jahr rund 400 000 Spritzen, 500 000 Blutentnahmeröhrchen oder 250 000 Infusionen eingekauft. Hinzu kommen 85 000 Kubikmeter Sauerstoff und weitere Flaschengase. Knapp 60 Operationen erfolgen pro Tag.
Historischer Zettel (Foto: Kurt Frank)
Die sehr gute Ausstattung des Klinikums ist zum einen Voraussetzung für eine überregionale medizinische Versorgung auf höchstem Niveau, zum anderen aber auch Grundlage für eine umfangreiche Aus- und Weiterbildung. So ist das Klinikum Akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Jena sowie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.Ein besonderes Anliegen der Einrichtungen, betont Anne Hagedorn, sei die professionelle Betreuung aller Patienten in angenehmer Arbeitsatmosphäre. Um die psychosoziale Betreuung bemühten sich neben dem Sozialdienst auch Gesprächstherapeuten und Seelsorger. Außerdem stehe den Patienten der Besuchsdienst der "Grünen Damen und Herren" zur Verfügung. "Wichtige Philosophie unseres Klinikums ist, dass soziale Kompetenz nicht nur bei der Behandlung akut erkrankter Menschen praktiziert wird, sondern auch im multiprofessionellen Team", fügt Anne Hagedorn an.
Als Tochtergesellschaft der Südharz Klinikum Nordhausen gGmbH ist das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) mit verschiedensten Fachschaften angegliedert. Das Ziel ist es, eine möglichst umfassende Versorgung der Bevölkerung auch mit ambulant ärztlichen Leistungen sowie ergänzenden Versorgungsleistungen sicherzustellen.
Unter dem Dach des Südharz Klinikums arbeiten diverse Fachkliniken, Institute und Funktionsbereiche. Die enge räumliche Anbindung der Fachabteilungen an die Funktionsbereiche ermöglicht eine rasche Durchführung diagnostischer Maßnahmen und eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Kurt Frank
