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“Dienst”reise nach Bad Füssing

Wer nicht investiert, der verliert

Samstag, 16. April 2016, 09:23 Uhr
Man kann es kaum glauben, aber es sind fast exakt vier Jahre, da der Autor dieser Zeilen nicht dienstlich in Bad Füssing war. Jetzt, 46 Monate später, wurde es Zeit für eine weitere Bestandsaufnahme. Im Großen und Ganzen, aber auch am Mühlbach…

Das Wasser hat Bad Füssing berühmt gemacht (Foto: nnz) Das Wasser hat Bad Füssing berühmt gemacht (Foto: nnz)
Wer von Pocking in Bad Füssing hineinfährt, der wird so schnell die Veränderungen nicht wahrnehmen. Die Saison steckt in den Startlöchern, das Aprilwetter verhagelt so manchen Spaziergang, doch die Fahrrad-Parade vor den drei großen Thermen zeigt an, dass der Kurort in Niederbayern eigentlich keine Saisonunterschiede kennt.

Im Gegenteil, Kurdirektor Rudolf Weinberger kann auf ein weiteres erfolgreiches Jahr 2015 zurückblicken. 307.000 Gästeankünfte und 2,5 Millionen Übernachtungen bedeuten zumindest bei den Ankünften den zwölften Zuwachs in Folge. Hinzu kommen 1,6 Millionen Tagesgäste. Etwas zurückhaltender fällt hingegen das Ergebnis bei den Übernachtungen aus. Sie gehen weiter zurück. Die Gäste, die nach Bad Füssing reisen, kommen zwar mehrmals im Jahr, bleiben aber kürzer. Vor allem die jüngeren Kurgäste. Durchschnittlich acht Tage verweilt der Gast hier in Niederbayern, ein Wert, von dem die Übernachtungsbetriebe im Südharz nur träumen können.

Was beim ersten Rundgang durch den Kurort mitunter nur auf den zweiten Blick auffällt ist die Tatsache, dass vor allem die Appartmenthäuser Probleme bekommen oder schon haben. Manche Gardine hinter den Fenstern sieht aus, als sei sie mehrere Jahre nicht gewechselt worden. Hier ist einfach nicht investiert worden und das rächt sich. Ein Preiskampf dieser Anbieter hat überall Spuren hinterlassen. Bis hinein in den Ortsteil Safferstetten.

Florian Freudenstein am Hoteleingang (Foto: nnz) Florian Freudenstein am Hoteleingang (Foto: nnz)
Hier am Mühlbach liegt “Das Mühlbach”, das Thermal Spa & Romantik Hotel der Familie Freudenstein. Wie vor vier Jahren empfängt Rita Freudenstein die Gäste mit einem herzlichen Willkommen. Die Fäden des Hauses ziehen indes längst Sohn Florian Freudenstein und seine Frau. “Das Mühlbach” ist eines jener Hotels, die seit Jahren erkannt und realisiert haben, sich auf neue Zielgruppen einzustellen - weg vom Krankenkassen-Touristen, hin zum Wellness-Suchenden. Neue Konzepte mussten her, viele Ideen wurden geboren seit unserem letzten Besuch im Frühjahr 2012.

Nun, vier Jahre später, kann man das alles genießen. Vor dem Genießen kam natürlich das Investieren. Rund zwei Millionen Euro haben die Freudensteins in die Hand genommen. Dort, wo einst der Parkplatz war, dort steht ein Landhaus, das sich äußerlich dem ländlichen Ambiente anpasst, im Innern jedoch all das zu bieten hat, was des Wellness-Suchenden Herz begehrt: Zirben-Infrarot-Sauna, Bio-Sauna, Finnische Sauna, ein Heilstein-Sole-Tepidarium, Salzstollen, Eisbrunnen, Kneipp-Tretbecken oder ein Barfußweg. Nicht zu vergessen: das heilendeThermalwasser, das Bad Füssing zu dem gemacht hat, was es heute ist - Europas größter Kurort.

“Ich glaube, wir im Mühlbach haben rechtzeitig erkannt, wo für die Zukunft die Schwerpunkte gesetzt werden müssen. Vor allem, wenn neue Zielgruppen, jüngere Altersgruppen erreicht werden sollen”, erzählt Florian Freudenstein. Selbstverständlich drehte und dreht sich auch am Mühlbach nahezu alles um die Gesundheit der Gäste. Allerdings - und das ist der Wandel - nicht mehr die Unterstützung einer Therapie steht im Mittelpunkt, sondern die Prävention, die Erhaltung der Gesundheit. Florian Freudenstein: “Im Gesundheitsbereich müssen wir auch in den kommenden Jahren unsere Kompetenzen festmachen und ständig erweitern.”

Dezente Beleuchtungsstrukturen (Foto: nnz) Dezente Beleuchtungsstrukturen (Foto: nnz)
Dennoch: nach Sanatorium sieht es im Vier-Sterne-Plus-Hotel nicht aus, die Architekten haben mit den Freudensteins eine Symbiose aus bayerischer Gemütlichkeit und Moderne gefunden. Das reicht von einer geschickt platzierten Wurzel bis hin zu modernen Beleuchtungssystemen. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Sammelsurium aus den Anfängen des Hotel Ende des 18. Jahrhunderts, erweist sich auf den zweiten wie ein roter Faden. Will heißen: Am Mühlbach wird die Tradition nicht vergessen und das Moderne, also die Zukunft, nicht aus den Augen verloren.

Diesen Weg werden Familie Freudenstein und die 70köpfige Crew weitergehen. Pläne einer Erweiterung sind vorhanden. Man wird sie behutsam angehen, dann aber konsequent umsetzen. Man kann gespannt sein, was sich so entwickelt - am Mühlbach in Bad Füssings Ortsteil Safferstetten.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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