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Proteste in Kiel

Ohne Therapeuten sieht es „schwarz“ aus!

Montag, 25. April 2016, 19:48 Uhr
Über 500 Therapeuten aus dem gesamten Bundesgebiet, darunter auch Mitarbeiter der Physiotherapie Silvio Krebs aus Nordhausen, machten sich am Samstag nach Kiel auf, um ihren Forderungen nach einer leistungsgerechten Bezahlung, Abbauen der Bürokratie und einem Mitbestimmungsrecht in der Politik Ausdruck zu verleihen... 


Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten marschierten lautstark vom Kieler Hauptbahnhof zum Holstenplatz und führten einen Dialog mit mehreren Berufsverbänden und Politikern!

Ebenfalls kam eine Patientin zu Wort, die den Missstand in der Therapeutenlandschaft am eigenen Leib spüren konnte. Nach einem Schlaganfall vor 20 Jahren ist Sie bis heute auf therapeutische Unterstützung in ihrer Genesung angewiesen und kämpft Tag täglich mit den Schwierigkeiten, Therapien zu bekommen, um ein normales Leben führen zu können. Sie betonte. wie wichtig und hilfreich die Therapien waren und sind. 

Die Therapeuten kämpfen auch für die Patienten, denn der Fachkräftemangel macht sich auch in dieser Branche deutlich bemerkbar und damit wird es in den nächsten Jahren zunehmend schwieriger als Patient zeitnah einen Termin bei einem Therapeuten zu bekommen.

Patienten den Zugang zu effektiver Therapie zu erleichtern, sollte ein primäres Ziel sein. Hier liegt ein riesiges Sparpotenzial für die Sozialkassen und das Gesundheitssystem. Die arbeitende Bevölkerung kommt schneller zum Arbeitsplatz zurück und ältere Menschen sind länger mobil und selbstständig in der häuslichen Umgebung, Operationen können verhindert werden und es müssen deutlich weniger Medikamente verordnet werden, um nur einige Punkte zu nennen.

Von einer angemessenen Vergütung für ihre wichtige Arbeit sind die Therapeuten jedoch sehr weit entfernt. Der Preis für eine klassische Massage, laut der Liste der
AOK 2015, beträgt hier 9,50 €. Damit ergibt sich ein Stundenumsatz von 28,50 € bei drei Behandlungen in einer Stunde für den Praxisinhaber. Davon gehen Lohnkosten, Miete, Steuern und diverse Pflichtabgaben ab. Die anwesenden Politiker der SPD und CDU betonten immer wieder, dass man nur zusammen stark sein kann und die Ziele erreichen kann.

Musikalisch wurde die Kundgebung von der Band „Krankenkasse“ umrahmt. Die nächste Kundgebung ist für den Herbst 2016 bereits in Planung und soll in der Hauptstadt von Bayern in München stattfinden. 

Ein Traum des BvT (Bund Vereinter Therapeuten - Interessenvereinigung), der Veranstalter der Kundgebung und Initiator der Therapeutenbewegung ist, wenn 2017, im Jahr der Bundestagswahl alle Therapeuten Deutschlands in Berlin auf die Straße gehen und hier eine starke Einheit demonstrieren. 
Silvio Krebs
Autor: red

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