Post vom Roten Buchladen erhalten
Donnerstag, 12. Juli 2001, 12:08 Uhr
Nordhausen (nnz). Kennen Sie den Roten Buchladen in Göttingen? Wenn nicht, dann ist das auch nicht so schlimm. Der Laden am Nikolaikirchhof fungiert nämlich nicht nur als Postadresse, sondern beliefert auch Nordhäuser ab und zu mit Post. Den Inhalt hat sich die nnz angesehen.
Fein säuberlich in einem Umschlag verpackt, schickte dieser Buchladen im Auftrag der Antifa Jugendgruppe Nordhausen ein Rundschreiben nach Nordhausen, unter anderem auch an die Kreisgeschäftsstelle der CDU. Überschrift des Briefes: Von Eurem Umgang mit Nazis und RassistInnen. In der Postille wird der Eindruck vermittelt, dass sich die Rechtsextremisten der deutschen und darüber hinaus der gesamten Welt vermutlich in Nordhausen versammeln. Zitat: Am 29. Juni 2001 wurden zum wiederholten Male Jugendliche angegriffen, die nicht in das Weltbild von Faschisten und Rassisten passen. Dieser Überfall reiht sich in hunderter ähnlicher Vorfälle ein, seit Beginn des Jahres 2001.
Mehrere hundert Überfälle also allein in diesem Jahr in Nordhausen? Wenn sich die Polizei mitunter aus ermittlungstaktischen Gründen etwas bedeckt hält, so hätte doch der eine oder andere Nordhäuser vielleicht einmal etwas von diesen Überfällen bemerken müssen. Und dann wäre doch garantiert auch was zu den Medien durchgesickert. In dieser Hinsicht jedoch: Fehlanzeige.
Für die antifaschistischen Jugendlichen in Nordhausen sieht die Welt jedoch anders aus. Während Nazis Menschen durch unsere Stadt jagen und diskriminieren, unternehmt Ihr nichts. Euer bisheriger Protest beschränkte sich auf opportune Kundgebungen, wie zum Beispiel am 9. November 2000. Damit sind die jungen Antifaschisten freilich nicht zufrieden. Friedlich gegen Rassismus und für Toleranz zu demonstrieren, Lichterketten gegen rechte Aufmärsche zu organisieren, das reicht scheinbar nicht aus. Da gibt es für die Antifa keinen Basis zur Zusammenarbeit. Für die Jungs und Mädels ist es vielmehr notwendig, Widerstand gegen die strukturelle Gewalt von oben, den institutionalisierten Rassismus, Neoliberalismus und Kriegstreiberei zu leisten.
Ob die Kids verstehen, was sie mit diesen Sätzen meinen, bleibt dahingestellt. Eigentlich ist es nichts anderes, als ein Aufruf zum Kampf gegen das, was sie eigentlich am meisten verabscheuen: Den Staat oder gesellschaftliche Regeln. Während in Nordhausen Hunderte oder Tausende in der zurückliegenden Zeit ihr Gesicht gegen Rechts gezeigt haben, tauchen viele der jungen Antifaschisten aus Göttingen und der Zweigniederlassung Nordhausen mit schwarzen Kapuzen auf und dann schnell wieder unter.
Autor: nnzFein säuberlich in einem Umschlag verpackt, schickte dieser Buchladen im Auftrag der Antifa Jugendgruppe Nordhausen ein Rundschreiben nach Nordhausen, unter anderem auch an die Kreisgeschäftsstelle der CDU. Überschrift des Briefes: Von Eurem Umgang mit Nazis und RassistInnen. In der Postille wird der Eindruck vermittelt, dass sich die Rechtsextremisten der deutschen und darüber hinaus der gesamten Welt vermutlich in Nordhausen versammeln. Zitat: Am 29. Juni 2001 wurden zum wiederholten Male Jugendliche angegriffen, die nicht in das Weltbild von Faschisten und Rassisten passen. Dieser Überfall reiht sich in hunderter ähnlicher Vorfälle ein, seit Beginn des Jahres 2001.
Mehrere hundert Überfälle also allein in diesem Jahr in Nordhausen? Wenn sich die Polizei mitunter aus ermittlungstaktischen Gründen etwas bedeckt hält, so hätte doch der eine oder andere Nordhäuser vielleicht einmal etwas von diesen Überfällen bemerken müssen. Und dann wäre doch garantiert auch was zu den Medien durchgesickert. In dieser Hinsicht jedoch: Fehlanzeige.
Für die antifaschistischen Jugendlichen in Nordhausen sieht die Welt jedoch anders aus. Während Nazis Menschen durch unsere Stadt jagen und diskriminieren, unternehmt Ihr nichts. Euer bisheriger Protest beschränkte sich auf opportune Kundgebungen, wie zum Beispiel am 9. November 2000. Damit sind die jungen Antifaschisten freilich nicht zufrieden. Friedlich gegen Rassismus und für Toleranz zu demonstrieren, Lichterketten gegen rechte Aufmärsche zu organisieren, das reicht scheinbar nicht aus. Da gibt es für die Antifa keinen Basis zur Zusammenarbeit. Für die Jungs und Mädels ist es vielmehr notwendig, Widerstand gegen die strukturelle Gewalt von oben, den institutionalisierten Rassismus, Neoliberalismus und Kriegstreiberei zu leisten.
Ob die Kids verstehen, was sie mit diesen Sätzen meinen, bleibt dahingestellt. Eigentlich ist es nichts anderes, als ein Aufruf zum Kampf gegen das, was sie eigentlich am meisten verabscheuen: Den Staat oder gesellschaftliche Regeln. Während in Nordhausen Hunderte oder Tausende in der zurückliegenden Zeit ihr Gesicht gegen Rechts gezeigt haben, tauchen viele der jungen Antifaschisten aus Göttingen und der Zweigniederlassung Nordhausen mit schwarzen Kapuzen auf und dann schnell wieder unter.
