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Dunkle Wolken über dem Steigerwald

Freitag, 22. Juli 2016, 16:57 Uhr
Nach dem die nnz in den zurückliegenden Wochen fleißig über Wacker Nordhausen berichten konnte, schaut ein Leser dieser Zeitung in Richtung Landeshauptstadt und sieht dort dunkle Wolken...


Irgendwie ist bei unserem (noch) Thüringer Vorzeigeclub, FC RWE und im direkten Umfeld, ausgerechnet in der Phase der Einweihungsfeier der bald eröffneten Multifunktionalarena, der Wurm drin!

Nachdem der Verantwortliche der Betreibergesellschaft, Kniffka, kürzlich ohne offizielle Begründung praktisch über Nacht seinen Hut nehmen musste, obwohl diese Maßnahme offensichtlich nicht mit den noch vielen offenen Baufragen dieses Mammutobjektes im Zusammenhang stand und das Gleiche auch heute mit dem erst seit einem Jahr tätigen Nachwuchschef des Clubs, Jahn, passierte, überraschte doch allgemein bis in alle Winkel Thüringens ein wenig die Meldung über den MDR des von der Thüringer Finanzbehörde eingeschätzten vermutlichen „Serien-Steuerbetruges“ zwischen dem Erfurter Club und rund 40(!) Sponsoren, der im Ergebnis der schon im Juni erfolgten peinlichen Hausdurchsuchung in der Clubgeschäftsstelle festgestellt wurde!

Der seit etwa zehn Jahren als umtriebig bekannter agierende ehrenamtliche Präsident und seit 1991 beruflich als Gesamtvollstreckungs-, Konkurs- und Insolvenzverwalter arbeitende „Westimport“ mit eigener Praxis hätte doch eigentlich mit dem eigenen Wissensstand, dem seiner Beschäftigten und externen Geschäftspartnern der Sponsoren-Firmen bestens wissen müssen, dass auch die erhaltenen Gelder aus seinen genannten „Sachleistungsverträgen“, wie bei jeder kleinen anderen Firma, umsatzsteuerpflichtig sind und hat natürlich zumindest bis zu den angeblich schon erfolgten Nachzahlungen dadurch auch finanzielle Vorteile gehabt.

Vermutlich hätte eine „Selbstanzeige“, wie es sein Rot-Weiß-Vorstandskollege Kalt kurz nach seinem Weggang von den Offenbacher Kickers nach Erfurt vorsorglich getan hat, den allgemein noch nicht veröffentlichen finanziellen Schaden abwenden bzw. zumindest etwas reduzieren können!

Einige Prozessbeobachter werden sich angesichts dieser Meldung noch daran erinnern, dass 2012 dieser Präsident aus genau gleichen Gründen(!) u.a. bereits auf der Anklagebank des Thüringer Landgerichts saß, weil ein Sponsoren-Vertreter nach Zahlung eines mittleren fünfstelligen Eurobetrages, trotz mehrmaliger Aufforderung, keine schriftliche Bestätigung des Zahlungseingangs vom Empfänger erhielt und deshalb gegen diesen klagte! Bekanntlich ist dieses Verfahren nach ein paar Auflagen aus naheliegenden Gründen ergebnislos im Sande verlaufen......

Besonders von einem Fußballpräsidenten mit diesem beruflichen Hintergrund sollte man trotz klammer Kassen erwarten können, dass von ihm die bestehenden Gesetzmäßigkeiten in der Wirtschaft eingehalten werden und deshalb auch die Vergehen entsprechend von den Justiz- und Finanzbehörden strafrechtlich zu ahnden sind, besonders, wenn man schon im Vorfeld damit in „Schwierigkeiten“ geriet!

Die Fußballöffentlichkeit, nicht nur in Thüringen, wird über den weiteren Verlauf dieser ungewöhnlichen Geschichte sehr gespannt sein und glaubt vermutlich nun umso mehr, dass nur sehr wenige Mitglieder ihre an den Erfurter Club geliehenen Fan-Anleihen in Form von Genussscheinen, einschließlich der ungewöhnlich hohen versprochenen Zinsen, termingerecht zurück erhalten!
Hans-Ullrich Klemm
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Autor: nnz

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