Generalplan Wasser
Wir werden die Zukunft meistern
Freitag, 29. April 2016, 15:40 Uhr
In Sachen Wasserversorgung muss man langfristig planen können - der Nordhäuser Wasserverband sieht sich für die Zukunft gut gerüstet. Wie die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten aussehen soll, das erklärte der Wasserversorger heute zum Pressegespräch...
"Generalplan Wasser" - der Nordhäuser Wasserverband sieht sich für die Zukunft gerüstet (Foto: Angelo Glashagel)
Wer im Landkreis Nordhausen den Wasserhahn aufdreht, der hat das kühle Nass mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dem Nordhäuser Wasserverband zu verdanken. Fast 60.000 Menschen versorgt der Verband im Landkreis, lediglich im äußersten Osten und ein kleiner Zipfel im Süden des Kreises beziehen ihr Wasser, zum Teil, aus anderen Quellen.
Seit Gründung des Verbandes im Jahr 1992 hat sich viel getan. Die Altlasten der DDR-Zeit hat man an vielen Stellen beseitigen können und auch für die Herausforderungen der Zukunft sieht man sich gut gerüstet. Im Blick hat man dabei zur Zeit vor allem die Pläne der Landesregierung zur Gebietsreform. Wenn sie denn kommt, könnten aus rund 880 Kommunen im Freistaat rund 300 werden, erklärte der Vorsitzende des Wasserverbandes, Frank Rostek, seines Zeichens auch Bürgermeister der Stadt Bleicherode. In politisch Unruhigen Zeiten wolle man sowohl den Verbrauchern wie auch den eigenen Verbandsmitgliedern Sicherheit geben. "Wir sind schlagkräftig und gut organisiert, nicht nur heute sondern auch in Zukunft", sagte Rostek, "wir haben einen klaren Plan, wo es hingehen soll".
Der "Generalplan Wasser" ist tatsächlich langfristig angelegt, wie die Leiterin des Wasserverbandes, Carmen Lis im folgenden darlegte. In der Wasserwirtschaft sei man gezwungen langfristig zu planen, da das, was man in die Erde bringe, dort 50 Jahre und länger liegen bleibe. "Das Wasser muss auch im Jahr 2040 noch sicher sein und bezahlbar bleiben", sagte Lis, die Grundlagen dafür lege man schon heute. Rund 50 Millionen Euro will man in den kommenden Jahrzehnten in das Rohrnetz investieren, weitere 40 Millionen im "Generalplan Wasser".
Das sich das lohnt zeigen die Erfahrungen der Vergangheit: 1992 musste man 7,4 Mio. Kubikmeter Wasser schöpfen von denen aber dann nur 3,3 Mio. beim Endverbraucher ankamen - fast die Hälfte des Wassers versickerte auf dem Weg zum heimischen Wasserhahn. 24 Jahre und rund 80 Millionen Euro später sieht die Situation ganz anders aus - die Quote beträgt mit 847.000 Kubikmetern Verlust nur noch 19%. "Das sind nicht die besten Zahlen in Thüringen aber wir können sagen wir haben hart daran gearbeitet", erklärte Carmen Lis.
Wir werden die Zukunft meistern - v.l.: Steffen Meyer, Carmen Lis, Frank Rostek (Foto: Angelo Glashagel)
Rund 170 Kilometer des Rohrleitungsnetzes sind heute noch älter als 80 Jahre, hier liegt eine der Hauptaufgaben der kommenden Jahre. Das Jahr 2016 markiert aber zunächst einmal das vorläufige Ende eines Mammutprojektes - der Erneuerung der Talsperrenleitung aus Richtung Neustadt und die Modernisierung der Anschlüsse am Wasserwerk in der Puschkinstraße. Die Arbeiten hätten einer "Operation am offenen Herzen" geglichen, sagte Lis, und habe den Ingenieuren manches Kopfzerbrechen und die eine oder andere Nachtschicht beschert.
Fürs erste hat man diese Aufgabe erfolgreich bewältigen können, einige Restarbeiten stehen noch an. Ein Ende der Bauarbeiten am Wasserwerk wird das aber nicht sein, ein neues Bedienhaus ist in Planung und auch die Kammern, die älteste stammt aus dem Jahr 1874, müssen überholt werden.
Der Verband sei solidarisch organisiert, bekräftigte Vorstandsmitglied Steffen Meyer, man mache zwischen den großen Städten und den kleinen Gemeinden keinen Unterschied. Nur gemeinsam könne man den Herausforderungen begegnen. Und so verteilen sich die Investitionsvorhaben über den gesamten Landkreis. Naturgemäß sind die Ausgaben in den größeren Gemeinden höher, aber auch an anderer Stelle will man ordentlich Geld in die Hand nehmen, etwa in Wolkramshausen, Niedersachswerfen und Gudersleben.
Ebenfalls im Plan enthalten sind Investitionen in den Gemeinden Heringen und Hamma. Mit einem Investitionsbedarf von 1,5 Mio. Euro rechnet der Wasserverband hier. Eigentlich wollte man die beiden Gemeinden, die bisher noch über Einzelversorgung aus einem Brunnen und einer Quelle beliefert werden, mit an das Verbundnetz anschließen. Da Heringen aber Pläne hegt dem wesentlich kleineren Verband "Alter Stolberg" im Osten des Landkreises beizutreten und die Gemengelage unklar ist, liegen diese Pläne vorerst auf Eis.
"Wir stehen bereit", sagte Rostek, es müssten aber klare Verhältnisse herrschen. Das man die nötige Leistungsfähigkeit besitze zeige auch das Industriegebiet Goldene Aue, das eigentlich nach Gemarkung in den Bereich des kleineren Verbandes fallen würde. Allein für die äußere Erschließung des Geländes hat der Nordhäuser Wasserverband 500.000 Euro aufgebracht, Fördermittel gibt es hier nicht, das Geld kommt aus der eigenen Tasche.
"Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und eignet sich nicht für politische Spekulation oder Wahlkämpfe" sagte Rostek. Als starker, solidarischer Verband wolle und werde man auch in Zukunft eine nachhaltige und gerechte Wasserversorgung garantieren, hieß es heute abschließend aus dem Wasserverband.
Angelo Glashagel
Autor: red
"Generalplan Wasser" - der Nordhäuser Wasserverband sieht sich für die Zukunft gerüstet (Foto: Angelo Glashagel)
Wer im Landkreis Nordhausen den Wasserhahn aufdreht, der hat das kühle Nass mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dem Nordhäuser Wasserverband zu verdanken. Fast 60.000 Menschen versorgt der Verband im Landkreis, lediglich im äußersten Osten und ein kleiner Zipfel im Süden des Kreises beziehen ihr Wasser, zum Teil, aus anderen Quellen.
Seit Gründung des Verbandes im Jahr 1992 hat sich viel getan. Die Altlasten der DDR-Zeit hat man an vielen Stellen beseitigen können und auch für die Herausforderungen der Zukunft sieht man sich gut gerüstet. Im Blick hat man dabei zur Zeit vor allem die Pläne der Landesregierung zur Gebietsreform. Wenn sie denn kommt, könnten aus rund 880 Kommunen im Freistaat rund 300 werden, erklärte der Vorsitzende des Wasserverbandes, Frank Rostek, seines Zeichens auch Bürgermeister der Stadt Bleicherode. In politisch Unruhigen Zeiten wolle man sowohl den Verbrauchern wie auch den eigenen Verbandsmitgliedern Sicherheit geben. "Wir sind schlagkräftig und gut organisiert, nicht nur heute sondern auch in Zukunft", sagte Rostek, "wir haben einen klaren Plan, wo es hingehen soll".
Der "Generalplan Wasser" ist tatsächlich langfristig angelegt, wie die Leiterin des Wasserverbandes, Carmen Lis im folgenden darlegte. In der Wasserwirtschaft sei man gezwungen langfristig zu planen, da das, was man in die Erde bringe, dort 50 Jahre und länger liegen bleibe. "Das Wasser muss auch im Jahr 2040 noch sicher sein und bezahlbar bleiben", sagte Lis, die Grundlagen dafür lege man schon heute. Rund 50 Millionen Euro will man in den kommenden Jahrzehnten in das Rohrnetz investieren, weitere 40 Millionen im "Generalplan Wasser".
Das sich das lohnt zeigen die Erfahrungen der Vergangheit: 1992 musste man 7,4 Mio. Kubikmeter Wasser schöpfen von denen aber dann nur 3,3 Mio. beim Endverbraucher ankamen - fast die Hälfte des Wassers versickerte auf dem Weg zum heimischen Wasserhahn. 24 Jahre und rund 80 Millionen Euro später sieht die Situation ganz anders aus - die Quote beträgt mit 847.000 Kubikmetern Verlust nur noch 19%. "Das sind nicht die besten Zahlen in Thüringen aber wir können sagen wir haben hart daran gearbeitet", erklärte Carmen Lis.
Wir werden die Zukunft meistern - v.l.: Steffen Meyer, Carmen Lis, Frank Rostek (Foto: Angelo Glashagel)
Rund 170 Kilometer des Rohrleitungsnetzes sind heute noch älter als 80 Jahre, hier liegt eine der Hauptaufgaben der kommenden Jahre. Das Jahr 2016 markiert aber zunächst einmal das vorläufige Ende eines Mammutprojektes - der Erneuerung der Talsperrenleitung aus Richtung Neustadt und die Modernisierung der Anschlüsse am Wasserwerk in der Puschkinstraße. Die Arbeiten hätten einer "Operation am offenen Herzen" geglichen, sagte Lis, und habe den Ingenieuren manches Kopfzerbrechen und die eine oder andere Nachtschicht beschert.
Fürs erste hat man diese Aufgabe erfolgreich bewältigen können, einige Restarbeiten stehen noch an. Ein Ende der Bauarbeiten am Wasserwerk wird das aber nicht sein, ein neues Bedienhaus ist in Planung und auch die Kammern, die älteste stammt aus dem Jahr 1874, müssen überholt werden.
Der Verband sei solidarisch organisiert, bekräftigte Vorstandsmitglied Steffen Meyer, man mache zwischen den großen Städten und den kleinen Gemeinden keinen Unterschied. Nur gemeinsam könne man den Herausforderungen begegnen. Und so verteilen sich die Investitionsvorhaben über den gesamten Landkreis. Naturgemäß sind die Ausgaben in den größeren Gemeinden höher, aber auch an anderer Stelle will man ordentlich Geld in die Hand nehmen, etwa in Wolkramshausen, Niedersachswerfen und Gudersleben.
Ebenfalls im Plan enthalten sind Investitionen in den Gemeinden Heringen und Hamma. Mit einem Investitionsbedarf von 1,5 Mio. Euro rechnet der Wasserverband hier. Eigentlich wollte man die beiden Gemeinden, die bisher noch über Einzelversorgung aus einem Brunnen und einer Quelle beliefert werden, mit an das Verbundnetz anschließen. Da Heringen aber Pläne hegt dem wesentlich kleineren Verband "Alter Stolberg" im Osten des Landkreises beizutreten und die Gemengelage unklar ist, liegen diese Pläne vorerst auf Eis.
"Wir stehen bereit", sagte Rostek, es müssten aber klare Verhältnisse herrschen. Das man die nötige Leistungsfähigkeit besitze zeige auch das Industriegebiet Goldene Aue, das eigentlich nach Gemarkung in den Bereich des kleineren Verbandes fallen würde. Allein für die äußere Erschließung des Geländes hat der Nordhäuser Wasserverband 500.000 Euro aufgebracht, Fördermittel gibt es hier nicht, das Geld kommt aus der eigenen Tasche.
"Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und eignet sich nicht für politische Spekulation oder Wahlkämpfe" sagte Rostek. Als starker, solidarischer Verband wolle und werde man auch in Zukunft eine nachhaltige und gerechte Wasserversorgung garantieren, hieß es heute abschließend aus dem Wasserverband.
Angelo Glashagel
