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Spendekirchhof aufgeräumt

Subbotnik der Geschichtsfreunde

Samstag, 23. April 2016, 16:02 Uhr
Der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein ist seit Jahrzehnten eine feste Größe im geschichtlich-kulturellen Leben der Rolandstadt. Sein "Aushängeschild" bilden in erster Linie die monatlich stattfindenden abendfüllenden Vorträge. Doch die Geschichtsfreunde haben auch anderes drauf. Zum Beispiel organisieren sie Subbotniks...

Subottnik des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins (Foto: Hans-Georg Backhaus) Subottnik des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Dieser begriff stammt aus dem Russischen und heißt übersetzt Sonnabend. In der früheren Sowjetunion und auch in der DDR wurden oft an freien Sonnabenden Arbeitseinsätze durchgeführt. Unbezahlt und freiwillig. Auch die Hobbyhistoriker aus dem Südharz tun dies des öfteren. Heute war es wieder mal soweit.

Ihr Einsatzort war der Bereich des Spendekirchhofs oberhalb der Barfüßerstraße in der Nordhäuser Altstadt. Dort befinden sich nämlich noch die Ruinen einer alten Kirche. Sie war eine Klosterkirche, die von den Mönchen des Barfüßerordens um 1300 erbaut und mehrere Jahrhunderte genutzt wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie abgerissen. Mauerreste und u.a. ein möglicherweise romanischer Torbogen blieben erhalten. Zwischenzeitlich hatte sich die Natur dieses Terrain zurückerobert.

Acht Geschichtsfreunde/innen rückten gegen 10 Uhr mit Spitzhacke, Ast- und Heckenschere an, um das alte Gemäuer vom Wildwuchs zu befreien. Mehreren starken Wurzeln ging es zu Laibe. Reichlich Müll galt es zu beseitigen. Darunter Schnapsflaschen, Bierbüchsen, Plastikbecher und vielerlei weiterer Unrat. Erkennbare Hinterlassenschaften auch von den Altstadtfesten.

Übrigens half auch Nachbar Ronald Gäßlein mit Rechen und Rasenbesen aus, und das nahegelegene Reisebüro Feldner stellte freundlicherweise weitere Müllbeutel zur Verfügung. Insgesamt kamen etwa zwei qm Baum- und Strauchschnitt zusammen und mehrere Säcke mit Restmüll. Das zuständige städtische Grünamt holt am Montag alles ab. Der zweistündige Arbeitseinsatz war im Vorfeld mit der Stadtverwaltung Nordhausen und der SWG abgesprochen worden. Verständlicherweise waren beide Einrichtungen über das Engagement des Geschichtsvereins hoch erfreut und unterstützen dies nach Kräften.

Im Herbst diesen Jahres wollen die Nordhäuser Geschichtsfreunde sich des Terrains nochmals annehmen und erforderliche Aufräumungs- und Begradigungsarbeiten durchführen. Vereinsvorsitzender Hans-Jürgen Grönke bedankte sich bei allen Aktiven an diesem Sonnabend für den Subbotnik-Einsatz.

Die Geschichtsverein lädt übrigens für den 10. Mai um 19.30 Uhr wieder in den Tabakspeicher ein. Erwin Höche aus Stöckey nimmt dann alle Vereinsfreunde und die hoffentlich wieder zahlreichen Gäste mit auf einen „Streifzug durch die Mühlengeschichte in Nordhausen“. Der Eintritt ist frei.
Hans-Georg Backhaus
Autor: red

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