Camp-Tagebuch: Tag 6
Europadorf und Absperrbänder
Freitag, 05. August 2016, 06:27 Uhr
Friedensnobelpreisträger kommt nach Thüringen
Über 100 Kinder aus Nordhausen tummlen sich zur Zeit in Hoheneiche im Thüringer Wald. Zum Handwerkercamp gehört auch das man das Camptagebuch pflegt. Und in dem geht es dieses mal um Pater Dominique Pire (1910 – 1969) aus Belgien, die Hauptfigur des diesjährigen Handwerkercamps...
Der Gott des Friedens mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen. Hebräer 13,20.21
Briefpatenschaften und Altenheime sind auf einen guten Weg. Kinder und auch Familien haben die Möglichkeit, sich im Pfadfinderlager in Huy zu erholen. Man freut sich über diese Fortschritte. Für Pater Pire ist dies allerdings noch lange kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Er sieht auch die vielen Waisenkinder; sie erwartet das Waisenhaus.
Der Pater erkennt, dass hier gehandelt werden muss und zuversichtlich entwickelt er grenzüberschreitende Ideen, die Kindern zu einem neuen möglichen Zuhause, einer Pflegefamilie verhelfen können. Eine davon wäre die Adoption der Kinder, aber nicht nur nebenan, sondern global gedacht auf der ganzen Welt. Er weiß, dass er nicht allein ist, viele Menschen werden ein offenes Herz für Kinder haben.
Andere Familien des Lagers ereilt die Nachricht, dass ihre Einreise nach Amerika nicht mehr möglich sein wird. Hilfsprogramme in Amerika wurden beendet. Was bedeutet das für die Menschen hier? Ein Leben ohne Arbeit, ohne Privatsphäre, ohne Würde? Für immer im Lager?
Pater Pire geht an die Presse. Er will Dörfer errichten, Häuser für Familien, um normales Leben zu ermöglichen. Sein Plan ist es, über Grenzen zu gehen. In Aachen soll das erste Europadorf entstehen. Er sieht darin die Möglichkeit zu zeigen, dass eine friedliche Zukunft nur gelingen kann, wenn Europa zusammenwächst, wenn Grenzen fallen und stattdessen ein Europa der Herzen entsteht. Doch die bürokratischen Hürden auf dem Weg dahin scheinen unüberwindbar.
Die Verantwortlichen der Stadt sind skeptisch, geben sich jedoch loyal. Auf einer Bürgerversammlung entlädt sich Ärger, Wut und auch Angst der möglichen zukünftigen Nachbarn. Sie befürchten Schlimmstes, sind diese Menschen doch kriminell, stehlen und lungern herum. Auch besteht die Sorge, dass das eigene Haus durch neue Ausländer an Wert verlieren könnte. Ziemlich kalter Wind schlägt also Pater Pire und seinem Vorhaben entgegen.
Wie das Bauvorhaben weiter geht, wird im Theaterstück ein Thema sein. Soviel vorweg: Aus den positiven Erfahrungen, die 1952 – also vor über 60 Jahren – in Aachen gemacht wurden, sollten wir heute etwas lernen.
Integration kann gelingen. Unerlässlich dabei ist der Gedanke, dieses Thema als eine gemeinsame europäische Aufgabe zu betrachten –heute, wie vor 60 Jahren.
Da! Endlich! Gefunden. Nach dem verregneten kalten Mittwoch und vor dem drohenden Dauerregen in der Nacht von Donnerstag zu Freitag mit über 20mm Niederschlag (!) soll es trocken und für diesen Sommer ungewöhnlich warm werden.
Zum Geländespiel machten sich die Zeltgruppen gut gerüstet mit Neugier, Spannung und Tatendrang auf den Weg. An über zehn Stationen im Wald wurden die unterschiedlichsten Fähigkeiten und Fertigkeiten aller Kinder (und Mitarbeiter) auf die Probe gestellt. Beispiel gefällig? Mitten im Wald entdecken Kinder einen Büroangestellten mit Schreibtisch und Schreibmaschine! Die Aufgabe: Ohne Tippfehler ein Antragsformular ausfüllen.
Als Punkte werden Adressen für Briefpatenschaften gesammelt. Kein Wunder, dass Datenschutzbeauftragte in Uniform versuchen, diesen Handel von Daten zu unterbinden. An anderen Stationen geht es um das Überwinden von Grenzen, die Übersetzung komplizierter französischer Texte und die Vermittlung von Daten zur Biografie Pater Pires.
Fazit: Ein gelungener, trockener Tag im Wald mit enormen Spaßfaktor für alle Beteiligten.
Rüdiger Neitzke
Kommentare sind hier nicht möglich
Autor: psgÜber 100 Kinder aus Nordhausen tummlen sich zur Zeit in Hoheneiche im Thüringer Wald. Zum Handwerkercamp gehört auch das man das Camptagebuch pflegt. Und in dem geht es dieses mal um Pater Dominique Pire (1910 – 1969) aus Belgien, die Hauptfigur des diesjährigen Handwerkercamps...
Der Gott des Friedens mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen. Hebräer 13,20.21
Briefpatenschaften und Altenheime sind auf einen guten Weg. Kinder und auch Familien haben die Möglichkeit, sich im Pfadfinderlager in Huy zu erholen. Man freut sich über diese Fortschritte. Für Pater Pire ist dies allerdings noch lange kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Er sieht auch die vielen Waisenkinder; sie erwartet das Waisenhaus.
Der Pater erkennt, dass hier gehandelt werden muss und zuversichtlich entwickelt er grenzüberschreitende Ideen, die Kindern zu einem neuen möglichen Zuhause, einer Pflegefamilie verhelfen können. Eine davon wäre die Adoption der Kinder, aber nicht nur nebenan, sondern global gedacht auf der ganzen Welt. Er weiß, dass er nicht allein ist, viele Menschen werden ein offenes Herz für Kinder haben.
Andere Familien des Lagers ereilt die Nachricht, dass ihre Einreise nach Amerika nicht mehr möglich sein wird. Hilfsprogramme in Amerika wurden beendet. Was bedeutet das für die Menschen hier? Ein Leben ohne Arbeit, ohne Privatsphäre, ohne Würde? Für immer im Lager?
Pater Pire geht an die Presse. Er will Dörfer errichten, Häuser für Familien, um normales Leben zu ermöglichen. Sein Plan ist es, über Grenzen zu gehen. In Aachen soll das erste Europadorf entstehen. Er sieht darin die Möglichkeit zu zeigen, dass eine friedliche Zukunft nur gelingen kann, wenn Europa zusammenwächst, wenn Grenzen fallen und stattdessen ein Europa der Herzen entsteht. Doch die bürokratischen Hürden auf dem Weg dahin scheinen unüberwindbar.
Die Verantwortlichen der Stadt sind skeptisch, geben sich jedoch loyal. Auf einer Bürgerversammlung entlädt sich Ärger, Wut und auch Angst der möglichen zukünftigen Nachbarn. Sie befürchten Schlimmstes, sind diese Menschen doch kriminell, stehlen und lungern herum. Auch besteht die Sorge, dass das eigene Haus durch neue Ausländer an Wert verlieren könnte. Ziemlich kalter Wind schlägt also Pater Pire und seinem Vorhaben entgegen.
Wie das Bauvorhaben weiter geht, wird im Theaterstück ein Thema sein. Soviel vorweg: Aus den positiven Erfahrungen, die 1952 – also vor über 60 Jahren – in Aachen gemacht wurden, sollten wir heute etwas lernen.
Integration kann gelingen. Unerlässlich dabei ist der Gedanke, dieses Thema als eine gemeinsame europäische Aufgabe zu betrachten –heute, wie vor 60 Jahren.
Absperrband im Wald?
Seit Tagen beobachten wir als Mitarbeiterteam täglich die aktuelle Wettervorhersage. Wir sind auf der Suche nach einem trockenen Zeitfenster für das legendäre jährliche Geländespiel im Handwerkercamp Hoheneiche.Da! Endlich! Gefunden. Nach dem verregneten kalten Mittwoch und vor dem drohenden Dauerregen in der Nacht von Donnerstag zu Freitag mit über 20mm Niederschlag (!) soll es trocken und für diesen Sommer ungewöhnlich warm werden.
Zum Geländespiel machten sich die Zeltgruppen gut gerüstet mit Neugier, Spannung und Tatendrang auf den Weg. An über zehn Stationen im Wald wurden die unterschiedlichsten Fähigkeiten und Fertigkeiten aller Kinder (und Mitarbeiter) auf die Probe gestellt. Beispiel gefällig? Mitten im Wald entdecken Kinder einen Büroangestellten mit Schreibtisch und Schreibmaschine! Die Aufgabe: Ohne Tippfehler ein Antragsformular ausfüllen.
Als Punkte werden Adressen für Briefpatenschaften gesammelt. Kein Wunder, dass Datenschutzbeauftragte in Uniform versuchen, diesen Handel von Daten zu unterbinden. An anderen Stationen geht es um das Überwinden von Grenzen, die Übersetzung komplizierter französischer Texte und die Vermittlung von Daten zur Biografie Pater Pires.
Fazit: Ein gelungener, trockener Tag im Wald mit enormen Spaßfaktor für alle Beteiligten.
Rüdiger Neitzke
Kommentare sind hier nicht möglich



















