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Kräfte noch stärker bündeln

Freitag, 25. Juni 2004, 09:13 Uhr
Nordhausen (nnz). Vor allem in den zurückliegenden Wahlkampf-Wochen ist oft über das diskutiert worden, was sich in den vergangenen Jahren in und um Nordhausen verändert hat. Die nnz mit einer nüchternen Bilanz in Zahlen und Fakten, die sich allerdings durchaus sehen lassen kann.


Seit 1996 sind in Nordhausen vor allem alte Industriestandorte umgenutzt oder revitalisiert worden. Seitens der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) wurde die Schwerpunkte auf den Bereich der Erfurter Straße, die ehemalige IFA sowie auf die Rotheburgstraße gelegt. Insgesamt wurden auf diesen Standorten rund 37 Millionen Euro für die Entwicklung der Infrastruktur und die Sanierung der IFA-Produktionshalle ausgegeben. Während der vergangenen Jahre konnten dadurch mehr als 300 Arbeitsplätze neu geschaffen oder im Rahmen des zweiten Arbeitsmarktes zeitweise über 200 Frauen und Männer in Lohn und Brot gebracht werden. Unternehmensansiedlungen waren die Firmen Blechservice GmbH, Powertrain oder THIMM Service.

Seit fast zwei Jahren geht der Freistaat Thüringen im Bereich der Wirtschaftsförderung einen neuen Weg. Für die „Vor-Ort“-Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur ist das Regionalmanagement ins Leben gerufen worden. Im Landkreis Nordhausen ist der Verein für Wirtschaftsentwicklung der Region Nordhausen e.V. Träger des regionalen Managements. Kommunen, die LEG aber auch die Kreissparkasse und die Fachhochschule wollen somit Kräfte bündeln und zum Teil auch neue Wege beschreiten. Ob nun die Netzwerke für Biogas und Baustoffgewinnung oder die Erstellung eines Standortatlas für die Region und die Etablierung der regionalen Dachmarke – die Ergebnisse des neuen Weges sind sichtbar und sollen ausgebaut werden.

Auch im Tourismus sind die Aktivitäten in den letzten zwei Jahren verstärkt worden. Wie schon erwähnt - hier soll ein Verschleiß der lokalen Kräfte verhindert werden. Die Region Nordhausen soll als Ganze dargestellt werden, denn schließlich habe sie „Zukunft mit Tradition“, so der Slogan. Unter Federführung des Vereins wurden verstärkt Messen besucht und für die Region geworben, wurden Publikationen, Flyer, Broschüren wie das gerade erschienene „Reisetagebuch für den Landkreis Nordhausen“ herausgegeben. Im touristischen Bereich war die Internetpräsentation neu gestaltet worden, bei verschiedenen Höhepunkten brachte sich das Regionalmanagement stark mit ein. Erinnert sei hier insbesondere an den Bahntag im Oktober vergangenen Jahres, die regionale Tourismuskonferenz oder die Übernahme des „THÜRIS-Knotens“ im April 2004.

In diesem Buchungsknoten vereinen sich mittlerweile 98 Hotels, Pensionen und Privatvermieter der Region. Von Juni 2002 bis Mitte April des vergangenen Jahres konnten über dieses Buchungssystem 315 Buchungen mit 618 Gästen realisiert werden. Von April 2003 bis zum 24. Juni diesen Jahres waren es 446 Buchungen für 1.012 Gäste. In Geld ausgedrückt: Bei den Hotels, Pensionen und Privatvermietern blieben fast 64.000 Euro.

Durch die Landesgartenschau habe es noch einmal einen Schub gegeben, sagte Regionalmanagerin Uta Hirselandt auf der Mitgliederversammlung des Tourismusverbandes am Donnerstag in Neustadt. Wenn in den kommenden zwei Jahren die Autobahn A 38 fertiggebaut und die gesamte Region noch schneller erreichbar sei, dann erwartet die Tourismusverantwortlichen noch einmal einen deutlichen Aufwärtstrend.
Autor: nnz

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