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4. Fuchsientaufe in der Traditionsbrennerei

Fuchsien, Funkien, Farbenpracht

Samstag, 16. Juli 2016, 11:48 Uhr
Volle Blütenpracht auf dem Hof der Traditionsbrennerei - zum 4. mal kann man dieser Tage in die Vielfalt der Fuchsienfamilie eintauchen. Zur Tradition der Ausstellungen gehört auch, das man neue Sorten tauft. Heute gab es gleich zwei neue Namen zu vergeben...

4. Fuchsienschau in der Nordhäuser Traditionsbrennerei (Foto: Angelo Glashagel) 4. Fuchsienschau in der Nordhäuser Traditionsbrennerei (Foto: Angelo Glashagel)

Über 100 Arten gibt es und über 12.000 Sorten, mehr als 4.500 davon kommen allein aus Deutschland. Die Rede ist von Fuchsien, Blütenpflanzen mit delikaten, farbenfrohen und abwechslungsreichen Variationen.

Gut 350 verschiedene Sorten präsentierte heute der Fuchsien-Freundeskreis Südharz auf dem Hof der Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei. Die Ausstellung erfreute sich auch in ihrer vierten Ausgabe wieder großer Beliebtheit, auf dem Hof der Brennerei herrschte geschäftiges Gedränge.

Neben Fuchsien sind auch Funkien und diverse Steingartengewächse zu sehen, man habe die Ausstellung etwas auflockern und erweitern wollen, sagte Jochen Einenckel, Leiter der Traditionsbrennerei. Wie bei den vorangegangenen Fuchsienschauen wurde auch heute wieder eine Taufe vorgenommen. Die Sorten "Freistaat Thüringen", "Nordhausen" und "Nordhäuser Korn" haben so das Licht der Welt erblickt. Für dieses Jahr hat man der Zeit ein wenig vorgegriffen - da die Fuchsienausstellungen nur alle zwei Jahre stattfinden und man im nächsten Jahr nicht zusammenkommen wird, wurde die diesjährige Fuchsie "Theater Nordhausen" getauft. Denn der Nordhäuser Musentempel feiert im kommenden Jahr sein 100. Jubiläum.

Die Taufe übernahm Angela Kalms, die als Verwaltungsdirektorin das Nordhäuser Theater über Jahre und Jahrzehnte hinweg geprägt hat. Zusammen mit Intendant Lars Tietje und der Führungsebene des Hauses wird sie sich in der kommenden Spielzeit neuen Aufgaben zuwenden und den Südharz verlassen. Für Frau Kalms war die Taufe also auch so eine Art Abschiedsgeschenk. Sie sei mit dem Herz und dem Kopf dem Theater Nordhausen verbunden, sagte Kalms, es sei eine wunderbare Idee, so eine schöne Pflanze nach dem Theater zu benennen.

v.l.: Jochen Einenckel, Angela Kalms, Jürgen Domeyer, Karl Strümper (Foto: Angelo Glashagel) v.l.: Jochen Einenckel, Angela Kalms, Jürgen Domeyer, Karl Strümper (Foto: Angelo Glashagel)

Gezüchtet wurde die Lachsrosa und Orange-geflammte Fuchsie von Werner Kessler aus Hessen. Tauf-Pflanze Nummer zwei entstammt der Zucht von Karl Strümper aus Göttingen. Der Ehrenvorsitzende der deutschen Fuchsiengesellschaft ist inzwischen 87 Jahre alt und hat selber über 400 Sorten herangezogen. Die Pflanzen seien nicht über alle Maßen anspruchsvoll, meint Strümper, "warme Füße, kalter Kopf", dann sollte es auch klappen mit der Fuchsienpracht. Zum Beispiel mit der heute von Jochen Einenckel getauften Sorte "Traditionsbrennerei".

Wenn man weiß wie die Pflanzen zu pflegen sind, können die Gewächse zu recht eindrucksvoller Größe heranwachsen und alt werden. "100jährige Fuchsien sind kein Problem" meinte Jürgen Domeyer, Vorsitzender der Südharzer Fuchsienfreunde. Die älteste Pflanze, die er heute mitgebracht hat, wurde 1980 gesetzt.

Wer die Blütenpracht selber sehen und vielleicht die eine oder andere Pflanze mit nach Hause nehmen will, kann die Fuchsienschau heute noch bis 17 Uhr besuchen. Morgen öffnet die Traditionsbrennerei die Ausstellung noch einmal von 10 bis 17 Uhr.
Angelo Glashagel
Autor: red

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