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Betrachtet

Moscheebau in Nordhausen

Mittwoch, 06. Juli 2016, 16:12 Uhr
An der Darre in Nordhausen soll eine Moschee entstehen. Hier wollen sich zukünftig Moslems aus dem ganzen Landkreis zum Gottesdienst versammeln und die Gemeinschaft untereinander pflegen. Ob das gut ist, darüber gehen die Meinungen der Nordhäuser stark auseinander....


Neben einigen Befürwortern gibt es auch vehemente Gegner. Sie sehen das christliche Abendland in Gefahr oder befürchten eine Überfremdung durch die andere Kultur.

Noch ist es ein Gedankenspiel, aber in Erfurt wird diese Diskussion schon ganz real geführt. Auf welcher Seite würden Sie stehen, wenn es um eine Moschee hier bei uns ginge? Bei den Befürwortern oder bei den Gegnern? Argumente müssen ausgetauscht werden, das ist gut so. Aber bei allem Für und Wider sollten wir bitte nicht vergessen, daß in unserer Verfassung die freie Religionsausübung zugesichert ist.

Und dazu gehört nun einmal auch der Bau von Versammlungs- und Gebetsräumen. Egal, ob sie sich Kirche, Synagoge oder Moschee nennen. So ist das geltende Recht. Darüber hinaus: Die Freiheit, die ich mir selber wünsche, sollte ich anderen auch zugestehen. Ich bin davon überzeugt, dass die Vielfalt der Meinungen und auch die Vielfalt der Religionen unserem Land gut bekommt. Denn in der Begegnung mit anderen Kulturen wird uns bewusster, was unsere eigene Kultur ausmacht. Wer sich seiner eigenen Sache bewusst ist, braucht keine Scheu vor der Begegnung mit Menschen zu haben, die anders sind, anders aussehen, anders glauben.
Pfarrer Bernhard Halver, Niedergebra
Autor: nnz

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