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Vergessene Grenzsteine gesucht

Donnerstag, 12. Juli 2001, 14:13 Uhr
Ilfeld (nnz) Die Ilfelder Wanderfreaks erstellen einen neuen Wanderweg. Nach Ende der Arbeiten werden Besucher aus Niedernhausen und Belgien erwartet. Mehr dazu von Manuela Jauer.


Grenzstein Na, neugierig geworden? Dann will ich etwas mehr über uns erzählen. Wir, die „Ilfelder Wanderfreaks“, haben uns vor wenigen Wochen zusammengefunden. Wir sind zwar Mitglieder der Stadt- und Gästeführer Gilde Nordhausen, fungieren aber als selbständige Jugendgruppe. Unsere Aufgabe ist es, im Rahmen eines Projektes einen historischen Wanderweg entlang der Grenzsteine im Forst und Amt Hohnstein zu erstellen. Zu diesem Weg fertigen wir zusätzlich einen Katalog an, in dem die Steine nach Aussehen, Lage und Geschichte genau beschrieben sind. Das Projekt wird von der EU gefördert und endet im August 2002. Nach Abschluß des Projektes erwarten wir Besuch aus unserer Partnergemeinde in Belgien und aus Niedernhausen.

Wenn ihr euch für diese Arbeit interessiert, seid ihr bei uns gern als neue Mitglieder gesehen. Ihr solltet zwischen 15 und 25 Jahren alt sein, Spaß an der Arbeit im Freien haben und etwas geschichtliches Interesse mitbringen. Motivation und Engagement sollten auch nicht fehlen. Was wird auf euch zukommen? Unsere Aufgabe besteht darin, alle Steine genau zu erfassen: Sie müssen fotografiert, gemessen und ihre geografische Lage genau bestimmt werden. Die historische Einordnung darf auch nicht fehlen. Auf jedem Stein findet man unterschiedliche Wappen, Zahlen und Buchstaben, deren historischen Hintergrund wir beleuchten wollen.

Um die Steine aufzunehmen, sind wir viel unterwegs. Wenn wir draußen auf den Spuren der alten Herrschaftsgebiete durch den Wald streifen, arbeiten wir ständig mit Kompass und Karte. Teilweise sind sehr antiquare Exemplare unter den Karten. Das muss sein, damit wir genau verfolgen können, wie die Grenzen früher verliefen. Manche Steine sind heute so stark verwittert, dass man ihre Aufschrift nur schwer entziffern kann. Andere sind tief in die Erde eingesunken, sodass wir sie wieder frei graben müssen. Wieder andere sind so versteckt oder verwachsen, dass man Mühe hat, sie zu finden. Das kann manchmal schon recht abenteuerlich sein.

Interessant ist unsere Arbeit außerdem. Besonders der Umgang mit Karte und Kompass wirft desöfteren knifflige Fragen auf, mit denen man vorher nicht gerechnet hat. Auch Naturfreunde kommen auf ihre Kosten: Eine herrliche Landschaft drumherum ist garantiert. Na, haben wir jetzt eure Neugier geweckt? Dann meldet euch bei uns und ruft an bei Katja Balke unter 036331/32034. Wir freuen uns auf euch!
Manuela Jauer
Autor: nnz

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