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Schüssel auf dem Kopf

Freitag, 02. Juli 2004, 11:35 Uhr
Nordhausen (nnz). Was beim Motorradfahrern längst Pflicht ist, setzt sich bei Radlern gar nicht durch. Ist es denn viel sicherer auf dem nicht motorisierten Zweirad unterwegs zu sein? nnz ging dieser Frage nach.

Schüssel auf dem Kopf (Foto: nnz) Schüssel auf dem Kopf (Foto: nnz) Motorradfahrer müssen ihn schon lange tragen – den Schutzhelm. Für Radler ist er keine Pflicht. Was für Stefanie und ihre Freundin Angelique, die ihr den Kopfverband verpaßt, noch ein Spiel ist, wird schnell ernst. Dann ist es wichtig, daß dem verletzten Radfahrer schnell geholfen wird. Sibylle Schneider von den Johannitern erklärte deshalb im Rahmen des Verkehrssicherheitstages „Fahr Rad – aber sicher“ wie man Verbände anlegt und Wunden versorgt. Die Mädchen waren mit großem Eifer bei der Sache, ließen sich Kopf und Knie verpflastern.

Jungs zog es mehr zur Fahrradwerkstatt, wo die Fahrzeuge auf Verkehrssicherheit überprüft wurden. Beim Fahrradparcours der Polizei konnten danach alle Radfahrer ihre Geschicklichkeit erproben.

Das Berufsbildungszentrum für den Straßenverkehr, das sich regelmäßig an Veranstaltungen zur Verkehrssicherheit beteiligt, erläuterte interessierten Radfahrern jeden Alters wie gefährlich Lkw für sie sein können. Trotz der großen Fahrradspiegel sieht der Fahrer längst nicht alles.
Der Fahrradsimulator und ein Verkehrsquiz waren wieder mit dabei. Der Lift e.V. sorgte für das leibliche Wohl.

Während Kinder durchaus für einen bunten Fahrradhelm zu begeistern sind, finden Jugendliche die „Schüssel“ auf dem Kopf eher uncool. Beim Helmtest konnten sich die Radfahrer überzeugen, daß so ein Helm im Zweifelsfall auch ihr Leben retten kann.

Rund 350 Teilnehmer kamen zu dem Aktionstag für Radfahrer an den Salzagraben. Dieter Köhler als Projektleiter bei der Kreisverkehrswacht möchte sich bei allen bedanken, die diese Veranstaltung unterstützten.

Für alle, die es ganz genau wissen wollen, wie sicher Radfahren ist, hier die Unfallstatistik der Polizeidirektion Nordhausen. 11,6 % aller im Straßenverkehr Verunglückten waren im vergangenen Jahr Radfahrer. Mit 269 Personen stieg diese Zahl um 27 im Vergleich zum Vorjahr. Drei Menschen starben sogar.

Besonders gefährdet sind die alten und die ganz jungen Fahrer. Allein 110 Unfälle betrafen Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren. Wer sich in Zukunft zum Tragen eines Fahrradhelms durchringen kann, gehört bei einem Unfall vielleicht nur zu den 178 leicht verletzten Personen.
Autor: wf

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