Spur führte Kripo zu fünf Jahre altem Verbrechen - Prozess beginnt am Montag
Samstag, 07. Oktober 2000, 19:02 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Nordhäuser Kripo hatte im zweiten Halbjahr 1999 richtig Schwerstarbeit zu leisten. Nicht die alltäglichen Delikte wie Körperverletzung, Raub oder Diebstahl beschäftigten die Beamten, sondern es waren Tötungsverbrechen in Nordthüringen. In Heiligenstadt, Mühlhausen und Nordhausen.
Wir schreiben den 1. November 1999: Im Bingerhof der Rolandstadt finden Angehörige die Leiche eines 42 Jahre alten Mannes in der Wohnung. Merkwürdig erschien den Angehörigen, dass er sich nicht mehr gemeldet hatte. Wie die Obduktion zu Tage förderte, war das Opfer fünf Tage zuvor erdrosselt worden. Außerdem wurde eine Schnittwunde im Genitalbereich diagnostiziert. Nach drei Wochen intensiver Ermittlungen kristallisierte sich ein Verdacht gegen ein Ehepaar heraus, das mit dem Opfer bekannt war. Der 39jährige aus Nordhausen wurde am 23. November 1999 festgenommen und befindet sich seit dem in Untersuchungshaft. Während der Mann, gegen den die Staatsanwaltschaft vor einigen Monaten Anklage erhob, immer noch kein Geständnis abgelegt hat, soll die Ehefrau umfassend ausgesagt haben. Für Kripo und Staatsanwaltschaft steht fest, dass sie an der Tat nicht beteiligt war.
Während der Ermittlungen und Vernehmungen zu diesem Verbrechen konnte eine weitere Straftat aufgeklärt werden. Ein Mord, der fünf Jahre zurückliegt. Damals, einen Tag vor dem Heiligen Abend 1994, wurde die Leiche eines Mannes in der Nähe von Niedergebra in der Wipper gefunden. Dieses bis Ende 1999 nicht aufgeklärte Verbrechen ließ eindeutige Parallelen zur Tötung im Bingerhof erkennen. Ein Indiz war die Art und Weise der Tötung durch Erdrosselung. Weitere Gemeinsamkeiten konnten bei der Vernehmung der Ehefrau festgestellt werden. In ihrer Anklageschrift gegen Joachim S. geht die Staatsanwaltschaft deshalb von zweifachem Totschlag aus. Wegen der besonderen Schwere der Taten sieht das Strafgesetzbuch eine lebenslange Freiheitsstrafe vor.
Am Montag beginnt der Totschlagsprozess gegen den Nordhäuser vor dem Landgericht Mühlhausen. Es wurden mehrere Verhandlungstage angesetzt.
Autor: psgWir schreiben den 1. November 1999: Im Bingerhof der Rolandstadt finden Angehörige die Leiche eines 42 Jahre alten Mannes in der Wohnung. Merkwürdig erschien den Angehörigen, dass er sich nicht mehr gemeldet hatte. Wie die Obduktion zu Tage förderte, war das Opfer fünf Tage zuvor erdrosselt worden. Außerdem wurde eine Schnittwunde im Genitalbereich diagnostiziert. Nach drei Wochen intensiver Ermittlungen kristallisierte sich ein Verdacht gegen ein Ehepaar heraus, das mit dem Opfer bekannt war. Der 39jährige aus Nordhausen wurde am 23. November 1999 festgenommen und befindet sich seit dem in Untersuchungshaft. Während der Mann, gegen den die Staatsanwaltschaft vor einigen Monaten Anklage erhob, immer noch kein Geständnis abgelegt hat, soll die Ehefrau umfassend ausgesagt haben. Für Kripo und Staatsanwaltschaft steht fest, dass sie an der Tat nicht beteiligt war.
Während der Ermittlungen und Vernehmungen zu diesem Verbrechen konnte eine weitere Straftat aufgeklärt werden. Ein Mord, der fünf Jahre zurückliegt. Damals, einen Tag vor dem Heiligen Abend 1994, wurde die Leiche eines Mannes in der Nähe von Niedergebra in der Wipper gefunden. Dieses bis Ende 1999 nicht aufgeklärte Verbrechen ließ eindeutige Parallelen zur Tötung im Bingerhof erkennen. Ein Indiz war die Art und Weise der Tötung durch Erdrosselung. Weitere Gemeinsamkeiten konnten bei der Vernehmung der Ehefrau festgestellt werden. In ihrer Anklageschrift gegen Joachim S. geht die Staatsanwaltschaft deshalb von zweifachem Totschlag aus. Wegen der besonderen Schwere der Taten sieht das Strafgesetzbuch eine lebenslange Freiheitsstrafe vor.
Am Montag beginnt der Totschlagsprozess gegen den Nordhäuser vor dem Landgericht Mühlhausen. Es wurden mehrere Verhandlungstage angesetzt.
