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Helios Klinik Bleicherode

Volles Haus zur Patientenakademie

Donnerstag, 07. April 2016, 13:59 Uhr
Gelenkerhalt anstelle einer Endoprothese? Steht ein Paradigmenwechsel in der Orthopädie bevor? Dieser Fragestellung ging Dr. Joachim Burgmeier in der Patientenakademie am Dienstag in der HELIOS Klinik Bleicherode nach...

Dass die Thematik gefragt und die Entwicklungen brandaktuell sind, zeigten die Methoden, die der erfahrende Oberarzt mit all ihren Voraussetzungen, Vor- und Nachteilen vor über 100 Besuchern vorstellte. Das Besondere: Dr. Burgmeier präsentierte die medizinischen Fakten in Zusammenhang mit Erlebnissen aus seiner nunmehr über dreißigjährigen Tätigkeiten als Orthopäde in der HELIOS Klinik Bleicherode.

„Die Frage nach alternativen Möglichkeiten in der Orthopädie beschäftigt mich seit vielen Jahren und zieht sich wie ein roter Faden durch meine Arbeit“, erklärt Burgmeier. Gerade auf dem Gebiet der Arthrosebehandlung habe sich in den letzten Jahrzehnten viel bewegt. In Episoden beschreibt er Behandlungsmethoden der Vergangenheit, seine Erfahrungen und Erkenntnisse. So wurde beispielsweise 1982 – Dr. Burgmeier erhielt gerade seine Approbation – Arthrosepatienten Glucose ins Gelenk gespritzt. Heute weiß man jedoch, dass die Wirkung nicht bewiesen ist und sich Behandlungserfolge nicht durchgesetzt haben.

Dr. Burgmeier lockte zahlreiche Besucher in die HELIOS Klinik Bleicherode (Foto: Helios Klinik Bleicherode) Dr. Burgmeier lockte zahlreiche Besucher in die HELIOS Klinik Bleicherode (Foto: Helios Klinik Bleicherode) Eine der modernsten Methoden zur Behandlung fokaler Knorpelschäden ist die körpereigene Knorpelzelltransplantation (ACT-Therapie). Seit 1995 beschäftigen sich die Ärzte der HELIOS Klinik Bleicherode mit dieser Methode. Aufgrund der hohen Behandlungskosten war es zunächst keine Kassenleistung und wurde deshalb nur selten durchgeführt. Inzwischen wird die Behandlung auch von den Krankenkassen bezahlt. Das Verfahren wurde bisher mehrfach optimiert und ist heute ein gutes Verfahren, örtliche Knorpeldefekte wieder aufzufüllen. „Entscheidend dabei ist, die Deformitäten oder Defekte, die zu Knorpelschäden führen, mit zu behandeln, wie beispielsweise Kreuzbandrisse oder Achsabweichungen der Extremitäten. Unser Ziel ist es, belastungsassoziierte Knorpelschäden zu erkennen und Deformitäten zu beseitigen“, sagt Dr. Burgmeier.

Dr. Burgmeier lockte zahlreiche Besucher in die HELIOS Klinik Bleicherode (Foto: Helios Klinik Bleicherode) Dr. Burgmeier lockte zahlreiche Besucher in die HELIOS Klinik Bleicherode (Foto: Helios Klinik Bleicherode)

Ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel in der Orthopädie stehe noch nicht bevor, jedoch bewege sich die Forschung immer mehr in Richtung knorpelregenerativer und knorpelreparativer Verfahren. „Wir dürfen optimistisch sein, dass wir irgendwann geschädigte Gelenke heilen können“, sagt der Oberarzt. Zwar habe die Endoprothetik nach wie vor einen hohen Stellenwert, aber Burgmeier ist überzeugt, dass Gelenkersatz irgendwann nur noch für Defektsituationen zum Einsatz kommt.

Im Anschluss beantwortete Dr. Burgmeier Fragen und führte Gespräche mit den Besuchern. Die nächste Patientenakademie findet am 3. Mai statt – diesmal mit einem Gastvortrag der HELIOS Klinik Sangerhausen zu dem Thema „Mehr als nur Bauchschmerzen – akute Erkrankungen der Gallenblase“.
Autor: red

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