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Hoffentlich wenigstens eine klare Weltanschauung

Freitag, 10. Juni 2016, 06:32 Uhr
Wow. 25 Jahre nach der „Wende“ erlebt man immer noch Überraschungen. Vielleicht ist man für diese Gesellschaftsordnung aber auch nur immer noch zu naiv. So beginnt die Mail eines nnz-Lesers...


Seit einem Jahr geht mein Enkel in die Fördereinrichtung Nordhausen – Ost. Bei ihm ist in den ersten Lebensjahren so manches schief gelaufen. Diagnose „Schwere Bindungsstörung“.

Das Förderzentrum ist die letzte Station vor der Einschulung und nachdem es in seinem vorherigen Kindergarten in Urbach Probleme mit seiner Disziplin gab. Es wurde uns wärmstens empfohlen, da dort speziell geschulte pädagogische Kräfte und nur kleine Gruppen vorhanden seien. Also waren wir ziemlich froh, als es letztes Jahr klappte.

So langsam haben wir aber erhebliche Zweifel – nicht am Können, aber am Wollen der dort eingesetzten Kräfte oder vielmehr ihrer Vorgesetzten.
Schon zum dritten Mal hatte ich einen Anruf vom Leiter der Fördereinrichtung auf dem AB, ich möge meinen Enkel sofort abholen, es ginge nicht mehr und in der Einrichtung würde ich erfahren, wie lange er vom Besuch suspendiert sei. (für den Rest der Woche- 4 Tage)

Damit fallen für meinen Enkel auch zwei Therapien, die in der Einrichtung integriert angeboten werden, aus.
Klar, die anderen Kinder haben ein Recht auf Schutz vor Gefährdungen, aber ist wirklich jede Kabbelei zwischen Kindern bösartig und gesundheitsgefährtend? Wieso ging es ein Jahr fast ohne Probleme und jetzt mehren sich die Zwischenfälle mit drakonischen Entscheidungen?!! – Die für uns besonders hilfreich sind.

Nur gut, dass ich zur Zeit arbeitslos bin und noch die Folgen zweier Schlaganfälle kuriere, sonst könnte ich den Aufforderungen selbst auf den Enkel aufzupassen, kaum nachkommen. Allerdings frage ich mich, wie machen es Eltern in Vollzeitarbeit mit 27 Urlaubstagen im Jahr – schließlich ist die Einrichtung ja in den Schulferien auch geschlossen.

Wie ich allerdings meine Arzttermine und Therapien nun wahrnehmen soll (mit den Enkel), dass ist ja wohl mein Problem. Tja, es gibt eben jetzt Pädagogen, Spezialpädagogen und ganz besondere Pädagogen!

Mir stellt sich die Frage: „Ist das der Vor-Frust (weil die Einrichtung geschlossen wird) oder eine spezielle Art der Vorbereitung auf die INKLUSION? “! Aber vielleicht ist es für verantwortungsbewusste Leiter nur der einfachste Weg; weil man ja einen Deppen hat, der bei jedem Anruf springt?! Das ist der sichere Weg zum Studienrat, oder?!

In der DDR zählte manchmal die Ideologie mehr als die Fähigkeit und ich dachte eigentlich heute wäre das anders. Vielleicht haben diese Leute ja wenigstens eine Weltanschauung, mit der sie selbst im Reinen sind. Problemfreie Kinder gibt es nicht, aber leider auch keine wirkliche Hilfe von „besonderen Pädagogen“!

Wenn das aber die Vorzeichen der Inklusion sind, wo die Anforderungen an die Pädagogen sehr viel höher sein dürften als derzeit, dann sehe ich für’s wirkliche Gelingen schwarz.
Andreas Klaschka
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Autor: nnz

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