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Nachfrage in Dänemark

DKexit? Nein, ohne danke!

Freitag, 08. Juli 2016, 16:03 Uhr
Selbstverständlich kann man als Tourist in Dänemark keine Volksbefragung durchführen. Aber dem Bekannten und erst recht dem Freund kann man schon mal die Frage stellen: Was haltet Ihr so von einem DKexit? Jürgen Wiethoff hat es getan...


In Dänemark ist vieles anders als in Deutschland. Vielen Leuten kann man seine Fragen in Deutsch stellen und fast allen in Englisch. Fremdsprachen werden ab der 2. Klasse gelehrt und Englisch ist dabei Pflicht. Wenn man sich kennt, sagt man „Du“ zueinander und man kennt sich, wenn man beim Brötchen holen zum 2. Mal über das Wetter philosophiert.

Die Lebenshaltungskosten sind deutlich höher als in Deutschland und in den letzten Jahren mehr gestiegen, als dem deutschen Geldbeutel lieb sein kann. Zur Übung von Multiplikation und Division hat man hier noch die Krone (1 € ca. 7,4 DK).

Schon seit ein paar Jahren sieht man an den Grenzübergängen wieder Zollbeamte und Höcker auf der Straße. Letztere sieht man aber auch in den Orten, um den Kraftfahrer mehr oder weniger auffällig daran zu erinnern, die genehmigten Geschwindigkeiten einzuhalten.

Dieses Jahr mussten wir bei der Einreise in Rødby sogar wieder den Ausweis zeigen. Als Gegenleistung bekamen wir „ Schönen Urlaub und noch gute Reise“ gewünscht.
Die Dänen waren 2015 wieder das glücklichste Volk in der Welt. Hier ist alles „hygge“, was man nur unvollkommen als „gemütlich“ übersetzen kann – es ist Teil der dänischen Lebensart.

Vivi Bach und Dietmar Schönherr haben´s schon 1968 gewusst: Das Leben meint es gut mit Dänen und mit denen, denen Dänen nahestehen. Durch die deutsche Presse waberte nach dem Brexit-Votum die Nachricht, die Dänen könnten es den Briten gleich tun. Eine Nachricht, die zumindest auf den Inseln Lolland und Falster auf ungläubiges Kopfschütteln stößt. Höchstens 20 % Zustimmung fände ein Votum zum dänischen EU-Ausstieg, wurde uns gesagt.

Das erscheint auch glaubwürdig, wenn man Informationen zur Arbeitslosigkeit (04/2016 4,3%), zum Einkommen, zur Rentenhöhe und zu den sonstigen Lebensumständen von „Ole Normaldäne“ bekommt. Einen richtig unzufriedenen Menschen haben wir in nunmehr 25 Jahren Urlaub in Dänemark noch nie getroffen.

Wer es also auch mal einen ganzen Urlaub hygge mag, ist hier gut aufgehoben. Es gibt viel zu sehen, kilometerlange Sandstrände und freundliche Menschen.
Jürgen Wiethoff
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: nnz

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