Unerwarteter Bewohner in der HELIOS Klinik Bleicherode
Na, was blüht denn da?
Donnerstag, 04. August 2016, 13:55 Uhr
Auf dem Dach der Krankenhauscafeteria der HELIOS Klinik Bleicherode siedelt sich seit Jahren eine Orchidee an und ist der heimliche Liebling der Klinikmitarbeiter. In diesem Jahr erschienen erstmals auf dem ganzen Dach verteilt Pflänzchen der seltenen Knabenkrautart. Nun beschloss die Klinikleitung, den Erhalt der Pflanze zu schützen und setzt die Mäharbeiten vorerst aus...
Die Klinikorchidee wurde als stattliches Knabenkraut identifiziert und erfreut Patienten und Mitarbeiter in der HELIOS Klinik Bleicherode (Foto: J. Weller)
In Folge komplexer Umbaumaßnahmen an der HELIOS Klinik Bleicherode eröffnete die Cafeteria des Krankenhauses, das Café Barbara, 1997 zum ersten Mal seine Pforten. Die Bedachung wurde als Gründach gestaltet und ist vom Flur der Station 2 direkt zu sehen.
Patienten und Mitarbeiter konnten so im Laufe der Zeit beobachten, wie sich aus kleinen Polsterstauden bestehende Begrünung entwickelte. Es dauerte nicht lange, da hatten sich Gräser und Wildkräuter angesiedelt, so dass eine regelmäßige Pflege durch eine Gartenbaufirma erforderlich wurde.
Eines Tages im Frühjahr stand plötzlich eine violett blühende Orchidee auf dem Dach. Jahr für Jahr erschien sie wieder an der gleichen Stelle und schnell war aus der Orchidee unsere Orchidee geworden, erzählt Dr. Joachim Burgmeier, Oberarzt der HELIOS Klinik Bleicherode. Sobald die Gartenbaufirma erschien, um zu mähen, baten die Klinikmitarbeiter darum, die Orchidee zu erhalten, was dazu führte, dass sie von Jahr zu Jahr größer und prächtiger gedeichte. Doch im vorigen Jahr kam die Information an die Mähverantwortlichen zu spät: Das Dach war blank gemäht und die Orchidee war weg.
Im Frühjahr dieses Jahres tauchte plötzlich und unerwartet eine Orchidee an anderer Stelle des Gründaches auf und Tage später erschienen über das ganze Dach verteilt elf blühende Pflanzen. Nun beschlossen wir, das Dach als Biotop unter unseren Schutz zu stellen, um den Erhalt der Pflanzen nun endgültig zu sichern, erzählt Burgmeier.
Durch die Unterstützung von Experten gelang es, die Pflanzen als stattliches Knabenkraut zu identifizieren. Es wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten zwar als ungefährdet eingestuft, ist aber dennoch schützenswert und zudem ein hübscher Anblick für unsere Patienten und Mitarbeiter, sagt er. Die Klinikleitung lies abklären, ob eine ausgedehnte Bepflanzung auf dem Dach ohne statische Gefährdung möglich sei, denn durch die Wucherung der Pflanzen verstärkte sich der Druck auf das Dach.
Ein Experte aus Erfurt gab jedoch Entwarnung. Die Mäharbeiten konnten auf den Herbst verschoben werden. Wir hoffen, uns noch viele Jahre an unserer Orchideenwiese erfreuen zu können, sagt Dr. Burgmeier. Um Patienten und Besucher über die Hintergründe des neuen Biotops auf dem Klinikdach zu informieren, wurde ein Hinweisschild neben dem Gründach platziert, welches Aufschluss über die unerwarteten Bewohner gibt.
Janine Weller
Autor: nnz
Die Klinikorchidee wurde als stattliches Knabenkraut identifiziert und erfreut Patienten und Mitarbeiter in der HELIOS Klinik Bleicherode (Foto: J. Weller)
In Folge komplexer Umbaumaßnahmen an der HELIOS Klinik Bleicherode eröffnete die Cafeteria des Krankenhauses, das Café Barbara, 1997 zum ersten Mal seine Pforten. Die Bedachung wurde als Gründach gestaltet und ist vom Flur der Station 2 direkt zu sehen.
Patienten und Mitarbeiter konnten so im Laufe der Zeit beobachten, wie sich aus kleinen Polsterstauden bestehende Begrünung entwickelte. Es dauerte nicht lange, da hatten sich Gräser und Wildkräuter angesiedelt, so dass eine regelmäßige Pflege durch eine Gartenbaufirma erforderlich wurde.
Eines Tages im Frühjahr stand plötzlich eine violett blühende Orchidee auf dem Dach. Jahr für Jahr erschien sie wieder an der gleichen Stelle und schnell war aus der Orchidee unsere Orchidee geworden, erzählt Dr. Joachim Burgmeier, Oberarzt der HELIOS Klinik Bleicherode. Sobald die Gartenbaufirma erschien, um zu mähen, baten die Klinikmitarbeiter darum, die Orchidee zu erhalten, was dazu führte, dass sie von Jahr zu Jahr größer und prächtiger gedeichte. Doch im vorigen Jahr kam die Information an die Mähverantwortlichen zu spät: Das Dach war blank gemäht und die Orchidee war weg.
Im Frühjahr dieses Jahres tauchte plötzlich und unerwartet eine Orchidee an anderer Stelle des Gründaches auf und Tage später erschienen über das ganze Dach verteilt elf blühende Pflanzen. Nun beschlossen wir, das Dach als Biotop unter unseren Schutz zu stellen, um den Erhalt der Pflanzen nun endgültig zu sichern, erzählt Burgmeier.
Durch die Unterstützung von Experten gelang es, die Pflanzen als stattliches Knabenkraut zu identifizieren. Es wird in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten zwar als ungefährdet eingestuft, ist aber dennoch schützenswert und zudem ein hübscher Anblick für unsere Patienten und Mitarbeiter, sagt er. Die Klinikleitung lies abklären, ob eine ausgedehnte Bepflanzung auf dem Dach ohne statische Gefährdung möglich sei, denn durch die Wucherung der Pflanzen verstärkte sich der Druck auf das Dach.
Ein Experte aus Erfurt gab jedoch Entwarnung. Die Mäharbeiten konnten auf den Herbst verschoben werden. Wir hoffen, uns noch viele Jahre an unserer Orchideenwiese erfreuen zu können, sagt Dr. Burgmeier. Um Patienten und Besucher über die Hintergründe des neuen Biotops auf dem Klinikdach zu informieren, wurde ein Hinweisschild neben dem Gründach platziert, welches Aufschluss über die unerwarteten Bewohner gibt.
Janine Weller
