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KOMPASS weist neue Wege

Donnerstag, 17. Juni 2004, 18:46 Uhr
Nordhausen (nnz). Wenn man sich verirrt, dann sollte man einen Kompass bei sich haben. Wenn sich Menschen im alltäglichen Leben verirren, auch dann benötigen sie Hilfe und Unterstützung. In Nordhausen gibt es einen solchen Kompass, die nnz stellt ihn vor.


In enger Kooperation zwischen der Jugendberufshilfe Thüringen e. V. Beratungsstelle Nordhausen, dem Jugendamt des Landkreises und der LIFT gGmbH wurde das Projekt "KOMPASS" von der Idee bis zur Realisierung geführt und startete im Frühjahr dieses Jahres unter der Trägerschaft LIFT gGmbH Nordhausen. Mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds ist es möglich, in Thüringen kleine Projekte zur Verbesserung der Situation benachteiligter Menschen und Initiativen zur Förderung des sozialen Zusammenhalts zu entwickeln und umzusetzen, die durchaus zu dauerhaften Initiativen führen können. Kernstück ist, die Zielgruppe selbst zu aktivieren.

Ziel des Projektes ist die Förderung und Erleichterung der schulischen, beruflichen und sozialen Integration junger zugewanderter Menschen im Alter von 14 bis 21 Jahren und die Hilfestellung bei der Entwicklung notwendiger Kompetenzen in Deutschland, z.B. durch Sprachförderung, Hilfestellung beim Umgang mit Ämtern und Behörden sowie bei der Ausbildungsplatz- und Arbeitssuche, Befähigung im Umgang mit dem Computer.

Immer wieder kann man erkennen, insbesondere resultierend aus eigenen Erfahrungen Betroffener, dass die Sprache den Schlüssel zur Integration darstellt, so Andreas Knuhr, Prokurist der LIFT gGmbH. Mangelnde Deutschkenntnisse und die fehlende Anregung im täglichen Leben bzw. die fehlende Notwendigkeit im Wohnumfeld die deutsche Sprache konsequent anzuwenden, führen nicht selten zur Ausgrenzung aus dem Schulalltag, zu unzureichenden schulischen Ergebnissen oder vorzeitigen Schulabbrüchen, teilweise zur völligen Isolation. Die künftige berufliche Entwicklung ist dadurch direkt negativ beeinflusst.

In persönlichen Gesprächen mit jugendlichen Aussiedlern wurde deutlich, meinte Knuhr, sie wollen in erster Linie praktische Hilfestellungen erleben und gleichzeitig eigene Erfahrungen und Können weitergeben. Des weiteren wollen sie die Chance nutzen, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern, sich mit den Traditionen in Deutschland vertraut zu machen und Kontakte mit Einheimischen aufzubauen. Durch den Projektansatz sollen Jugendliche gelebte Integration erfahren, um einer drohenden Außenseiterposition in der Gesellschaft bewusst begegnen können.

Umgesetzt wird das Konzept durch zwei engagierte ProjektmitarbeiterInnen. Frau Mordowina, (Staatsbürgerin der russischen Förderation), hatte schon vor Projektbeginn enge Kontakte zu einer Gruppe von jugendlichen Aussiedlern und kennt bestens deren Problemlagen und Hilfebedarf. Frau Tiepelmann bringt insbesondere ihr fachliches Know how (Vermittlung von PC-Kenntnissen) in das Projekt ein. Ziel ist auch, eine zweisprachige Broschüre "Wie finde ich mich im Behördendschungel zurecht?" zu erstellen.

Am kommenden Dienstag den 22.06.04 findet um 15.00 Uhr in den Räumlichkeiten des Jugend-Info-Point's der Bruno-Kunze-Str.22 die feierliche Eröffnung statt. Hierzu sind alle interessierten Mitbürger der Stadt und des Landkreises Nordhausen recht herzlich eingeladen.
Autor: nnz

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