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Camp-Tagebuch: Tag 3

Nachmittags um 3 in Hoheneiche…

Dienstag, 02. August 2016, 07:02 Uhr
Spannende Tage für über 100 Kinder aus der Nordhäuser Region im Camp Hoheneiche. In diesem Tagebuch berichtet Rüdiger Neitzke über das Leben im Camp, bei dem sich in diesem Jahr alles um einen Mann, der vor 100 Jahren geboren wurde...


„Alle Zungen sollen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“ Philipper 2,11

Es ist nicht zu übersehen. Die Briefpatenschaften sind ein richtiger Weg! Sie geben neuen Mut. Briefpatenschaften vermitteln das Gefühl der Wertschätzung und lindern nicht zuletzt auch materielle Probleme.

Dringend benötigte Dinge wie Wolle, Seife oder sogar lebensrettende Medikamente finden so ihren Weg zu den Bedürftigen. Im Lager in Kufstein keimt die Hoffnung. Vielleicht kann auch für die schwerkranke Ludmilla eine Medizin aus den USA besorgt werden.

Sogar Blumen schmücken das Lager und auch das Gefühl für jemanden wichtig zu sein, von jemanden geachtet zu werden, macht es nicht nur Sergej oder Swetlana möglich, sich von Verzweiflung und Resignation zu befreien.

In Huy arbeitet Pater Pire mit immer mehr und mehr Menschen an immer mächtiger werdenden Aufgaben. Gesprächsgruppen bilden sich, Übersetzer arbeiten nach Kräften, um alle Briefe für die Empfänger verständlich zu machen, die Telefone klingeln heiß. Es ist spürbar, dass selbst die Mitarbeiter von den Briefen gestärkt, ja aufgebaut werden. Pater Pire wendet sich gemeinsam mit Herrn Squadrille an die Presse. Ihr Anliegen muss Grenzen überschreiten, muss Menschen wachrütteln.

Aber nicht durch Sensationspresse, sondern durch Wahrheit, Überzeugung und Hoffnung. „Wir alle müssen unsere Mitschuld und die daraus erwachsende Verantwortung und Verpflichtung zum Handeln erkennen und wahrnehmen.“ Alle Menschen müssen angesprochen werden, keiner ist zu jung, zu alt, zu geplagt oder zu unbeteiligt. Mutig bring der Pater seine Gedanken an die Öffentlichkeit. Wird es gelingen, über Grenzen hinweg wach zu rütteln? Europa steht vor einer anspruchsvollen Aufgabe.

In der anschließenden Bibelarbeit bespricht jede Zeltgruppe für sich das Theaterstück, klärt Fragen und es wird deutlich, dass es Parallelen zur gegenwärtigen globalen Situation gibt. Das Thema Briefpatenschaften wird erneut aufgegriffen und einige Kinder möchten ebenfalls Briefpatenschaften für Kinder übernehmen, die erst vor kurzem nach Deutschland gekommen sind.

Dafür brauchen wir Kooperationspartner und Adressen von Kindern und mögliche Übersetzer. Bitte melden!

Briefpost? - veraltet?

Briefe? Wer schreibt denn heute noch Briefe? Oft kann man es so oder so ähnlich hören. Doch gerade hier im Camp erfahren wir, welche Wirkung ein solches Blatt Papier hat. Wie bedeutungsvoll eine kleine bunte Karte sein kann. Ein paar liebe Worte von zu Hause, einem Freund oder ein freundlicher Gruß der Großeltern. Jemand denkt an mich! Ein tolles Gefühl!

Noch viel wertvoller können diese Zeilen werden, wenn man sich an Neues gewöhnen muss, neue Freunde finden möchte. Im Übrigen haben wir schon eine erste kleine Liste mit Namen bekommen und die ersten Briefe wurden schon geschrieben.

Nachmittags um 3 in Hoheneiche…

…wird gehämmert, gesägt, geschnitten, gemalt, gerührt, getippt, gefaltet, gefilzt, geknüpft, getanzt, genäht, gelesen, geschraubt und sogar geschält! Emsiges Treiben herrscht auf dem Gelände. Geschickte Hände der „Bösen Fritösen“ bringen Erdäpfel in Form um leckere Pommes zu frittieren. Unermüdlich werden bei den „Babel Bubies“ die Wörterbücher gewälzt um Sprachrohre zur besseren Verständigung herzustellen. Es gibt noch viel zu tun… Wir wollen das schaffen!

Sport am Abend

Volleyball, Rugby, Fußball, Yoga, Aerobic, Federball, Gymnastik, Slackline, Schach, Capoeira. Das sportliche Angebot am Abend ist enorm. Die eingebrachten Fähigkeiten und Talente der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer ermöglichen diese Vielfalt, aus denen dieses Handwerkercamp schöpft. Alle Kinder finden ein Angebot, bei dem sie sich den ganzen Abend austoben.

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Autor: nnz

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